Browse results

You are looking at 1 - 10 of 339 items for :

  • Comparative Studies & World Literature x
  • Just Published x
  • Search level: All x
Clear All
Schriftenreihe des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt
Series Editor: Iuditha Balint
Die von Iuditha Balint herausgegebene Reihe des Fritz-Hüser-Instituts fokussiert literatur- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen im Spannungsfeld von Literatur und Ökonomie: Erforscht werden dabei Darstellungen von ökonomischen Prozessen oder Phänomenen, von Ökonomie als gesellschaftliche Sphäre, von Ökonomien des Stils, der Rhetorik oder der Form; beleuchtet werden aber auch theoretische und methodische Überlegungen zum Zusammenhang von Ökonomie, Literatur und Kultur.
Editorial Board / Council Member: Thomas Wortmann, Schamma Schahadat, and Cornelia Ruhe
Die Reihe versammelt Beiträge zu Theorie, Geschichte und Ästhetik der Medien. Im Zentrum sollen dabei die Beziehungen zwischen Medien, Kultur und Gesellschaft in synchroner und diachroner Perspektive stehen: Gefragt wird einerseits nach der kulturellen Formung von Medien sowie ihrer ästhetischen Faktur. In den Blick kommt andererseits das Wechselspiel zwischen Reaktion, Reflexion und Initiierung kultureller und gesellschaftlicher Prozesse in und durch Medien. Grundlage der Auseinandersetzung bildet die Verknüpfung von medien- und kulturwissenschaftlicher Theorie.
Die Reihe ist getragen von der Idee, dass unter dem Begriff der Medienkulturwissenschaft unterschiedliche geisteswissenschaft-
liche Disziplinen ihr Interesse an der Materialität von Kommunikation und der Medialität ästhetischer Artefakte bündeln können. Das Spektrum der zu analysierenden Medien ist daher bewusst breit gefasst: Es reicht von Film, Fotografie und Fernsehen über Literatur, Musik, Theater und Medienkunst bis zur Internet Art. Studien zu einzelnen Medien, Genres und Künstler:innen sind ebenso willkommen wie kultur- und medienvergleichend angelegte Projekte.
This series publishes contributions on the theory, history and aesthetics of media. Key focal points are the synchronic and diachronic relations between media, culture and society. The cultural formation of media and their aesthetic composition will be explored, whilst at the same time delving into the interplay between reaction, reflection and initiation of cultural and societal processes within and by media. The intersection between media and cultural studies theories serves as the starting point for this approach. The series is based on the idea that different disciplines in the humanities can unite their interest in the materiality of communication and the mediality of aesthetic artifacts under the concept of media cultural studies. The scope of media to be analyzed is deliberately broad by design. It ranges from film and photography through television, music, literature and theater to media and internet art. Studies about single media, genres and artists are just as welcome as projects utilizing a comparative approach to culture and media.
Tier-Bilder in der deutschsprachigen Literatur
Der Paradigmenwechsel in Bezug auf die Wahrnehmung der Tiere lässt das Tier auch in der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung in seinem Sosein – ‚verkörpert‘ – in Erscheinung treten.
Das den Anthropozentrismus verdrängende theoriezentrierte Paradigma im Blick, setzt sich der Band zum Ziel, den kulturgeschichtlich bedingten Wandel der Tier-Bilder im Spiegel der deutschen Literatur der Neuzeit zu verfolgen: vom Mittelalter bis hin zur Gegenwart. Die Reihe der Tierfigurationen reicht von den Tier-Bildern in der Literatur des Mittelalters und der Aufklärung über die Tier-Figuren der klassischen Moderne (Friedrich Nitzsche, Franz Kafka) bis hin zu Texten der neueren und neuesten Gegenwartsliteratur (Christa Wolf, Peter Turrini, Thomas Hürlimann, Peter Suter, Tamara Ramsay).
Author: Ewa Grzesiuk

Abstract

Die Autorin befasst sich mit einer frühen Abhandlung Georg Friedrich Meiers (1718–1777) Versuch eines neuen Lehrgebäudes von den Seelen der Thiere. Diese Frage war zu Meiers Zeiten keineswegs neu, aber als Meier die Metaphysik als eine Wissenschaft von den „ersten Gründen der menschlichen Erkenntnis“ und die Seele als „denckende Substanz“ definiert, erkennt er den Tieren – indem er sich zusätzlich auf die Schöpfungstheologie beruft – ihren eigenen Standort im gnoseologischen System an. Meier betont dabei, dass die menschliche Erkenntnis ihre Grenzen hat, daher bleibt die Frage nach dem Bestehen von Tierseelen eine Forschungshypothese.

In: Animal Body
Author: Marek Jakubów

Abstract

In Arnold Stadlers Romantrilogie Einmal auf der Welt. Und dann so (2009) wird aus retrospektivem Blick die fortschreitende Abkoppelung des Erzählers von seiner heimatlichen Umgebung beschrieben. In seiner Erinnerung kehren neben den prägenden Ereignissen leitmotivisch Tiere immer wieder zurück. Sie stehen in der Terminologie Agambens dem nackten Leben am nächsten, sind Opfer, das Lackmuspapier der sich in seiner Umgebung vollziehenden Wandlungen, die mit den Modernisierungsprozessen gleichzusetzen sind, wie auch das einzige konstante und identitätsstiftende Element. Die tragische Trennung des Erzählers von den Tieren öffnet eine Leere, die ihm erlaubt, ihre Unabdingbarkeit und sich selbst in seiner Menschlichkeit zu erkennen.

In: Animal Body
Author: Kamilla Najdek

Abstract

Dieser Artikel macht eine besondere Begegnungsart von Tieren und Menschen zum Thema ‒ sie ist zwar in die Romanhandlung eingebettet, betrifft aber prinzipiell die Struktur der Texte. Zwei Romane Yoko Tawadas versinnbildlichen die Möglichkeit des Zusammenfindens in der Schrift (Schriftzeichen), in der Stimme (Stimmlaut) und in der Figur diverser Icherzähler.

In: Animal Body

Abstract

Karl Kraus liebte Tiere und insbesondere Hunde; sie kommen in seiner Lyrik mehrfach vor. Er rechnete auch mit der Tierliebe seiner Leserinnen und verwendete daher das sinnlose Leid der Tiere im Weltkrieg in seiner Antikriegsdichtung. Ein Beispiel dafür ist das Gedicht Der Bauer, der Hund und der Soldat (1917), in dem er einen Vorfall soldatischer Grausamkeit gegen einen wolhynischen Hirtenhund mit einem virtuosen Reimschema, mit einer Anspielung auf Matthias Claudius und mit anderen Stilelementen zu einer hochpathetischen Anklage gegen den Krieg stilisiert.

In: Animal Body
Author: Cora Dietl

Abstract

St. Oswald von Northumbria wird in der deutschen Erzähltradition des Mittelalters in Begleitung eines Raben gezeichnet, der ihm bei seiner Werbung um eine heidnische Prinzessin als Bote und Vermittler zur Verfügung steht. Der Beitrag vergleicht die Raben-Figuren in den beiden vollständig erhaltenen Verserzählungen von St. Oswald (dem Münchner Oswald und dem Wiener Oswald), die der sog. Spielmannsepik zugerechnet werden, und begreift die dort sehr unterschiedlich gestalteten Vögel als zwei gegensätzliche narrative Experimente der Übertragung von menschlichen Rollen auf Tiere. Am Anfang und am Ende der Untersuchung steht die Frage, welche Funktion der je unterschiedliche tierische Begleiter für die Darstellung des Heiligen besitzt.

In: Animal Body

Abstract

Zum ideologisch aufgeladenen NS-Sprachgebrauch gehört u.a. die herabsetzende Bezeichnung von Menschen als Schädlinge oder Parasiten. Insekten wie Ameisen können allerdings ebenso als Vorbild einer sozialen oder militärischen Ordnung dienen. Das von Hofer und Maurer gezeichnete Bestiarium zeigt Opfer wie Täter*innen als verschiedene, teils nicht zu identifizierende Insekten, die die abgebrühten Augenzeugenberichte eines SS-Mitglieds, des Großvaters von Maurer, im Widerspruch hierzu wie im Einklang hiermit bebildern. Als Schwärme breiten sich die Tiere nicht nur im grafischen Raum aus, sondern verbinden auch Zeitebenen visuell und evozieren surrende Geräuschkulissen. Dass der Enkel sich selbst in Rückblicken teils als mutiertes Insekt zeichnet, knüpft gleichfalls an die Ambivalenz der Tiersemantik an und deutet auf die belastende Auseinandersetzung mit seiner Nachkommenschaft. Piktoral verdichtet sich dies etwa in Hasenjagdszenen, in denen sich die Beute als menschliche Opfer erweist.

Die tierlichen Akteure und das grafische Schwarzweiß erinnern zwar an Art Spiegelmans Maus, jedoch erfolgt in Insekten hiermit keine konsequente Kennzeichnung von Opfern und Täter*innen. Vielmehr erzeugt der Comic gerade durch die Verzahnung polyphoner und polygraphischer Wiedergaben eine drastische Poetik, die einen von vielen Tätern explizit und exemplarisch ebenso wie dessen Kompliz*innen ins ausdruckstarke Tier-Bild setzt.

In: Animal Body
Author: Hargen Thomsen

Abstract

Während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint in drei Bänden ein Kinderbuch, das sich in Form, Fabel und Anspruch unübersehbar an Selma Lagerlöfs Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden anlehnt, dabei jedoch auch deutlich eigene Wege einschlägt. Das zeigt sich besonders im Verhältnis der Heldin zu den Tieren, mit denen sie durch den Osten Deutschlands (bzw. den Westen des heutigen Polen) reist. Nicht auf dem Rücken von Wildgänsen, sondern von Fischreihern, Elstern und Nebelkrähen fliegt sie von Brandenburg bis Schlesien und zurück. Die Tiere stellen ihr Aufgaben, prüfen sie, entführen und manipulieren sie – und gleichzeitig suchen sie Erlösung durch den Menschen. Sie akzeptieren seine Rolle als Krone der Schöpfung. „Aber nur darum ist er über uns gesetzt, damit er die Erde, die er verdorben hat, wieder von allem erlöst, was nicht sein soll. […] Er kann uns verderben, er kann uns erlösen.“ Die Autorin, die russische, schottische, baltische und dänische Vorfahren hatte und in Deutschland aufwuchs und lebte, nutzt Ideen der romantischen Naturphilosophie und eines katholischen Geschichtsbildes, um eine große Parabel über die Verwobenheit von Mensch und Natur ebenso wie von Deutschen und slawischen Völkern zu schreiben und sie dem Rassismus der Nationalsozialisten ebenso wie der ideologischen Spaltung Europas in der Nachkriegszeit entgegenzusetzen.

In: Animal Body