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Dantes Commedia verdankt ihre anhaltende Faszination einer zeitgenössisch bereits wahrgenommenen, aber in der Forschung bislang kaum gewürdigten Poetik des Ungesagten.
In Auseinandersetzung mit politischen und religiösen Begrenzungen der Rede verleiht Dante den ungesagt bleibenden Dingen mit poetischen Mitteln eine neue Form. Die Leerstelle zieht die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und fordert zum Kommentar heraus. An ihr entzündet sich eine potentiell gefährliche Lust am Lesen. Dantes Momente des Schweigens begründen die Resonanz seines Werks mit der jeweiligen Gegenwart. Mit dem Ungesagten reklamiert Dante für die profane volkssprachliche Dichtung eine Dimension von Textualität, wie sie sonst nur der Heiligen Schrift zukommt und die Erich Auerbach als Stilart des Alten Testaments bezeichnet hat.
Weiße Identitäten in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie
Author: Leena Crasemann
In kolonialen Projekten produzierten jahrzehntelang europäische Länder ungezählte fotografische Aufnahmen von Menschen anderer Kulturen. Wie befasst sich eine jüngere fotografische Praxis mit dem kolonialen Bildererbe und den visuellen Einschreibungen topischer, auch kunsthistorischer Motive in diesem weit verzweigten und in diversen Archiven und Sammlungen lagernden Bildkorpus? Im Zuge des postcolonial turn sind künstlerische Fotoarbeiten entstanden, die sich mit den diversen Implikationen weißer Darstellungsmacht befassen. Die fotogeschichtlichen Bedingungen sind der Bezugsrahmen dieser Aufnahmen. Wenn eine Bildkritik dadurch charakterisiert ist, dass sie visuelle Konventionen hinterfragt, Normen destabilisiert, Darstellungsmuster durchbricht, dann steht zu fragen, inwiefern die Positionen der Gegenwart eine Blickumkehr vornehmen, um weiße Identitäten mittels Fotografie kritisch zu perspektivieren: Wie wird Weißsein im fotografischen Bild dargestellt und wie funktioniert dessen machtvolle Aufladung, auch jenseits des fotografischen Rahmens? Welche Rolle kommt dem bildgebenden Verfahren der Fotografie zu, um das Unmarkierte sichtbar zu machen?
„Weltliteratur in der longue durée“ ist eine Zusammenschau weltliterarischer Fallstudien aus den letzten zehn Jahren.
Einerseits greifen sie bestehende Diskussionen auf, andererseits denken sie darüber nach, wie Theorien zur Weltliteratur in Zeiten von Migration und Globalisierung aussehen könnten. Welche Rolle spielen Mobilität, Übersetzungen und die doppelte Zugehörigkeit von Texten zu einer lokalen wie auch weltliterarischen Tradition? Wie lässt sich Weltliteratur außerhalb des Kanons denken? Ausgehend von diesen Fragen rücken Aspekte wie Mündlichkeit, Eurozentrismus, Institutionalisierung, Kanon und Wertung in den Blick. Dabei liegt die Besonderheit des Bandes nicht nur in der zeitlichen Verlängerung eines Konzepts von Weltliteratur, der „longue durée“, sondern auch in dem interdisziplinären Zugang aus Perspektive der Literatur- und Medienwissenschaften, der Ethnologie und der Folkloristik.
Das Radio in der sowjetischen Kultur der 1920er und 30er Jahre
Author: Jurij Murašov
Marshall McLuhans Ausspruch »The medium is the message« gilt in besonderer Weise für das Radio der Sowjetzeit. Indem es Inhalte einem massenhaften Publikum in akustischer Form vermittelt, wird das Radio zum revolutionären Medium, das bürgerliche Wissensformen der Buchkultur zugunsten eines sowjetischen, utopischen Weltverstehens zu überwinden verspricht. Die medienhistorische Studie zeigt auf, wie in den 1920er Jahren die Radiophonie bildungspolitische und künstlerische Visionen freisetzt. Diese verdichten sich mit dem massenmedialen Aufstieg des Radios in den 30er Jahren zu einer Poetik des Akusmatischen, die alle Bereiche der Kultur durchdringt. Sie manifestiert sich im sozialistischen Realismus der optimistischen Literatur und Kunst und prägt das familiale Verständnis von politischer Macht. Schließlich wirkt sie hinein bis in den diskursiven Innenbereich wissenschaftlicher Disziplinen – Linguistik, Recht, Physiologie, Biologie, Ökonomie – und lässt eine sowjetische Wissenschaft entstehen.
Produktion in Skandinavien und Rezeption im deutschsprachigen Raum
Im skandinavischen Kriminalroman dringt das Verbrechen meist von außen in die Gesellschaft ein und insbesondere Russland gilt als Ursprungsort des Bösen. Damit leistet diese auf dem deutschsprachigen Buchmarkt äußerst populäre Gattung eine Fremdbeschreibung Russlands, die sowohl in Skandinavien als auch Deutschland breit rezipiert wird. Die zentrale Fragestellung dieses Buches geht den Produktions- und Transfermechanismen nach, die bei der Übernahme gesellschaftspolitischer Diskurse und Kontaktereignisse in die Fiktion zum Tragen kommen. Welche Elemente werden für die Beschreibung russischer Figuren verwendet, welche Veränderung erfahren sie über den Zeitraum der letzten fünfzig Jahre und wie vermischen die Erzählungen dabei Fakten und Fiktion? Zusätzlich werden auch die Vermarktungsstrategien bei der Übersetzung ins Deutsche analysiert, sodass anhand dieser Transferkette auch die Distributionswege von Stereotypen offengelegt werden können.
"Erasmus" und "Jan Veth. Sein Leben und Schaffen". Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel
Author: Johan Huizinga
Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga verfasste seine berühmte Studie über Leben und Werk des Erasmus 1924 für die Reihe »Great Hollanders« des amerikanischen Scribner-Verlags; erst danach erschien das Buch in einer annotierten niederländischen Fassung. Wie viele Werke Huizingas untersucht auch Erasmus – vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Krisen im Europa der Weltkriege – die Erscheinungsformen des geistigen Wandels in der Geschichte. Erasmus erscheint hier in deutscher Neuübersetzung, begleitet von der erstmals in eine andere Sprache übersetzten Studie Huizingas über den niederländischen Maler und Dichter Jan Veth (1864–1925), mit dem Huizinga eine enge Freundschaft verband.
Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne
Erschöpfung ist zu einer der häufigsten Zeitdiagnosen unserer Gegenwart avanciert. Ausgangspunkt des Bands ist die These, dass die Entstehung der modernen Arbeits- und Leistungsgesellschaft schon immer von Erschöpfungsgeschichten begleitet wird.
Sie bilden Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne, in denen teils offen, teils verdrängt ein Unbehagen an der Kultur zum Ausdruck kommt, das mit der Negation von Arbeit und Produktivität Leitbegriffe des modernen Selbstverständnisses infrage stellt. Die Beiträge dieses Bands unternehmen den Versuch, die Moderne als Erschöpfungsgeschichte zu lesen. Dabei rücken nicht nur das Verhältnis von Erschöpfung, Kapital und Arbeit sowie mit Erschöpfung assoziierte Pathologien (Burnout, Depression) in den Fokus. Mit Blick auf die Literatur geht es ganz zentral um Schreibweisen sowie die spezifische Verfasstheit einer „Ästhetik der Erschöpfung“.
25 Jahre Stadtarchäologie Paderborn
Editors: Martin Kroker and Sven Spiong
Seit über 25 Jahren erforscht die Paderborner Stadtarchäologie die Frühgeschichte der Stadt. Mit dem inzwischen vierten Stadtarchäologieband in der Reihe der MittelalterStudien zieht sie erneut Bilanz und berichtet über neue Forschungsergebnisse. Ein Schwerpunkt des Buches sind die Ausgrabungen der Jahre 2004 bis 2008 im Domkloster und in einem Areal des Busdorfstiftes. Dabei konnten erstmals die Überreste früher Kurien der Dom- und Stiftsherren identifiziert und untersucht werden. Ferner beleuchten vertiefende Untersuchungen das frühstädtische Umfeld des Bischofssitzes und seine Entwicklung zu einer befestigten mittelalterlichen Stadt mit festgefügten Hausstätten.
Narrationen des Ruhrbergbaus
Volume Editor: Arnold Maxwill
Das Ruhrgebiet, polyzentrisches Städtekonglomerat, ist gleichermaßen Arbeits- und Erinnerungslandschaft. Die montanindustrielle Vergangenheit prägt diese Region: strukturell, physiognomisch, mental. Auch wenn die komplexe Konstellation von Ausbeute, Abbrüchen und Pfadabhängigkeiten längst andere, teils widersprüchliche Dimensionen angenommen hat, bleibt doch ein unkoordiniertes Knäuel aus Projektionen und Narrationen, aus peripheren Konflikten. Diese Repräsentationsmodelle und Erzählstrategien werden interdisziplinär befragt, bewertet, diskutiert. Neben Texten Joseph Roths, Heinrich Hausers, Hans Dieter Baroths, Max von der Grüns u.a. stehen filmische Langzeitbeobachtungen, Fotografien, Lebenserinnerungen, auch Marketingkampagnen und museale Inszenierungen von Arbeit im Fokus. Die narrativen Muster bewegen sich im weiten Feld von selbstreferenzieller Bestätigung und dissonanter Transformation.
Eigenbedeutung lyrischer Schriftlichkeit am Beispiel Thomas Klings
Author: Lisa Müller
Wie bringt die Graphik der Schrift poetische Sprache zum Ausdruck? Diese Studie untersucht Schrift als genuines lyrisches Darstellungs- und Ausdrucksmittel und gibt Einblick in schriftgraphische Bedeutungsdimensionen. Jahrtausendealter Traditionen visueller Poesie ungeachtet ist die Lyriktheorie noch immer dominant phonozentrisch geprägt. Gegen diese Tendenz richtet die Autorin ihre zentrale These von der Eigenbedeutung lyrischer Schriftlichkeit und erarbeitet ein dezidiert lautsprachenneutrales Konzept der Gedichtschrift jenseits ausgestellter (etwa notationeller, ikonischer oder ideographischer) Visualität. Auf dieser Basis untersucht sie die elementare Schriftpoetik des deutschsprachigen Lyrikers Thomas Kling. Gestützt von der Rekonstruktion exemplarischer Textgenesen zeigt sie, wie ein mediengenuines Konzept der (Gedicht)Schrift für die Lyrikanalyse fruchtbar gemacht werden kann.