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Konzepte und Debatten in der frühen Bundesrepublik
Author: Julia Freund
Lange Zeit hat die Idee eines musikalischen Fortschritts gleichermaßen fasziniert und polarisiert. Als zentraler Bestandteil der Diskurse um die Neue Musik verlangt sie nach einer differenzierten historischen Betrachtung.
Anhand von reichhaltigem Textmaterial analysiert Julia Freund die zentralen Konzepte und Argumentationslinien und entwirft ein vielfältiges Panorama der Debatten der 1950er Jahre. Ausgangspunkt ist ein close reading der Schriften und Vorlesungen Theodor W. Adornos, dessen Fortschrittsbegriff im Rahmen seines philosophischen Projekts der Aufklärungskritik greifbar wird. In einem zweiten und dritten Schritt nimmt die Autorin die Denkfiguren und Narrative der seriellen Komponisten (darunter K. Stockhausen und P. Boulez) sowie die Gegenentwürfe ihrer Kritiker (wie P. Hindemith oder Fr. Blume) in den Blick.
Helmholtz' physiologische Grundlegung der Musiktheorie
Author: Julia Kursell
Die Theorie des Hörens von Hermann von Helmholtz kreist um eine offene Frage: Wie geschieht der Übergang von der physikalischen Schwingung zum wahrgenommenen Klang?
Helmholtz sucht die Antwort darauf nicht nur in einer Synthese des verfügbaren Wissens der Mathematik, Physik, Physiologie und Anatomie, sondern auch in der Musikgeschichte, die er als einen hörphysiologischen Langzeitversuch auffasst. Er fügt sie in sein eigenes Experimentalsystem ein, um das Wissen vom Hören aufzudecken, das in der Musik steckt. Julia Kursell zeichnet diese Experimentalisierung der Musik nach, nimmt das Verhältnis von Ohr und Instrument in den Blick und rekonstruiert die Rolle und Funktion der Musik in Helmholtz’ Theorie der Wahrnehmung.
HipHop-Kultur aus der Bronx, Deutschland und Bosnien
HipHop-Kultur ist global: In jeder Sprache wird gerappt, gesampelt wird alles, von Soul Funk Breaks über Klassik bis hin zum folkloristischen Bläsersatz und auf Youtube tanzen B-Boys aus der ganzen Welt vor Wänden voller Graffiti.
Ausgehend von den frühen HipHop-Performances im New York der Siebziger untersucht der Autor die Entstehung der kulturspezifischen Körpertechniken im Kontext der elektronischen Medien und zeigt, wie Unterwanderungen technischer Konventionen die spätere Wanderung dieser Kulturpraxis und ihre lokale Reproduktion initiieren. Aus der Selbstinszenierung einer lokalen Gegenkultur wird im globalen Kontext eine Kultur der Selbstinszenierung, deren Widerstand sich nicht gegen ein kulturell Anderes, sondern gegen eine andere Kultur des Medialen richtet. Die Arbeit erklärt die medialen Dynamiken der Anfänge der HipHop Kultur anhand ihrer selbstreferentiellen Erzählstrategien in Rapmusik, Djing, Breakdance und Graffiti.

Die Beiträge dieses Bandes rekonstruieren das komplexe Verhältnis von Bild und Musik in historischer Perspektive von der frühen Neuzeit bis in die Moderne.
In der alltäglichen Medien- und Werbepraxis werden Bilder von spezifischen Tonsignets unterlegt, um sich dem Kaufinteressenten unauslöschlich einzuschreiben. Weiter kommentieren und vertiefen rhythmisierte Musikausschnitte den Fluss laufender Bilder. Dieses Verhältnis auch im Sinne einer Einheit der verschiedenen Zeichensysteme von Bild und Musik ist, vor allem von den historischen und medialen Voraussetzungen aus betrachtet, nicht fraglos hinzunehmen. Es betont weniger die Übergängigkeit zwischen den Medien im Sinne einer Synästhesie als vielmehr die Differenz, auf Grund derer erst an den Rändern durch einen Überschuss des jeweiligen Sinns von Hören und Sehen mögliche Berührungen zwischen der bildenden Kunst und der Musik entstehen. Dabei ist es die diachrone, dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise, die eine umfassende Erschließung des Gegenstands aus kunst- und musikwissenschaftlicher Perspektive ermöglicht.
Author: Robert Abels
Kein Komponist vor J. S. Bach hat in den letzten Jahrzehnten eine so konstante und vielfältige Rezeption durch zeitgenössische Komponisten erfahren wie Carlo Gesualdo, der Fürst von Venosa (1566–1613). Die intensive Darstellung von Liebesqualen, Schmerz und Schuld in seinen späten Madrigalen und geistlichen Werken befremdet und fasziniert uns auch heute noch aufgrund des Dissonanzenreichtums und der harmonischen Kühnheiten dieser Musik, auch wenn der »Gesualdo-Mythos«, der all dieses auf die Ermordung seiner ersten Ehefrau zurückgeführt hat, durch eine mehrfache Kontextualisierung des Spätwerks leicht zu entkräften ist. Die Vielfalt möglicher Rezeptionsweisen dieser Musik (Edition, Aufführung, wissenschaftlicher Text etc.) wird am Beispiel Wilhelm Weismanns, Paul Hindemiths und Igor Strawinskys dargestellt, bevor dann am Beispiel Jürg Baurs und Klaus Hubers zwei möglichst gegensätzliche kompositorische Auseinandersetzungen aus intertextueller Perspektive untersucht werden.
Phänomenologische, hermeneutische und bildungsphilosophische Zugänge
Was ist Musik? Diese musikphilosophische Fragestellung bildet den Ausgangspunkt von Josephine Geislers phänomenologischer Untersuchung, die einen wichtigen Beitrag zur anthropologischen Grundlagenforschung liefert.
Geisler greift in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Phänomenologie der Tonwahrnehmung Husserls zurück, sondern auch auf Helmuth Plessners ästhesiologische Schriften, die bisher kaum rezipiert wurden. Auch Günther Anders' musikphänomenologische Habilitationsschrift - noch nicht veröffentlicht und daher wenig bekannt - dient als theoretische Grundlage. Anhand dieser drei Autoren legt die Arbeit mit den Kategorien Zeitlichkeit, Leiblichkeit und Gestimmtheit anthropologische Konstanten des Verhältnisses Mensch-Musik frei und verweist damit auf den normativen Eigensinn des besonderen Wahrnehmungsereignisses Musik.
Eine Re-Lektüre
Der Musikhistoriker Carl Dahlhaus, eine der prägenden Figuren der westdeutschen Musikwissenschaft nach 1945, gehört zu den wenigen Musikwissenschaftlern, die jenseits der Fachgrenzen international Beachtung fanden.
Dahlhaus gelang es, sein stets musikbezogenes Denken aus einem Horizont zu entwickeln, der Geschichts- und Literaturwissenschaften sowie Philosophie einschloss. Noch immer werden seine Werke im fächerübergreifenden Diskurs zitiert. Parallel zur weltweiten Rezeption begann in den frühen 1990er Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit den historiographischen und methodologischen Voraussetzungen von Dahlhaus‘ Musikgeschichtsschreibung. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Herausforderungen unterzieht der Band die Grundlagen der Musikgeschichte einer erneuten Lektüre.
Editor: Petra Weber
In der ersten deutschen Übersetzung seit 140 Jahren liegt hier einer der berühmtesten Texte der Musikgeschichte erstmals in einer zuverlässigen und für die Praxis konzipierten zweisprachigen Ausgabe vor.
Die Musica Enchiriadis, entstanden in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts, tradiert die Theorie des europäischen Tonsystems, entwickelt eine der frühesten Tonschriften, schafft und erweitert die begrifflichen Grundlagen zur Beschreibung von Musik und entwickelt die früheste Form der abendländischen Mehrstimmigkeit. Daher ist es nicht zu viel gesagt, wenn man die Musica Enchiriadis als Grundlage sowohl der Musiktheorie als auch der Komposition in Europa bezeichnet.
Über das Spannungsverhältnis zwischen U- und E-Musik
Author: Jochen Hörisch
›Pop‹ ist ein kurzes und prägnantes three letter word. Sein Sinn erschließt sich schnell. ›Pop‹ ist die Kurzfassung für ›populär‹. Im Wort Popmusik schwingt mit, dass diese Musik keine Scheu vor trivialen Knalleffekten hat. Genau dies aber kann auch bei sogenannter ernster Musik der Fall sein – sie kann zum Gassenhauer werden. Was also sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen E- und U-Musik?
Der Fall Mozart ist bestens geeignet, um deutlich zu machen, wie reizvoll heikel es um die Unterscheidung von E- und U-Musik steht. Viele seiner Kompositionen sind zweifellos populär, ja sie sind Pop-Musik. Man denke nur an die Kleine Nachtmusik, die unzählige Pop-Bearbeitungen erfahren hat, auch deshalb, weil sie sich dafür anbietet. Oder an die ›irre‹ Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte, an die etwa die virtuosen Gitarrensoli von Jimi Hendrix erinnern. Unübersehbar ist auch, dass der junge Mozart lange, bevor es den Begriff gab, von seinem Vater zum Popstar aufgebaut und als Wunderkind vermarktet wurde. Parallelen zu Michael Jackson drängen sich geradezu zwanghaft auf. Virtuosen wie der Teufelsgeiger Niccolò Paganini oder der akrobatische Pianist Franz Liszt haben sich im 19. Jahrhundert ungemein erfolgreich selbst als Popstars avant la lettre inszeniert.
Schuberts Instrumentalmusik 1822–1828
Author: Christoph Wald
Obwohl viele der Instrumentalwerke Schuberts längst kanonischen Status erreicht haben, ist die Frage nach ihren zahlreichen Wiederholungen offen geblieben.
Das Buch möchte erstmals in einer umfassenden Untersuchung Wege zum Verständnis von Schuberts Wiederholungen aufzeigen. Wald erprobt zwei komplementäre Ansätze, um die Grenzen musikalischer Analyse zu überschreiten: 1. werden einschlägige Passagen mit den Erkenntnissen der Kognitionsforschung zusammengelesen und hinsichtlich einer klangräumlichen Wirkung untersucht. 2. wird die G-Dur-Klaviersonate vor dem Hintergrund zeitgenössischer Landschaftsdiskurse gedeutet. In beiden Ansätzen wird für ein poetologisches Verständnis argumentiert und gezeigt, wie die Wiederholungstechniken verschiedene Formen der musikalischen Zusammenhangsbildung erfahrbar machen.