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Author: Irmtraud Huber

Abstract

The lyric is often associated with an attempt to escape from time into stasis or eternity and is juxtaposed as atemporal to the temporal dynamics of (narrative or dramatic) plot. Resisting such common attributions, this paper develops an analytical framework that highlights the complexity and variety of temporal structures to be found in poetry. Understood as a contribution to the growing field of lyricology, the suggested framework aims to be widely applicable to poetry in general, but is here introduced and exemplified with reference to poems by Rainer Maria Rilke.

In: Poetica
Free access
In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur

Abstract

Vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunktur des ‚Takts‘ nimmt der Beitrag den Begriff in den Schriften Theodor W. Adornos in den Blick. Eine Kontextualisierung in Adornos Gesamtwerk zeigt die Notwendigkeit einer Differenzierung des Begriffs in unterschiedlichen Zusammenhängen. Deutlich wird vor allem der Stellenwert des Takts für Adornos ästhetisches Denken, in dem der Begriff eine produktionsästhetische Kategorie markiert und das Vermögen des modernen Künstlers zu einer Formgebung bezeichnet, die Kontingenz als konstitutives Moment der Materialbeherrschung begreift. Als solcher wird der Taktbegriff in Adornos Kritik des Klassizismus bemüht, in der er den Punkt markiert, an dem der Widerstand gegen die Gewalt, die das Individuum durch die (Form-)Konvention erleidet, in die Fortsetzung der Gewalt durch das autonome Individuum umschlägt.

In: Sprache und Literatur

Abstract

Berührungen spielen im Tanz eine zentrale Rolle: Durch sie werden Motionen und Emotionen übertragen – und auch unterbrochen, gestört. Taktilität reguliert und de/synchronisiert „bodies in tact“. Im Folgenden soll anhand von Beispielen aus dem Bereich des Postmodern Dance (Trisha Browns Spanish Dance) und des zeitgenössischen Tanzes (Meg Stuart & Philipp Gehmachers Duo Maybe Forever) gefragt werden, wie Choreografien mit inter- und intrakorporalen Synchronisierungen arbeiten. Welche Modi des in oder aus dem Takt Tanzens werden sichtbar? Lassen sich – im zeitgenössischen Tanz – Hinweise auf eine Reflexion des Phänomens der „berührungslosen Gesellschaft“ (Elisabeth von Thadden) finden?

In: Sprache und Literatur
Author: Hanna Sohns

Abstract

Der Aufsatz schlägt vor, Stéphane Mallarmés Vers-Krise von der Berührung her zu denken. In einer berühmten Passage bringt Mallarmé die literarische Lage Frankreichs zu seiner Zeit auf den Moment der Berührung: „Es ist an den Vers gerührt worden“, steht im Zentrum seiner Diagnose. Eine solche Berührung lässt sich mit den literarischen Formexperimenten seiner Zeit in Verbindung setzen. Gerührt wird an das Dogma des Verses in seiner Unberührbarkeit. Nimmt man den Begriff der Berührung in seiner Ambivalenz ernst, so geht es bei dieser Berührung des Verses um mehr. Mallarmé rührt mit dem toucher au vers an die Vorstellung dessen, wie eine Berührung des Verses, das heißt wie das Schreiben von Literatur überhaupt zu denken wäre. Dabei entzieht er dem Vers seine Gegenständlichkeit und Instrumentalität. Über die Berührung entwirft er ein anderes, nämlich ein von Distanz bestimmtes Verhältnis zwischen Autor und Werk, das für die French Theory und ihr Konzept der Berührung essenziell sein wird.

In: Sprache und Literatur
Author: Michael Auer

Abstract

Als Wort, als Lautfolge und als Creticus (—⏑—) steht „Saytenspiel“ für ein (insbesondere lyrisches) Dispositiv, das sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts etabliert. Vor allem seit 1733 bedienen sich lyrische Texte der Homophonie von Instrumentensaite und Buchseite, um zu einer neuartigen sozialen Medienpraxis anzuleiten. Dabei kommt es zu einer bemerkenswerten Verschiebung der für die Lyrik grundlegenden Leier-Metapher. Sie wird auf die Seite der Rezeption verlagert, die zum blätternden Spiel stilisiert wird. Zugleich wird die Rezeption aufgewertet, denn das Blättern taktet und begleitet die rhythmisierte Klangfolge der laut vorlesenden – oder auch singenden – Stimme(n). Indem ein Gedicht so, einem Rhythmusinstrument gleich, in die Hand gegeben wird, soll der angeblich von Herzen kommende Ton empfindsamer Lyrik, durch echte Ohren gehend, zu tatsächlichen Herzen finden. Hinter den Suggestionen dieser medialen Strategie stehen die Möglichkeiten, die sich mit den Standards und Innovationen des Buchdrucks und dem rasanten Wachstum des Buchmarkts im 18. Jahrhundert eröffnen: Laut und Rhythmus können immer breiter werdenden Leserschaften im Druckbild vorgegeben werden.

In: Sprache und Literatur
Author: Sandra Fluhrer

Abstract

Der Beitrag widmet sich bildallegorischen Darstellungen des frühneuzeitlichen Tactus, des Fühlen und Tasten vereinigenden Gefühlssinns. Detaillektüren zweier um 1600 entstandenen Stiche zeigen die Tactus-Allegorien als Exempel frühneuzeitlicher Theoriearbeit zwischen Sinn und Sinnlichkeit. Über ihren Aufbau evozieren die Allegorien Bildrhythmen, die den allegorischen Ausdruck als Erfahrungszusammenhang erlebbar machen, der sich einer strikten Teleologie und Intelligibilität widersetzt. Die frühneuzeitlichen Sinnesallegorien stehen im Horizont des Selbstbewusstwerdens eines ästhetischen Systems, avant la lettre, zu dem auch die Ausdifferenzierung der Konzepte von Gefühl und Takt gehört. Die Tactus-Allegorien reflektieren die Konkurrenz zwischen theologisch-allegorischem und ästhetischem System und entwickeln über ihr Spiel mit Sinn und Sinnlichkeit eine neue Spannung zwischen ästhetischem Regelwerk und ästhetischer Erfahrung.

In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur