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Zum Projekt einer „erweiterten Vernunft“, das die Phänomeno-logie seit jeher verfolgt, gehört der Versuch, die zahlreichen Verhältnisse zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtba-ren zu klären. Dabei geht es im Rahmen einer Ästhesiologie oder einer Aisthetik nicht nur um eine Untersuchung der Potenziale des Sichtbaren, sondern auch des Unsichtbaren. Diese verweisen entweder auf den Grund der Möglichkeit der weltlichen Sichtbarkeit oder auf eine Grenze im Sinne eines „Ur-originären“, das sich dem Er-scheinen entzieht. Im ersten Fall nähert man sich dem Unsichtba-ren mit einer Kunst des Sehens dessen, was anderen unzugäng-lich bleibt, im zweiten Fall mit einer Kunst des „abweichenden“ oder anderen Sehens. Wir sehen meist nur, was wir bereits verste-hen, und sobald wir (wie in der Kunst) Unverständliches sehen, sehen wir plötzlich ganz anders.
Aufsätze aus dem Merkur
Author: Volker Gerhardt
Volker Gerhardt, seit 1992 Professor für Philosophie an der Berliner Humboldt-Universität, Koordinator der Akademieforschung in der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied zunächst des Nationalen, dann des Deutschen Ethikrates legt hier die Sammlung seiner seit 1999 erschienen Merkur-Aufsätze vor. Sie behandeln Grundsatzfragen der Philosophie, der Politik und der Ethik – ausgehend von aktuellen Fragen der öffentlichen Diskussion. Die Aktualität hat sich bislang noch in keinem Punkt erledigt, zumal der Autor im Vor- und im Nachwort seine umstrittenen Positionen zur Bioethik und zur internationalen Politik erläutert. In der Einleitung wird erklärt, dass sich alle Beiträge einer existenziellen Erfahrung verdanken, die in der Methode des exemplarischen Denkens auch für andere erschlossen wird. So wird verständlich, wie nahe selbst die größte philosophische Abstraktion dem Ausgangspunkt des philosophischen Denkens – der sinnlichen Erfahrung und der konkreten Problembewältigung – ist. Das exemplarische Denken bewegt sich im Medium des Allgemeinen, bezieht aber seine ganze Beweiskraft aus der Gegenwart des Individuellen, die nur für Individuen Bedeutung hat.
Trauermusik durch die Jahrhunderte
Editor: Volker Kalisch
Dieser Tagungsband bringt das brisante und oft verdrängte Thema des Todes speziell im Zusammenhang mit Musik zur Sprache. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und Verständnissen heraus vermitteln die einzelnen Beiträge Ansichten und Perspektiven zur Trauermusik. Diese Initiative will nicht nur Darstellung bleiben, sondern Anstoß zu weiteren Reflexionen zu diesem so ‚lebensnahen’ Thema liefern.
Mathematische Innovationen und ihre kulturellen Folgen
Series:  Kulturtechnik
Dass Mathematiker – und damit die Mathematik – gemeinhin als weltfremd gelten, ist eine weitverbreitete und tiefverwurzelte Ansicht. Daran hat auch die ständig zunehmende Bedeutung der Mathematik für moderne hochtechnologische Entwicklungen bislang nicht viel geändert, bei aller Hochachtung, die der Mathematik als Wissenschaft gezollt wird. Der vorliegende Sammelband untersucht deshalb, aus sehr unterschiedlichen Perspektiven, die kulturellen Wirkungen mathematischer Entdeckungen. Dabei wird den spezifischen kulturellen Mechanismen der Vermittlung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. An dieser Stichprobe beteiligen sich Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler, Mathematikhistoriker, Mathematiker und Informatiker. Das facettenreiche Bild, das sich bietet, enthüllt die bedeutende Rolle der Mathematik auch für die kulturelle Entwicklung insgesamt. Es wird aber ebenso deutlich, dass diese Rolle seit jeher bezahlt werden muss mit dem Verzicht auf Urheberschaft: Die Produkte der Mathematik lassen sich in größerem Maßstab nur mit „Benutzeroberflächen“ absetzen, die das wesentliche Mathematische unsichtbar machen. Aus dem Inhalt 1. Einleitung 2. JUDITH FIELD The visuell art 3. DAVID KING Astronomy and mathematics in the service of religion: the case of Islam 4. GIORGIO ISRAEL The mathematics of homo oeconomicus 5. THOMAS MACHO Zeitrechnung und Kalenderreform 6. WOLFGANG COY Rechnen und Rechenmaschinen als kultureller Faktor 7. FRIEDRICH KITTLER Buchstaben? Zahlen? Codes 8. JOCHEN KOUBEK Normative Mathematik in der Betriebswirtschaftslehre 9. RAINER BAYREUTHER Mathematik und Musik in der frühen Neuzeit
Rekonstruktion der Freundschaft
Eine Herausforderung philosophischer Reflexion
Studien zum Sprach- und Übersetzungsdenken Walter Benjamins und Jacques Derridas
Author: Alfred Hirsch