Wahnsinn als Kulturtransfer in der Literatur der Renaissance
Author: Angela Oster
Die Studie präsentiert Kultur und Literatur des Wahnsinns der Renaissance in den verschiedenen Wissensgebieten: Dichtkunst (Ariosto, Tasso, Bruno) sowie in Medizin, Philosophie, Theologie und Gerichtswesen.
Der Wahnsinn in der Renaissance stellt zeitgenössisch kein Spezialgebiet in Einzelwissenschaften dar. Vielmehr ist er in allen Wissensordnungen omnipräsent, und es herrscht ein reger Kulturtransfer zwischen den Fächern, wobei Italien bekanntlich die sogenannte Leitkultur Europas in der Frühen Neuzeit darstellt. Der originelle Umgang mit Verrückten in der Vormoderne erlaubt einen innovativen Umgang mit dem traditionellen Furor, der heroische Meisterwerke der Weltliteratur hervorgerufen hat, so Ariostos rasenden Orlando, Tassos heroischen Wahnsinn und Brunos ketzerischen Furor.
The Biography. Translated from German by Sebastian Goth and Kelly Kawar
Translators: Sebastian Goth and Kelly Kawar
Kleist has fascinated readers like no other German writer. How did a one-time soldier with an unremarkable literary education become one of the greatest innovators of German literature? What allows for the tragedy of his life? In what ways does his work speak to us today?
In his great biography Günter Blamberger gives us a new Kleist: Unlike conventional approaches, he does not try to understand Kleist's life from the perspective of its end—from the perspective of his suicide as the final catastrophe of a life in permanent crisis. Rather, he remains at eye-level with Kleist’s present, narrating from the perspective of Kleist’s experience—in the moment with him—capturing the unsettling or the astonishing in each phase of his life, the explosive nature of each one of his risky experiments in living and writing. The result is an indispensable work of German literary history—a vivid, captivating biography of one of the greatest literary geniuses of all time.
Die deutsch-israelischen Beziehungen in den Geisteswissenschaften (1950-1990)
Series:  Makom, Volume: 13
Die Studie präsentiert erstmals die Anfänge der entstehenden wissenschaftlichen Kontakte zwischen Israel und Deutschland in den Geisteswissenschaften aus israelischer Perspektive. Die Autorinnen fragen nach den Folgen dieser Zusammenarbeit mit Deutschland für die israelischen Geisteswissenschaften – am Beispiel der Disziplinen Germanistik und Deutschen Geschichte.Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei die Universitäten Tel Aviv, Jerusalem und Haifa. Dem jeweiligen Schritt zur Aufnahme von Kontakten mit deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen gingen komplexe Aushandlungen innerhalb der Universitäten voraus.
Das anti-objektivistische Missverständnis in Philosophie und Kunst
Was ist und was kann Kunst? Die zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik sind nur anti-objektivistisch zu beantworten. Doch was das heißt, das zeigt sich erst in der Konfrontation historisch-systematischen Denkens mit der Kunst.

Was ist und was kann Kunst? Die Autorin plädiert dafür, im Ausgang von der Frage nach der Objektivität des Ästhetischen die beiden zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik neu zu stellen. Sie beginnt mit einer Diskussion des in der philosophischen Tradition formulierten Einwands vom objektivistischen Missverständnis, indem sie ihn auf seine Wurzeln hin reflektiert und mit drei paradigmatischen Kunstwerken der Avantgarde konfrontiert. Damit begibt sie sich auf den Weg zu einer neuen Ontologie des Kunstwerks, die den heterogenen Plural der Seins- und Erscheinungsweisen von Kunst zum Ausgang nimmt.
Kunstgeschichte in eigener Sache
Wer PRO DOMO redet, spricht ‚für das eigene Haus‘, das heißt in eigener Sache. Auf welche Weise Vertraute von KünstlerInnen aktiv und nachhaltig Kunstgeschichte gestalten, untersucht dieser Band.
Aus dem direkten Umfeld von KünstlerInnen versuchen sich immer wieder Personen an einer PRO DOMO-Kunstgeschichte: als Text, Fotoreportage oder Film. Solche Formen einer oft dezidiert parteiischen Kunstgeschichtsschreibung werden hier erstmals umfassend analysiert. Den Ausgangspunkt bilden Schriften, die meist im unmittelbaren Umfeld von KünstlerInnen ‒ zuweilen auch in direkter Kooperation ‒ entstanden sind und die somit gleichsam für diese das Wort ergreifen. Thematisch spannt das Buch einen Bogen von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart und fragt auch danach, was dieses PRO DOMO-Prinzip für die Kunstgeschichte insgesamt bedeutet und wie heute mit einer solchen Involvierung umzugehen ist.
Aufsätze zur Medienphilosophie
Philosophie fragt mittenhinein ins Wahre, Gute, Schöne. Medienphilosophie sucht an den Rändern und in den Ecken der Existenz das nur manchmal Wahre, das Materiale, das Vorübergehende und Alltägliche auf.
Die Relevanz des (vermeintlich) Irrelevanten herauszustellen und philosophischer Analyse zuzuführen, dient der Aufsatzband zur Medienphilosophie. Er verortet sich in der Mitte zwischen allen möglichen Dualismen und favorisiert ein Denken des Dritten und Medialen. Philosophisches Denken ist bis heute in dualistische Lager gespalten (z.B. Materialismus und Idealismus), wobei die Selbstunterordnung unter die Normen von Kohärenz und Widerspruchsfreiheit die Tendenz zu dualistischem, ausschließendem Denken noch verstärkt. Diese gilt es in konkreten Medienanalysen (medien-)philosophisch zu beleuchten.
Ancient Portraiture as Figuration of the Particular. Translated from German by Ross Brendle
Translator: Ross Brendle
This volume shows how the portraits of the Greeks and Romans gave shape to and reinforced the perceptions of the particular character of a person. These considerations are based on intensive archaeological research, which in recent decades has successfully addressed questions of typology, identification, and historical classification of ancient portraits. Three aspects are examined in the interweaving of case studies and general reflections: the preconditions for the creation of portraits; the medial conditions of the creation processes; the efficacy of the created form.
Das Radio in der sowjetischen Kultur der 1920er und 30er Jahre
Author: Jurij Murašov
Marshall McLuhans Ausspruch »The medium is the message« gilt in besonderer Weise für das Radio der Sowjetzeit. Indem es Inhalte einem massenhaften Publikum in akustischer Form vermittelt, wird das Radio zum revolutionären Medium, das bürgerliche Wissensformen der Buchkultur zugunsten eines sowjetischen, utopischen Weltverstehens zu überwinden verspricht. Die medienhistorische Studie zeigt auf, wie in den 1920er Jahren die Radiophonie bildungspolitische und künstlerische Visionen freisetzt. Diese verdichten sich mit dem massenmedialen Aufstieg des Radios in den 30er Jahren zu einer Poetik des Akusmatischen, die alle Bereiche der Kultur durchdringt. Sie manifestiert sich im sozialistischen Realismus der optimistischen Literatur und Kunst und prägt das familiale Verständnis von politischer Macht. Schließlich wirkt sie hinein bis in den diskursiven Innenbereich wissenschaftlicher Disziplinen – Linguistik, Recht, Physiologie, Biologie, Ökonomie – und lässt eine sowjetische Wissenschaft entstehen.
Eric Voegelin-Studies: Supplements offers an ideal forum to further elaborate on specific aspects of the contributions appearing there. This creates scope for smaller or larger monographs as well as publications by several authors. The Supplements are conceived as an international and interdisciplinary project. They are intended to expand scholarly exchange and international collaboration on Voegelin's work and to create approaches for attracting research funding.
Claims and Limits of a Lost Discipline
Volume Editors: Andrea Allerkamp and Martin Roussel
When the Werner Reimers Foundation organized a colloquium on Human Ethology in 1977, it was about Claims and Limits of a New Discipline as a bridge between biology and the social sciences and humanities. As a lost discipline, however, the interdisciplinary approach to ethology only takes shape in a dispersed dispositif.
This is the framing argument, which derives from the nucleus of ethology, namely that the starting point of all knowledge is the body in its possibilities of movement in time and space to affect and be affected. In their essays (English or German), the contributors to this collection have worked through the heterogeneity of ethological thought – from Spinoza to Jakob von Uexküll, Gregory Bateson, Gilles Deleuze and Félix Guattari, Philippe Descola, or Isabelle Stengers – and practice – as, for example in the works of Virginia Woolf or Marcel Beyer – and have taken it as an opportunity to relocate ethology, 1. as an “Immanent Ecology”, 2.in the discussion of Anthropological Contrasts”, 3. in “Ethological Interferences and Practices”.