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Religionsphilosophie von Kant zu Nietzsche
Author: Edith Düsing
Es geht um die bis heute währende Auseinandersetzung zwischen Atheismus und Religionsphilosophie. Im Ausgang von Kants Kritik des Atheismus und seiner ethisch fundierten Gotteslehre wird eine Typik von Denkformen des Atheismus entworfen. Anhand dieser Typik kann die Eigenart von Nietzsches Atheismus herauskristallisiert werden.
Des Näheren wird Nietzsches Verfremdung von Kants Gottespostulat untersucht. Grundstürzende Konsequenz ist Nietzsches Voraussicht des europäischen Nihilismus. In Entsprechung zu Nietzsches Destruktion der Gottesidee steht die von ihm konsequent zu Ende gedachte und in der Folgelast gefährliche Umkehr der Tradition der Geistseele zur Tierseele des Menschen. Dieser düsteren Prophetie werden klassische Modelle des Verhältnisses von Gott und Ich bei Fichte, bei Hegel, bei Hölderlin und Kierkegaard in ihrer argumentativen Klarheit und Überzeugungskraft entgegengestellt.
Dantes Commedia verdankt ihre anhaltende Faszination einer zeitgenössisch bereits wahrgenommenen, aber in der Forschung bislang kaum gewürdigten Poetik des Ungesagten.
In Auseinandersetzung mit politischen und religiösen Begrenzungen der Rede verleiht Dante den ungesagt bleibenden Dingen mit poetischen Mitteln eine neue Form. Die Leerstelle zieht die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und fordert zum Kommentar heraus. An ihr entzündet sich eine potentiell gefährliche Lust am Lesen. Dantes Momente des Schweigens begründen die Resonanz seines Werks mit der jeweiligen Gegenwart. Mit dem Ungesagten reklamiert Dante für die profane volkssprachliche Dichtung eine Dimension von Textualität, wie sie sonst nur der Heiligen Schrift zukommt und die Erich Auerbach als Stilart des Alten Testaments bezeichnet hat.
Das Radio in der sowjetischen Kultur der 1920er und 30er Jahre
Author: Jurij Murašov
Marshall McLuhans Ausspruch »The medium is the message« gilt in besonderer Weise für das Radio der Sowjetzeit. Indem es Inhalte einem massenhaften Publikum in akustischer Form vermittelt, wird das Radio zum revolutionären Medium, das bürgerliche Wissensformen der Buchkultur zugunsten eines sowjetischen, utopischen Weltverstehens zu überwinden verspricht. Die medienhistorische Studie zeigt auf, wie in den 1920er Jahren die Radiophonie bildungspolitische und künstlerische Visionen freisetzt. Diese verdichten sich mit dem massenmedialen Aufstieg des Radios in den 30er Jahren zu einer Poetik des Akusmatischen, die alle Bereiche der Kultur durchdringt. Sie manifestiert sich im sozialistischen Realismus der optimistischen Literatur und Kunst und prägt das familiale Verständnis von politischer Macht. Schließlich wirkt sie hinein bis in den diskursiven Innenbereich wissenschaftlicher Disziplinen – Linguistik, Recht, Physiologie, Biologie, Ökonomie – und lässt eine sowjetische Wissenschaft entstehen.
Produktion in Skandinavien und Rezeption im deutschsprachigen Raum
Im skandinavischen Kriminalroman dringt das Verbrechen meist von außen in die Gesellschaft ein und insbesondere Russland gilt als Ursprungsort des Bösen. Damit leistet diese auf dem deutschsprachigen Buchmarkt äußerst populäre Gattung eine Fremdbeschreibung Russlands, die sowohl in Skandinavien als auch Deutschland breit rezipiert wird. Die zentrale Fragestellung dieses Buches geht den Produktions- und Transfermechanismen nach, die bei der Übernahme gesellschaftspolitischer Diskurse und Kontaktereignisse in die Fiktion zum Tragen kommen. Welche Elemente werden für die Beschreibung russischer Figuren verwendet, welche Veränderung erfahren sie über den Zeitraum der letzten fünfzig Jahre und wie vermischen die Erzählungen dabei Fakten und Fiktion? Zusätzlich werden auch die Vermarktungsstrategien bei der Übersetzung ins Deutsche analysiert, sodass anhand dieser Transferkette auch die Distributionswege von Stereotypen offengelegt werden können.
"Erasmus" und "Jan Veth. Sein Leben und Schaffen". Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel
Author: Johan Huizinga
Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga verfasste seine berühmte Studie über Leben und Werk des Erasmus 1924 für die Reihe »Great Hollanders« des amerikanischen Scribner-Verlags; erst danach erschien das Buch in einer annotierten niederländischen Fassung. Wie viele Werke Huizingas untersucht auch Erasmus – vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Krisen im Europa der Weltkriege – die Erscheinungsformen des geistigen Wandels in der Geschichte. Erasmus erscheint hier in deutscher Neuübersetzung, begleitet von der erstmals in eine andere Sprache übersetzten Studie Huizingas über den niederländischen Maler und Dichter Jan Veth (1864–1925), mit dem Huizinga eine enge Freundschaft verband.
25 Jahre Stadtarchäologie Paderborn
Editors: Martin Kroker and Sven Spiong
Seit über 25 Jahren erforscht die Paderborner Stadtarchäologie die Frühgeschichte der Stadt. Mit dem inzwischen vierten Stadtarchäologieband in der Reihe der MittelalterStudien zieht sie erneut Bilanz und berichtet über neue Forschungsergebnisse. Ein Schwerpunkt des Buches sind die Ausgrabungen der Jahre 2004 bis 2008 im Domkloster und in einem Areal des Busdorfstiftes. Dabei konnten erstmals die Überreste früher Kurien der Dom- und Stiftsherren identifiziert und untersucht werden. Ferner beleuchten vertiefende Untersuchungen das frühstädtische Umfeld des Bischofssitzes und seine Entwicklung zu einer befestigten mittelalterlichen Stadt mit festgefügten Hausstätten.
Georges Perec und die Räumlichkeit der Literatur
Author: Julia Dettke
Was bedeutet eigentlich literarische Räumlichkeit? Julia Dettke entwickelt Analysekategorien, um zu beschreiben, wie es Texten gelingt, sich als von den Lesenden begehbare Räume zu inszenieren. Im Zuge des spatial turn sind eine ganze Reihe von Untersuchungen zu Literatur und Raum erschienen; die spezifi sch literarische Räumlichkeit ist dabei aber ein weithin blinder Fleck geblieben. Anhand zahlreicher literaturgeschichtlicher Beispiele und in Detailuntersuchungen von Georges Perecs Espèces d’espaces (1974) und La Vie mode d’emploi (1978), die auch bislang unveröffentlichte Typoskripte aus dem Nachlass des Autors einbeziehen, unterscheidet die Studie drei Ebenen des poetologisch-selbstrefl exiven Bezugs von Texten auf Räume: Paratext, Schrift und Seitenraum sowie narrative Transgressionen. Sie stellt somit auch ein Begriffswerkzeug bereit, das über die französische Avantgardeliteratur hinaus herausarbeitet, wie durch Räumlichkeit die literarische Form neu verhandelt wird.
Film-, Dia- und Videoinstallationen prägen die Gegenwartskunst seit den 1990er Jahren. Eines ihrer auffallendsten Merkmale ist die Arbeit mit den verschiedenen zeitlichen Ebenen des bewegten Bildes. In den Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie Tacita Dean, Douglas Gordon, Mark Lewis und James Coleman spielen Zeitlichkeit und Geschichtlichkeit eine entscheidende Rolle. Zeit als bildliches Phänomen wird hier mittels ästhetischer Praktiken sichtund erfahrbar gemacht. Durch bildliche Strategien wie die Manipulation der Dauer der Bilder, ihrer Bewegungen, Rhythmen und Dynamiken realisiert sich in den Werken gleichzeitig eine spezifische Geschichtlichkeit. So entstehen hybride Bildwerke zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Gegenwart und Geschichte. Der Band bietet detaillierte Analysen und Interpretationen zahlreicher Schlüsselwerke der vergangenen 25 Jahre.
Open Access
Historische und zeitgenössische Bildpraxen in globalen Kulturen
Series:  dynamis
Bilder steuern zentral die Wahrnehmung von Kulturen. Begreift man Kultur als gesellschaftspraktische Lebensform, dann lassen sich Bildkulturen als Gesamtheit der bildlichen Repräsentationen und Bildpraktiken, als Praktiken der Inkorporation von Denken und Handeln bestimmen, durch die Wirklichkeiten visuell konstruiert und behauptet werden. Die Erforschung von Bildkulturen wirft entsprechend die Frage nach dem ›Imagineering‹ auf, dem mentalen und physischen Erzeugen von Bildern, nach Bildtechniken, Bildpraktiken und Bildagentschaften. Eine Bildkulturwissenschaft widmet sich ferner dem Umgang mit und dem Verhalten zu Bildern im Sinne eines spirituellen und profanen Kultus sowie den anthropologischen und kulturellen Verortungen von Bildern im Spannungsfeld zwischen ›ImagiNation‹ und Migration. Die Beiträge des Bandes eröffnen eine ›Bildpraxeologie‹ des Politischen und erweitern damit den Horizont der Kulturwissenschaften um geopolitische Aspekte der Bildverwendung.
Der Band geht der wechselseitigen Durchdringung von visuellen Künsten und Naturwissenschaften bzw. Naturphilosophie im Kontext der europäischen Romantik nach.
Die Romantik als eine geistige Bewegung entfaltete sich in Europa auf Grundlage der allgemeinen Überzeugung, dass Kunst eine Form von Wissenschaft sei und umgekehrt. Viele Dichter und Künstler sowie Naturwissenschaftler waren bestrebt, empirische und kreative Formen der Welterkundung miteinander zu verbinden. Die Aufsätze in diesem Sammelband untersuchen die Entstehung einer „romantischen Wissenschaft“ und ihre Beziehung zur bildenden Kunst, worin objektive und subjektive Formen der Forschung gleichgestellt wurden.