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Author: Dieter Schnaas
Warum schlägt uns das Geld so sehr in seinen Bann? Der Zauber des Geldes - eine dämonische Macht? Kurz und prägnant erzählt uns Dieter Schnaas vom Mysterienspiel des Geldes seit seiner »Erfindung« vor mehr als 2700 Jahren. Von Sophokles und Aristoteles, über Shakespeare, Goethe, Novalis, bis hin zu Brecht und Enzensberger - keine gewichtige Stimme zum Thema Geld, die in dieser Kulturgeschichte nicht zu Wort kommt.
Die Kleine Kulturgeschichte des Geldes gliedert sich in drei große, aufeinander aufbauende Abschnitte. Zunächst erzählt uns der Autor vom »Zauber des Geldes«, dann von der »Natur des Geldes«, »Der Preis des Geldes« beschließt das Buch. Kurz, prägnant und fundiert zeigt Schnaas seinen Lesern, wie sich das Geld vom ursprünglichen, universellen Symbol der Hin-Gabe an Gott über Münzen, Wechsel, Papiergeld bis hin zum Kreditwesen nach und nach in eine Fiktion verwandelt. Das Ergebnis: eine Geld-Welt-Moderne, deren wahres Gesicht eine religiös fundierte Pumpwirtschaft ist. Seine Folgen: Die große Finanzkrise 2008. Im Verlauf des Buches geht Schnaas auf Distanz zu den ehernen Gesetzen der klassischen Nationalökonomie. Er nimmt Abstand von der berühmten These Max Webers, die innerweltliche Askese der Protestanten sei eine wichtige Triebkraft des Kapitalismus gewesen. Am Ende seiner »Kritik des »Geldes« wagt er selbst eine verblüffende und provokante These: Ausgerechnet das moralfreie Geld besitzt die Fähigkeit, uns von ihm zu distanzieren. Es eröffnet uns Spielräume jenseits aller Rationalitätszwänge. Ob wir diese Spielräume nutzen – davon hängt der künftige Erfolg des Geldes ab.


Aus dem Inhalt:

I. EINLEITUNG

II. DER ZAUBER DER GELDES

1. DIE ALCHIMIE DER GELDSCHÖPFUNG
2. DIE THEOLOGIE DER GELDILLUSION
3. DIE SCHWARZKUNST DER GELDVERMEHRUNG
4. DIE HEXEREI DER GELDVERWANDLUNG
5. DIE MAGIE DER GELDVERSCHWINDUNG

III. DIE NATUR DES GELDES

1. REPRÄSENTANT EINER PARADOXEN (POST-)MODERNE
2. PRODUZENT VON SYSTEMVERTRAUEN
3. ZIVILIST AUS AKTIVER TEILNAHMSLOSIGKEIT
4. PIONIER EINER NEUEN WEISHEITSLEHRE
5. WERTMESSER IM WORLD TRADE CENTRE
6. LEBENS-MITTEL UND LEBENS-ZWECK
7. DIE HUMANISTISCHE GELD-REFORMATION
8. DRESSEUR DES HOMO OECONOMICUS
9. DIE KATHOLISCHE GELD-REVOLUTION

IV. DER PREIS DES GELDES

1. TIME IS MONEY? MONEY IS TIME!
2. DER SÜNDENFALL: VOM ÄHRENGOLD ZUR ÄRA GOLD
3. MÜNZKÄFER UND MAMMONSBRÜDER
4. DIE EIGENTUMSFRAGE: GELD ODER LEBEN?
5. VOM SCHRÖPFEN UND SCHÖPFEN
6. DIE NEBENKOSTENABRECHNUNG

Säkularisation, Kultur und Kapitalismus um 1700
Der Satiriker Ward ließ keine Gelegenheit aus, die Mitglieder des Dissent bloßzustellen. Damit analysierte er das (Webersche) Junktim von Gläubigkeit und kapitalistischer Effizienz korrekt und stellte es an den Pranger. Diese trotz aller sprachlicher Extravaganzen scharfe Beobachtung galt für seine wunderbaren Beiträge in der eigenhändig verfassten Zeitschrift The London Spy (1697-99) ebenso wie in vielen anderen Beschreibungen gesellschaftlicher Charaktere und der Räume, in denen sie aufeinanderprallten. Nicht Addison oder Steele waren die Begründer des periodischen Schrifttums, sondern Autoren wie Ward.
Mit Beiträgen zu: Max von der Grün, Erich Loest, Peter Rühmkorf, Peter Schneider, Dieter Wellershoff, Eva Demski, Herta Müller, Günter Kunert, Uwe Timm, Hanns-Josef Ortheil, Friedrich Christian Delius, Anne Duden, Hartmut Lange, Wilhelm Genazino, Volker Braun, Angela Krauß, Arnold Stadler, Josef Haslinger, Marcel Beyer, Robert Schindel, Ulrich Woelk, Robert Menasse, Judith Kuckart, Werner Fritsch, Albert Ostermaier, Lea Singer, Kathrin Röggla und Doron Rabinovici.
Seit 30 Jahren besteht an der Universität Paderborn die nach Frankfurt/Main älteste Poetikdozentur in Deutschland. Sie wurde gegründet mit dem Ziel, durch die Begegnung mit Autoren und Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur Einsichten in literarische Prozesse, künstlerische Eigenarten, Bedeutungs- und Wirkungsdimensionen des geschriebenen Wortes zu vermitteln, Einblicke in die Bedingungen des Schreibens selbst, in die Arbeitsweisen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu gewähren und von hier aus das Verständnis von Literatur zu fördern. Mit ihren selbstreflexiven Momenten bieten die in der Mehrzahl veröffentlichten Poetikvorlesungen der Paderborner Gäste eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit ästhetischen Strukturen, Formungsweisen des literarischen Textes, Motivverdichtungen und Intentionen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur. Diese am Werk zu rekonstruieren, ist das Ziel des Bandes »Poetologisch-poetische Interventionen: Gegenwartsliteratur schreiben«. Er enthält Beiträge von renommierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zu allen Paderborner Poetikdozenten und -dozentinnen der letzten dreißig Jahre und bietet damit einen repräsentativen Querschnitt durch die deutschsprachige Gegenwartsliteratur.
Grundlegung einer systematischen Literaturwissenschaft
In seinem Buch Text als Handlung, das er jetzt in überarbeiteter und wesentlich erweiterter Form vorlegt, vertritt Karlheinz Stierle die Notwendigkeit einer systematischen Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer Max Weber verpflichteten allgemeinen Handlungstheorie. Stierles Versuch, unterschiedliche kulturwissenschaftliche Theorietraditionen zusammenzuführen, ist geleitet von der Voraussetzung, dass erst die systematisch aufgeklärte Frage an den Text das Zusammenspiel von einmaliger Form und verborgener Struktur freilegen kann.
Stierles Plädoyer für eine systematische Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer allgemeinen Handlungstheorie hat seine abschließende Form gefunden. An einer Reihe exemplarischer Interpretationen wird verdeutlicht, wie die systematisch aufgeklärte Frage an den Text, weit entfernt davon, ihn in ein abstraktes Schema zu pressen, diesen in immer neuer Weise zum Sprechen bringt.
Wie der Liberalismus an der Grenze an seine Grenzen kommt
Author: Francesca Falk
Grenzen produzieren Widersprüche, sie sind die Bruchlinien unserer Gesellschaft. Francesca Falk zeigt nun, dass Grenzen vor allem Instrumente sind, die Gewalt produzieren und legitimieren.
Grenzen beherrschen die gesellschaftlichen und politischen Debatten und inspirieren zahlreiche wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten. Globale Probleme erhalten an Grenzen eine mediale Sichtbarkeit. Das Thema der Grenz- und Migrationspolitik wird in einem Rückgriff auf die Bildlichkeit der politischen Theorie mit und gegen Michel Foucault, John Locke und Thomas Hobbes diskutiert. Auf diese Weise gelingt es, Grenzen in ihrer geschichtlichen Veränderlichkeit und ihrer Kontingenz darzustellen.
Zur Theatralität des Fliegens in der Frühen Neuzeit
Himmels-Falten eröffnet eine neue Perspektive auf die Geschichte der Luftfahrt, indem es das Theater der Frühen Neuzeit als einen Schauplatz aviatischer Wissensproduktion herausstellt. Die Zeitspanne von Leonardo da Vincis Flugstudien um 1500 bis zur ersten erfolgreichen Ballonfahrt durch die Montgolfière (1783) war eine Latenzzeit, in der Flug und Luftfahrt ihrer sakralen Bedeutung zunehmend enthoben, aber noch nicht im Bereich wissenschaftlicher Evidenz und technischer Realisierbarkeit angelangt sind. Wie die Studie zeigt, ist es gerade diese unscharfe Kontur des Fliegens, die in Kunst und Wissenschaft auf produktives Potenzial trifft: Der Flug wird zum Untersuchungsgegenstand und Aushängeschild der neuen Wissenschaften, zum Ansporn handwerklichen Erfindungseifers, zur beliebten Metapher in Rhetorik, Philosophie und Reiseliteratur sowie zum ästhetischen Faszinosum der Theater- und Festkultur. Viktoria Tkaczyk nimmt acht exemplarische Interferenzbereiche zwischen Flugkunst und -wissen in den Blick, so beispielsweise Leonardo da Vincis Theaterarbeit, die Einfluss auf die prominenten Flugmaschinen des italienischen Ingenieurs genommen hat.
Herausforderungen eines kulturwissenschaftlichen Paradigmenwechsels in den Altertumswissenschaften
Für die ägyptologische Methodik und Didaktik stellt der gegenwärtige kulturwissenschaftliche Paradigmenwechsel eine besondere Herausforderung dar. In 38 Beiträgen werden die vielfältigen epistemologischen Schwierigkeiten, aber auch die Chancen diskutiert, die sich aus dem kulturwissenschaftlichen Paradigmenwechsel ergeben. Aus dem Gespräch von Ägyptologie, Kultur-, Geschichts- und Religionswissenschaft, Linguistik, Archäologie und Museologie ergeben sich neue Perspektiven. Nicht zuletzt gelingt es den Beiträgen, Impulse für die Entwicklung fachübergreifender Fragestellungen der verschiedensten kulturwissenschaftlichen Diskurse zu geben.
Entwurf einer kulturgenetischen Theorie
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind alle Träume vom Weltfrieden zerplatzt. Es herrscht Dauerstress und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Allen Weltfriedensordnungen, wie Francis Fukuyamas Ende der Geschichte, können nur noch Absagen erteilt werden. Einen dauerhaft kriegsfreien Zustand werden wir nie erreichen.
Die Natur der Kulturen macht klar, warum: Statt billigen Trost zu spenden, erhärtet es Mühlmanns kultur-evolutionäre These, dass Kulturen immer entweder von realen externen Stressoren attackiert werden oder auf paranoide Weise selber Stress erzeugen, der schließlich zu internen oder externen Konflikten und Aufständen führt. Was wir zur Zeit in der arabischen Welt beobachten, gibt dafür die Anschauung. Eine frühe Fassung von Die Natur der Kulturen ist 1996 erschienen und löste überall vehementen Widerspruch aus. Doch Mühlmann hat entgegen aller Kritik Recht behalten. Es fragt sich nun, ob mithilfe seiner Theorie die vergangenen und zukünftigen Konflikte des frühen 21. Jahrhunderts voraussehbar waren und sind. Im Rückblick klärt Mühlmann, ob vielleicht sogar der 11. September mit dem Modell des periodischen Wechsels von Stress und Relaxation der westlichen Kulturen hätte vorhergesehen werden müssen.
Altägyptische Zeitkonzepte
Author: Jan Assmann
Der ägyptische Zeitbegriff hat zwei Eigentümlichkeiten: erstens gibt es nicht einen, sondern zwei Begriffe für das, was wir ›Zeit‹ nennen, und zweitens können wir diese Begriffe zugleich mit ›Zeit‹ und mit ›Ewigkeit‹ wiedergeben.
Sie bezeichnen die Zeit in ihrer Gesamtheit, ihrer unabsehbaren Fülle. Jan Assmann untersucht die Bedeutung dieses dualen Zeit/Ewigkeitsbegriffs in zwei Schritten. In einem ersten, »systematischen« Teil wird diese Zweiteilung der Zeit aus der Aspektopposition des ägyptischen Verbalsystems abgeleitet, das sich nicht, wie das uns vertraute auf die drei Zeitstufen Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, sondern auf die zwei Aspekte Imperfektiv/Perfektiv (unabgeschlossen/abgeschlossen) bezieht und mit verschiedenen Symbolisierungen und Personifikationen in Verbindung gebracht. Die eine Zeit der unendlich in sich kreisenden Bewegung, aus der die Zeiteinheiten der Stunden, Tage, Monate, Jahre hervorgehen ist die »Sternzeit«, die Zeit des Sonnengottes, die andere Zeit der unwandelbaren Dauer ist die »Steinzeit«, die Zeit des Osiris.
Im zweiten, historischen Teil untersucht Assmann den grundlegenden Wandel des ägyptischen Zeitdenkens in der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v.Chr. Die aus der Bewegung der Sonne um die Erde ausströmende Sternzeit füllt sich immer mehr mit dem Inhalt von Schicksal und Geschichte, die Zeit, und mit ihr das menschliche Leben und das Geschick des Landes, wird »in Gottes Händen« gedacht.
Der dritte Teil behandelt anhand der Vorstellungen vom Ende die Unterscheidung und den Zusammenhang von linearer und zyklischer Zeit, Irreversibilität und Reversibilität.
Zum architektonischen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Eine Kulturgeschichte
Ausgehend von der These, dass Architektur als eine kulturelle Technik Räume und Gebäude plant und gestaltet, in denen - wie man mit Hans Blumenberg sagen könnte - »Haltungen und Verhaltungen« einer Gesellschaft zum Ausdruck kommen, stellt dieses Buch die konkreten institutionalisierten Räume, in denen in unserer Gesellschaft ganz überwiegend gestorben und getrauert wird, detailliert vor.
Im Hintergrund steht dabei die Frage, was sich an dem architektonischen Material über unseren Umgang mit Sterben, Trauer und Bestattung ablesen läßt.