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Der Tod der schönen Antike
1862 erscheint Gustave Flauberts Roman Salammbô. Ort und Handlung sind in ferner Vergangenheit angesiedelt. Karthago ist ein blinder Fleck auf der Landkarte der historischen Überlieferung. Gerade deswegen wählt Flaubert diese Stadt.
Nordafrikanische Landschaften, Stadtansichten der Seerepublik Karthago, pompöser Reichtum und kulturelle Artifizialität in Speisen, Sitten und Kleidung, monumentale Schlachten, grausame Bilder des Krieges und der ausschweifenden Gewalt an Mensch und Tier bilden die Szenen des neuen Romans. »Leute von schlechtem Geschmack« sind nach Flaubert solche, die »verschönern, reinigen und sich illusionieren, die verändern, kratzen und wegnehmen« und gleichwohl meinen, sie seien Klassiker. Die Aufsprengung der normativen Antike-Ansicht bedeutet für Flaubert, Klischees und abgenutzte Phrasen aufzubrechen sowie neue Sprachformen zu erfinden. Er eröffnet damit den Blick auf eine archaische Antike und auf das Phänomen der Gewalt in der Moderne.
Zur Poetik des Gefühlswissens zwischen Romantik und Realismus
Die modernen Ordnungen des Wissens von der Liebe entstehen zwischen Romantik und Realismus.
Die Studie geht der Neuordnung des Gefühlswissens auf der Epochenschwelle in einem Querschnitt durch die Literatur um 1830 nach. Anhand von Lektüren der frühen Lyrik Heinrich Heines, der Prosaschriften des Jungen Deutschland und der Dramen Georg Büchners fragt sie nach den ästhetischen Formen, den sozialen Einsätzen und vor allem den wissenshistorischen Anschlüssen, in denen sich die Umgestaltung der Passionen poetisch manifestiert. Damit erweitert sie die Literatur- und die Kulturgeschichte der Liebe um eine wesentliche Station.
Poetologie(n) des Sterbens von 1968 bis heute
Die gesellschaftlich-politische Debatte um ein angemessenes, vielerorts so bezeichnetes „humanes“ Sterben spiegelt sich auch in literarischen Texten wider.
Die Literatur wird in diesem Zusammenhang zum Seismografen und Aushandlungsraum im Spannungsfeld zwischen individueller Erzählung, ökonomisierter Medizin, politischen Debatten und Fiktion. Die analysierten literarischen Texte loten aus, was es bedeutet, dass der Tod sich unserer Erfahrung entzieht, nehmen gleichwohl die Herausforderung dieser Darstellungsproblematik an und zeigen neue Ästhetiken und Schreibweisen des Sterbens auf.
Eine Archäologie der Gegenwartskunst
Author: Helmut Draxler
In der Moderne muss Kunst ebenso wahr wie gegenwärtig sein. Kein Werk und keine Praxis können sich ernsthaft als Kunst behaupten, ohne solchen Ansprüchen zu genügen. Doch wie konnten Wahrheit und Gegenwärtigkeit zu den entscheidenden, nicht-ästhetischen Kriterien von Kunst werden? Die hier vorgelegte Studie versucht diese Frage zu beantworten, indem sie hinter die dominanten Begründungsmythen von Moderne und Gegenwartskunst im Sinne von heroischen Überwindungsleistungen alles Alten im Namen eines Neuen blickt. Derart wird eine Tradition des Wahrheits- und des Gegenwartsbezugs von Kunst sichtbar, die tief in jener Geschichte verwurzelt ist, als die Malerei begann, um ihren Status als Kunst zu ringen. Die historischen Niederlande stellen zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert den exemplarischen Schauplatz dieses Ringens dar. Durch den Verlust vorgegebener Wahrheiten und Funktionen entwickelte die Malerei im Spannungsfeld zwischen ökonomischen, politischen und religiösen Krisen besondere Strategien der Selbstbehauptung als Kunst. Anhand spekulativer Bildideen – dem Bild als Schwelle, dem antagonistischen, dem analytischen und dem synthetischen Bild – wird die Wirkmächtigkeit dieser Strategien im Sinne eines spezifischen Wahrheitseinsatzes nachvollzogen und so das Nachleben der Niederländischen Malerei als Gegenwartskunst erfasst.
Kunstgeschichte in eigener Sache
Wer PRO DOMO redet, spricht ›für das eigene Haus‹, das heißt in eigener Sache. Auf welche Weise Vertraute von Künstler:innen aktiv und nachhaltig Kunstgeschichte gestalten, untersucht dieser Band.
Aus dem direkten Umfeld von Künstler:innen versuchen sich immer wieder Personen an einer PRO DOMO-Kunstgeschichte: im Medium des Textes, der Fotoreportage, des Films oder des Digitalen. Solche Formen einer oft dezidiert parteiischen Kunstgeschichtsschreibung werden hier erstmals umfassend analysiert. Den Ausgangspunktbilden Schriften, die meist im unmittelbaren Umfeld von Künstler:innen – zuweilen auch in direkter Kooperation – entstanden sind und die somit gleichsam für diese das Wort ergreifen. Thematisch spannt das Buch einen Bogen vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart und fragt auch danach, was dieses PRO DOMO-Prinzip für die Kunstgeschichte insgesamt bedeutet und wie heute mit einer solchen Involvierung umzugehen ist.
Systematische Zugänge zu einem kulturellen Prinzip des Mittelalters
Imitation und Mimesis sind epochenübergreifende Kulturphänomene. Doch wie erkennt, analysiert oder bewertet man das Imitieren im Mittelalter? Der Band präsentiert unterschiedliche fachdisziplinäre Methoden und Ansätze und erläutert diese an einschlägigen Beispielen. Imitieren kann für das Mittelalter als bislang unterschätzte, höchst komplexe Kulturtechnik angesehen werden, deren Potential nicht nur darin lag, Traditionen zu konservieren, sondern durchaus Innovationen hervorzubringen.
Vergleichende Studien zum Traum als Erzählverfahren
Blick ins Buch
Dieses Buch präsentiert und analysiert literarische Träume der Shoah aus einer wissenspoetischen Perspektive. Ob in unmittelbarer Nähe zu den Konzentrationslagern oder aus der Distanz heraus entstanden; ob von Überlebenden selbst oder von den Nachgeborenen verfasst: Indem Christiane Solte-Gresser Traumnotate, Träume in Autobiographien und Traumfiktionen zueinander in Beziehung setzt, wird ein eindrückliches Spektrum an Erzählweisen sichtbar, mit denen sich bekannte wie bislang kaum beachtete Autorinnen und Autoren über den Traum schreibend der Shoah annähern.
Die Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit des Traums, sein unsicherer Wirklichkeitsstatus, die übermächtigen sinnlichen und leiblichen Wahrnehmungen im Traumerleben und der ästhetische Eigensinn, der des Nachts Erfahrungen und Reflexionen in beunruhigende Bilder verdichtet, machen den Traum zu einem Erzählverfahren, mit dem die Grenzen des Darstellbaren ausgelotet werden. So lassen sich die erzählten Shoah-Träume auch als eine kritische Reflexion über das vieldiskutierte Problem der ›Unsagbarkeit‹ lesen. In ihnen scheint ein Wissen aufgehoben, das geborgen und weitergegeben werden will – und das auf anderem Wege kaum zugänglich oder vermittelbar ist.
Erinnerung – Projektion – Subjektivierung
Charlotte Schleiffer widmet sich der von der Forschung bislang weitestgehend unbeachteten Konjunktur literarischer Freundschaft. Ob bei Marion Poschmann oder Uwe Timm, Elena Ferrante oder Sigrid Nunez, Bodo Kirchhoff oder Nina Bußmann: Im Gegenwartsroman muss das Alter Ego sterben oder verschwinden. Freundschaft und Schreiben als interdependente Praktiken begreifend, untersucht die Arbeit, wie die zurückbleibenden Erzähler die Lektüre der Freundesspuren und das Schreiben des Freundeslebens als Fallgeschichte zwischen Wahrheitssuche und Fiktionalisierung, Selbsthermeneutik und Selbstsorge betreiben. Aus wissenspoetologischer bzw. historischer Perspektive wird zudem die Diskrepanz zwischen den in Philosophie und Belletristik entworfenen Freundschaftsbildern sowie die erstaunliche Stabilität zahlreicher literarischer Erzählmuster und Motive eruiert: Welches ethische und anthropologische Wissen enthält der Freundschaftsroman?
Die kritischen Tragödientheorien als Ästhetiken der Praxis in Deutschland, Polen und Russland 1789-1848-1917
Alle bisherigen Geschichten der Tragödientheorie haben ihre kritische Strömung verkannt, die auf keinen Fall die Aussöhnung mit dem Schicksal, dem Bestehenden, predigt, sondern eine Ästhetik der revolutionären Praxis formuliert, welche darauf hinzielt, das Element der Freiheit in die vollkommen determinierte Welt hereinzulassen. Diese Ästhetik, deren Elemente sich bei den prominentesten Denkern und Dichtern der Epoche ausfindig machen lassen, gestaltet einerseits die Perzeption von Ereignissen und andererseits das Verhalten von den auf die Ereignisse reagierenden Menschen. Die expliziten Tragödientheorien krönten die philosophischen Ästhetiken, indem sie den Übergang der Theorie (der Absicht) in die Wirklichkeit modellierten, und zwar in den paradoxen Figuren des glücklichen Scheiterns und des schicksalhaften Fehlers. Die Tragödientheorien überprüfen also die Möglichkeiten, wie die immer noch ausbleibende Freiheit in der determinierten Welt des Anschaubaren möglich wäre und finden zur Zeit der Avantgarde eine Lösung in Form eines allgemeinen Festes ohne Rampe, die die positive, anschauliche und kollektive Freiheit verwirklicht.
Die Differenz denken
Author: Jutta Georg
Blick ins Buch
In der Philosophiegeschichte findet sich keine detailliert ausformulierte Philosophie des Abschieds. Die Publikation liefert hierzu die Spur des Abschieds, die als ein abwesend anwesendes Phänomen nachzuzeichnen ist. Neben der Rekonstruktion der relevanten philosophischen Thanatologien von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, der Phänomenologie von Leiden und Schmerz, des Trostes und der Trauer werden vorrangig über Nietzsches Philosophie der tragischen Bejahungpraxis philosophische Orientierungen für ein souveränes Verhaltengegenüber dem existentiellen Phänomen des Abschieds präsentiert.