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Haushalten mit Sichtbarkeiten
Series:  Eikones
Mit Texten von Jacques Derrida, Emmanuel Alloa, Matthias Bruhn, Kathrin Busch, Martina Dobbe, Francesca Falk, Georg Frank, Marie-José Mondzain, Alexander Nützenadel, Michael Renner u.a.
Zum Umgang mit dem Neuen Bauen 1933-1945
Author: Anke Blümm
Galt das Neue Bauen der Weimarer Republik im Nationalsozialismus als »entartet«? Die Frage liegt nahe, da die avantgardistische Architektur seit ihrem Entstehen genauso umstritten war wie z.B. moderne Malerei und Literatur, die nach 1933 als »entartet« verfemt wurden. Die Analyse enthüllt in exemplarischer Weise die Widersprüche zwischen Ideologie und Praxis im NS-Staat, deren Ursache im Wesen der Architektur als komplexem Zusammenspiel von Kunst, Nutzung und Wirtschaftsfaktor liegt.
Aspekte von Zeitlichkeit in Selbstporträts der italienischen Frühen Neuzeit
Series:  Eikones
Author: Fabiana Cazzola
Anhand einer Auswahl von Selbstporträts ›im Akt des Malens‹ aus der italienischen Malerei der Frühen Neuzeit, die gleichzeitig etwas Vergangenes und etwas Zukünftiges darstellen, werden die Möglichkeiten der Erfahrung und Visualisierung von Zeitlichkeit beleuchtet. Um welche Aspekte der Zeitlichkeit handelt es sich? Wie lässt sich Zeitlichkeit im kunstvollen Umgang mit der künstlerischen Selbstreflexion erkennen? Wie entsteht Zeitlichkeit durch den körperlichen Ausdruck der dargestellten Figur des praktizierenden Künstlers? Befragt werden die Mechanismen der zeit-räumlichen Dynamisierung der Darstellung: Es wird auf das Thema der Zeitlichkeit eingegangen, um eine These zur zeitlich-prozessualen Dimension dieser Bildauswahl zu entwickeln.
Intuition ist ein Glücksfall für Künstler, wird von kühlen Rationalisten aber abgelehnt. Doch was genau ist Intuition?
Intuition wird als plötzlich sich einstellendes, umfassendes Wissen verstanden, als eine Erkenntnisform, die auf anderen Denkprozessen basiert. Diese andere Form des Denkens, eine von der analytischen Rationalität abweichende »Vernunft«, ist angesichts der aktuellen Einsicht in die Unzulänglichkeiten rein rationaler Konzepte und mechanistischer Menschenbilder als komplementäre Erkenntniskraft von zentralem Interesse.
Als Ressource, die es zu nutzen gilt, wurde die Intuition längst entdeckt. Diese Entdeckung führt jedoch nicht nur zur Wiederkehr, sondern auch zur Verflachung des Begriffes »Intuition«, der diskursgeschichtlich eine ebenso wechselhafte wie einflussreiche Geschichte hat.
Peripatetisches Sehen in den Bildkulturen der Vormoderne
Series:  Eikones
Einem wirkmächtigen Argument zufolge hat sich in der westlichen Tradition mit der perspektivischen Repräsentation im 15. Jahrhundert ein normativer Bildbegriff etabliert, der dem Betrachter einen fixen Standpunkt zuweist und die Bildbetrachtung aus rituellen Zusammenhängen herauslöst.
Eine (kinästhetische) Mobilität der Wahrnehmung bestimmte die vormodernen Bildkulturen: Bilder beziehen sich an ihren Aufstellungsorten auf Raumbewegungen; ihr innerer Aufbau zieht eine wandernde Schaubewegung auf sich; ihre Handhabe versetzt sie – wie Flügelaltäre – selbst in Bewegung. Die Beiträge verfolgen das peripatetische Sehen in wechselnden Gattungen und historischen Situationen. Mit Beiträgen von: Hans Aurenhammer, Michele Bacci, Steffen Bogen, Jörg Dünne, Iain Fenlon, David Ganz, Jacqueline Jung, Roland Krischel, Iris Laner, Jasmin Mersmann, Stefan Neuner, Sophie Schweinfurth.
Interviews mit Musikern
Wolfgang Doebeling trifft Mick Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Bill Wyman, Paul McCartney, Ringo Starr, Ray Davies, Pete Townshend, Graham Nash, David Bowie, Elvis Costello und Joe Strummer zum Interview.
Ein notwendiges Übel, eine lästige Pflicht – so sehen die meisten Musiker die obligatorischen Termine mit Medienvertretern. Eine neue Platte, eine anstehende Tournee wollen schließlich beworben sein.
Solange sich die Interview-Partner an die ungeschriebenen Regeln solcher Frage- und Antwort-Rituale halten, verläuft alles in vorhersehbaren Bahnen. Doch was passiert, wenn ausgetretene Promo-Pfade verlassen werden und man sich ins Dickicht von Historie, Kontextualität und Überzeugungen wagt? Welche überraschenden Wendungen können Konversationen nehmen, wenn Rede auf Gegenrede trifft? Die Gespräche in diesem Band geben darüber auf höchst unterschiedliche Weise Aufschluss.
Vom forschenden Entwerfen zur Entwurfsforschung der Architektur
Series:  Eikones
Kann Entwerfen eine Wissenschaft sein und wie lässt sich Entwerfen wissenschaftlich erforschen oder vermitteln?
In der Suche nach Antworten versammelt der Band Untersuchungen aus Architektur, Bauinformatik, Technikgeschichte, Philosophie, Ethnographie, Kunst- und Kulturwissenschaft, die sowohl praxisorientierte Überlegungen als auch systematische und historische Betrachtungen des Architekturentwurfs einbeziehen. Die unterschiedlichen Zugangsweisen können zeigen, dass Entwerfen nicht nur neue Artefakte hervorbringt, sondern zugleich neues Wissen generiert. Auf diese Weise wird das Entwerfen weit mehr als ein Gegenstand der Forschung. Erkannt als Mittel der Erkenntnisgewinnung, führt er auch zu einer überfälligen Neubewertung des Entwurfshandelns.
Series:  Eikones
Inwiefern ist die Architektur imaginär? Welche Spielräume des Imaginären werden durch Gebautes oder durch Baupläne eröffnet? Von der anderen Seite her: Ist die literarische Imagination architektonisch? Bedarf sie stets eines gestalteten Chronotopos, einer Formierung des Imaginierten? Da Räume, Gebäude, Städte in der Literatur nicht nur entworfen, sondern imaginär begangen werden: Kann man diese Innenansicht des imaginär Gebauten "Bildkritik" nennen? Die in diesem Band vorliegenden Beiträge widmen sich in einem interdisziplinären Parcours nicht nur den Überschneidungen und Wechselbeziehungen, sondern auch der gemeinsamen Basis von Architektur und literarischer Imagination. Raumsemantik und Bildlichkeit erweisen sich dabei als Kristallisationspunkte.
Belting, Boehm, Bredekamp, Burda
Author: Daniel Hornuff
Editor: Daniel Hornuff
Manche bezeichnen die Bildwissenschaft als neue Superdisziplin. Andere als puren Überfluss. Aber niemand kann sagen, für was die eine Bildwissenschaft steht – aus einem simplen Grund: Es gibt sie nicht.
Das Etikett Bildwissenschaft birgt unterschiedlichste Ziele und Methoden. Wer sie vereinheitlicht, verkennt ihre Möglichkeiten. Erst die Arbeit an ihren Differenzen profiliert Stärken und markiert Schwächen. Daher setzt das Buch vier Protagonisten der Bildwissenschaft in einen Widerstreit: Hans Belting, Gottfried Boehm, Horst Bredekamp und Hubert Burda. Der Kontrast ihrer Ansätze zeigt, dass das Entscheidende der Bildwissenschaften in ihrem Unterscheiden liegt.

Geologie in Bildern bei Ruskin, Viollet-le-Duc und Civiale
Series:  Eikones
Author: Jan von Brevern
Wer zeichne, so Eugène Viollet-le-Duc, der lerne zu sehen - »und Sehen ist Wissen«. Für die Geologie, die sich um 1850 in einer Theoriekrise befindet, leitet sich daraus ein Versprechen ab: Die Produktion neuer Bilder würde helfen, endlich die großen erdgeschichtlichen Fragen zu lösen. Der Zeichnung kommt hierbei eine wichtige Funktion zu. Doch die größten Hoffnungen konzentrieren sich auf ein junges Medium, dessen Potentiale noch kaum abschätzbar erscheinen – die Fotografie. In sechs Kapiteln fächert Jan von Brevern die historischen, technischen und ästhetischen Bedingungen geologischer Bilder im 19. Jahrhundert auf. Im Zentrum stehen dabei die »Bildexperten« John Ruskin, Eugène Viollet-le-Duc und Aimé Civiale. Auf ihren Skizzen und Fotografien, so die Überzeugung, wurde etwas sichtbar, das dem bloßen Auge verborgen blieb. Was man Bildern alles zutraute, aber auch, wie mit ihnen gearbeitet werden musste, damit sich die Erwartungen erfüllten: davon handelt »Blicke von Nirgendwo«.