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Obgleich Bilder längst wie kein anderes Medium unsere Alltagskultur beherrschen, ist unsere visuelle Kompetenz noch immer außerordentlich mangelhaft ausgeprägt. Noch immer werden Bilder ausschließlich als 'Bilder von etwas' verstanden, statt in ihrer eigenen Leistung und Logik. Der von den zur Zeit wohl prominentesten Bild-und Kunstwissenschaftlern Gottfried Boehm und Horst Bredekamp herausgegebene Band macht mit diesem Vorurteil Schluss. Er versammelt nicht nur bedeutende Experten aus verschiedenen Disziplinen und Ländern, sondern auch schön lesbare und faszinierende Antworten auf höchstmöglichem Niveau.
Mythos und Metapher
Author: Iris Wien
Welche Funktionen vermochte die Mythologie in der Malerei nach der drastischen Aufklärungskritik noch zu erfüllen? Nach dem radikalen Bedeutungsverlust und den rationalistischen Anfechtungen konnte der Mythos nicht mehr einfach als bedeutungsstiftendes Verweissystem für die politische und kulturelle Repräsentation dienen. Der englische Maler und Kunsttheoretiker Joshua Reynolds (1723–92) leistete mit seinen neuartigen Bildverfahren zur Beantwortung dieser Frage einen entscheidenden Beitrag. In seinem Werk zeichnet sich eine Neuinstrumentalisierung des Mythos ab, die nicht seine Moral, sondern sein Assoziationspotential nutzt.
Hans Jantzen sprach angesichts der gotischen Architektur von der 'diaphanen Wand'. Der Historismus hatte Angst vor der Durchsichtigkeit, vor der Leere und bekämpfte diesen horror vacui mit dem Willen, jede Freifläche ornamental auszufüllen, zu bebildern und zu beschriften. Was bedeutet historisches Bewusstsein im 21. Jahrhundert? Das Innere des 'Kaiserdoms' zu Königslutter wird nach den Entwürfen August Essenweins restauriert, eines Architekten aus der Spätzeit des Historismus. Diese Wiederherstellung gibt Anlass zur Konfrontation geschichtstheoretischer Erwägungen mit einem konkreten Bauwerk.
Exotismus, Rassismus und Sexismus in der Kunst