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Wandlungen der Geschlechterbeziehungen in der abendländischen Kultur
»Liebe«, das sagt sich so leicht. Jeder scheint sich darüber im Klaren zu sein, was gemeint ist: das ewige und ewig gleiche Gefühl der Hingezogenheit von Männern zu Frauen und Frauen zu Männern, und – schon weniger unumstritten – von Frauen zu Frauen oder Männern zu Männern. Bernhard Rathmayrs eindrucksvolle Studie zeigt auf ebenso originelle wie unterhaltsame Weise: Liebe ist weitaus mehr. Mit ihr verbinden sich in der europäischen Kultur unzählige Geschichten, einige bislang noch unentdeckt.
Nach der pragmatischen Liebeskultur der Griechen und der zwischen Pflicht und Vergnügen schwankenden der Römer setzt mit der willkürlichen Heiratspolitik des mittelalterlichen Adels eine mächtige Strömung der Liebe im Abendland ein: die genealogische, dem Fortbestand des adeligen Geschlechts verpflichtete Liebe, die den Männern Freiheiten bis zum Frauenraub gewährt, und den Frauen ein Schicksal der Unterwerfung und Verdächtigung beschert. Ihr gegenüber stehen die Troubadoure, die die Liebe als Sehnsucht, die unerfüllte Liebe besingen: die romantische Liebe. Die Geschichte der Liebe im Abendland lässt sich als eine Geschichte der Anstrengungen lesen, diese beiden widersprüchlichen Kulturen der Geschlechterbeziehung in ein lebenstaugliches Verhältnis zueinander zu bringen. Bernhard Rathmayr begibt sich auf ihre Spuren von der Antike über die Neuzeit bis in die Gegenwart hinein.
Spätestens seit 1984, als die für die weitere Herder-Forschung initiale Tagung der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts stattgefunden hat, darf von einer Renaissance der Herder-Forschung gesprochen werden. Es ist an der Zeit, die seither unternommenen vielseitigen Bemühungen um das Werk dieses Theologen, Denkers und Literaten zu bündeln und unter weiterführenden Perspektiven zu fokussieren. Dies ist die Absicht des vorliegenden Handbuchs.
Chronologisch und nach den Gebieten Philosophie, Theologie, Poetik, Pädagogik und (Nach-)Dichtungen geordnet, erschließt dieses Handbuch nicht vollständig, aber doch umfassend die Schriften, Studien und Entwürfe Herders. Nicht zur Feier eines Klassikers, erst recht nicht zur bequemen Suche nach Schlagworten dienen die hier versammelten Artikel; sie verstehen sich als einführende und zu weiteren Forschungen anregende Beiträge, die teils bereits selbst eigenständige Forschungen enthalte
Für eine andere Kulturgeschichte Westeuropas
Author: Monika Walter
Kann eine innereuropäische Islamgeschichte einfach verschwinden? So haben Historiker, Kulturwissenschaftler und Philologen in Spanien und Frankreich seit den 1990er Jahren zu fragen begonnen.
Viele Spezialstudien sind den Spuren dieser Islamgeschichte als Religion, Zivilisation und muslimischer Lebenswelt gefolgt. Ein Bogen spannt sich seit 711 vom Sarazenen-Einfall bis zur »Rückkehr der Morisken« als Arbeitsmigranten im modernen Spanien. Diese Spuren finden sich in Gestalt von Sklaven, Händlern, Diplomaten im Frankenland bis zu den Maghrebinern im heutigen Frankreich. Doch sie treten auch in einer anderen Lektüre der abendländischen Klassiker zutage, schaut man genauer bei Abaelard, Cervantes, Voltaire bis zu Camus und Goytisolo nach. Die Autorin geht der Frage nach, warum dieses Kulturerbe allmählich aus der nationalen und europäischen Geschichtsschreibung verschwunden ist, bis allein die These von der Unverträglichkeit des Islam mit europäischen Werten übrig geblieben zu sein scheint.
Festschrift für Patricia Oster zum 60. Geburtstag
Die Pariser Brücke »Le Pont des Arts« verbindet zwei symbolträchtige Orte miteinander: Louvre und Institut de France als Sinnbilder für Kunst und Wissenschaft. Diese ›Brücke der Künste‹ wird somit zum Ausgangspunkt einer Re?exion über die Brücke im konkreten, aber auch im übertragenen Sinne, als Denk?gur für einen Brückenschlag zwischen den Künsten. Die Beiträge aus den Bereichen Romanistik, Germanistik, Slawistik, Komparatistik, Medien- und Kulturwissenschaft sowie Kunstgeschichte beleuchten Texte, Bilder und Filme, in denen sich eine Poetik der Brücke und des künstlerischen Brückenschlags veranschaulicht. Daneben nehmen französische und deutsche Gegenwartsautoren die Brücke in ihrer Lyrik sowie ihren Essais in den Blick.
Studien
Die Humanisierung von Religion ist die Grundintention von Lessings letztem Drama. Das bedeutet: Religion ist unsere eigene Aufgabe. In der autonomen Kunst findet diese Humanisierung ihren angemessenen symbolischen Ausdruck.
Heute ist es notwendiger denn je, sich auf eine zentrale Idee der Aufklärung zu besinnen, für die in der Moderne die autonome Kunst das größte kulturelle Symbol darstellt: auf die ›Sakralität der Person‹ (H. Joas). Wolfgang Braungarts Studien, die von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwartsliteratur reichen, haben nicht nur im Blick, was man die moderne Kunstreligion nennt: die Sakralisierung der Kunst selbst. Vor allem betrachten sie ein spezifisches, im 18. Jahrhundert begründetes Verhältnis von Kunst und Religion und ein spezifisches Verständnis des Menschen. Wir müssen Religion so machen, dass sie ihrer Wahrheit, die der Mensch selbst ist, dient. Dabei muss der Gedanke der Transzendenz keineswegs notwendig verlorengehen. Die Kunst, wie sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gedacht wird, ist nach beiden Richtungen offen: zum radikal Humanen wie zur Transzendenz.
Author: Rainer Warning
Rainer Warning bietet ebenso kundige wie konzise Navigationen durch die verlorene und nie so ganz wiedergefundene Zeit. Als einer der versiertesten Proust-Kenner Deutschlands versucht er nicht, eine umfassende Einführung in die Recherche du temps perdu zu liefern – ein ohnehin zum Scheitern verurteiltes Vorhaben. Vielmehr lädt dieses Buch dazu ein, die Beschäftigung mit Prousts epochalem Werk ohne Scheu zu wagen. Warnings Lektürevorschläge, obgleich mit allen Wassern der Literaturtheorie von Bachtin, über Barthes bis Foucault und Deleuze gewaschen, richten sich nicht nur an die wissenschaftliche Leserschaft, sondern auch an Literaturliebhaber und solche, die es werden wollen. Seinen Vorschlägen zu folgen, verspricht eine Fülle neuer Einsichten und Durchblicke, die dieses buchstäbliche Lebens-Werk auch denen erschließen, die bisher ehrfürchtig vor ihm zurückgeschreckt sind.
Im Zentrum dieser kulturgeschichtlichen Untersuchung steht die Frage, wie die aristokratische Schicht im mittelbyzantinischen Reich (10. - 13. Jahrhundert) gesellschaftlich sichtbar auftrat und welche Strategien sie zur Selbstdarstellung entwickelte.
Systematisch wertet Grünbart alle verfügbaren Zeugnisse aus, um die Wirkung von Kleidung, das kultivierte Auftreten, die Wichtigkeit der Familienzugehörigkeit, den entsprechend ausgestalteten Wohnraum und Stifter-/Patronagetätigkeiten zu untersuchen. Es zeigt sich, dass sich die aristokratischen Familien, die sich zunehmend in der Hauptstadt Konstantinopel konzentrierten, in einem steten Konkurrenzkampf untereinander befanden und keine Mittel scheuten, sich in Szene zu setzen. Die Studie betritt mit ihrer Fragestellung Neuland und trägt zum Verständnis der Dynamik der byzantinischen Gesellschaft bei.
Studien zum Verhältnis von Wissensordnungen und Erzählformen
Author: Hilmar Kallweit
Kallweit zeigt, wie dominant werdende Ordnungen des Wissens sich in kulturellen Bereichen auswirken, insbesondere in der Literatur.
Zwei historische Präzedenzfälle, situiert an der Epochenschwelle zur Frühen Neu-zeit und dem Beginn der Moderne, werden untersucht. Einerseits das Ord-nungsgerüst der »Loci communes« inner--
halb der Topica universalis humanistischer und barocker Wissenschaft, das die Rolle eines Universalschlüssels aller Wissensmaterien und Erzählkompendien gespielt hat. Andererseits die neue Anthropologie leib-seelischer Konnexion am Beginn der Moderne, die im zeitgenössischen »Studium des Menschen« für Theorie und Erzählen im Roman leitend geworden ist. Mit vielen Quellentexten und Diskursen, anhand derer die Genese dieser Vorgänge erschlossen wird, eröffnen sich Explikationen für das jeweilige kulturelle Selbstverständnis der Zeit.
Ästhetische Erfahrung in der italienischen Lyrik des Mittelalters und der Renaissance
Author: Bettina Full
Nach Dante ist die volkssprachliche Dichtung nur erfunden worden, um von der Liebe zu sprechen. Allegorisch entwerfen Italiens Dichter seit dem 13. Jahrhundert einen neuen spirituellen Raum, der vom göttlichen Unsichtbaren und von intellektueller Erkenntnis gleichermaßen geschieden ist und sich in der Lektüre weiter ausbildet.
Die Studie verfolgt eine neue Dimension menschlicher Geistigkeit vom 13. bis 16. Jahrhundert. Der Bogen spannt sich von den bedeutendsten italienischen Dichtern des Mittelalters hin zu Petrarca, über den Florentiner Neuplatonismus bis zu Bruno. Beleuchtet werden die Referenzfelder, vor denen sich der innovative poetische Entwurf abzeichnet. Die Gedichte integrieren Theoreme der Theologie, Philosophie und Rhetorik, Formen religiöser Andachtspraxis und aktuelle Modelle der Erkenntnis-, Bild- und Zeichentheorie. Zwischen Adaption und Abgrenzung tritt die selbstbewusste Positionierung der vormodernen Dichtung hervor.
Author: Rolf Lohse
Das italienische Theater der Neuzeit entstand vor fünfhundert Jahren. Hunderte von Autoren schufen im 16. Jahrhundert ca. 1000 Tragödien, Komödien, pastorale Dramen und geistige Spiele für das neu entdeckte Theater.

Die Studie rückt die falsch gedeutete dichtungstheoretische Basis dieser bemerkenswerten Entwicklung zurecht. Das italienische Renaissancetheater entsteht auf der Basis spätantiker dichtungstheoretischer Vorstellungen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wird es mit aristotelischen Materialien angereichert. Eine Auswahl von 100 Stücken wird erstmals vor dem Hintergrund dieser verlässlich rekonstruierten Theoriekonfiguration lesbar gemacht. Diese Stücke erweisen sich als kreative und auf hohe Bühnenwirksamkeit zielende Neuerfindungen antiker Gattungen, die der Theatergeschichte Europas eine prägende Richtung geben.