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AutorIn: Stephan Laqué

Abstract

Hamlet tends to be regarded as a largely immobile man of the mind who fails to move in the material world of action. But right from the start, Hamlet is a play about displacement: the displacement of a dead king who walks the earth, of a corpse dragged around and hidden in the castle, of soldiers dying for a piece of land that cannot even offer them burial, of the bones of the dead thrown out of their graves. Hamlet gradually comes to recognize the extent to which he has to become an agent of the displacement of others and the master of his own displacement until, in the graveyard-scene, he can proclaim that he is “Hamlet the Dane”.

in Poetica
AutorIn: Matthias Thiele

Abstract

Der Beitrag bezieht in seine Analyse von Ein Wildermuth mehrfach den Erzählband als Kontext der Erzählung mit ein. Aufgrund seiner Komposition und Vernetzung der Erzählungen auf mehreren Ebenen wird in einem ersten Schritt die Parallelität von Ein Wildermuth und Das dreißigste Jahr untersucht, wobei sich Themen und Motive in der Gemeinsamkeit bündeln, dass es sich in beiden Fällen um facettenreiche (De-)Normalisierungsnarrationen handelt. Ein Wildermuth hebt sich von Das dreißigste Jahr und allen weiteren Erzählungen des Erzählbandes vor allem durch Komik ab. Entsprechend werden in einem zweiten Schritt die komischen Formen, Verfahren, Elemente und Segmente analysiert, wobei die Gerichtszene mit dem Auftritt des Knopfspezialisten und dem Knopf als sperrigem, uneinhegbarem Ding nicht nur den narrativen Umschlags-, sondern auch den komödiantischen Höhepunkt der Erzählung darstellt. Die durch Kontrast und Inkongruenz erzeugte Komik und komischen Effekte, dienen vor allem zur Distanzerzeugung gegenüber Figur und Erzähler Anton Wildermuth und zur Vermeidung einer identifikatorischen Lektüre insbesondere bezüglich des zweiten Kapitels mit seiner geständnisartigen Narration. Die Distanz und die Komik ermöglichen sowohl die gewitzte Einsicht, dass die weiblichen Figuren narrative Konstrukte Wildermuths sind, als auch die Pointe, dass sein reduktionistisches, Literatur ausschließendes Wahrheitskonzept hochgradig mit Literatur – Märchen und literarisch-kulturellen Weiblichkeitsvorstellungen – verkoppelt ist.

in Sprache und Literatur

Abstract

Peter Huchel’s poetics of ultimate isolation, in which the relationship between private fate and power comes to the fore, is constituted by allusions to allegorically decaying rudiments of peripheral legends and apocrypha. Thus, the traces of a poem by Huchel, which remained uncommented in research, lead to a ballad by Alexander Pushkin and further to the Old-Russian Chronicles. These three poetics, the chronical, the romantic, and the late modernist, formulate historically important ruler-writer constellations, negotiating metaphorical tensions between narration and figuration that go far beyond an intertextual intrigue.

in Poetica
AutorIn: Rupert Gaderer

Abstract

Der Beitrag untersucht das Verhältnis zwischen Kulturtechniken, Dingen und Medien des Rechts in Ingeborg Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth (1961). Dabei stellt sich die Frage, inwiefern dem Streit-Ding in der Erzählung eine Akteursbeschaffenheit und dem Recht eine Vernetzungsleistung von Menschen, Akten und Texten zugeschrieben wird. Die Erzählung thematisiert ein epistemologisches Problem, das von einem Streit-Ding ausgehend in unterschiedlichen Varianten durchgespielt wird: Wie ist es möglich, einen Zugang zur (juristischen) Wahrheit zu erlangen, wenn es bereits außerordentlich schwierig ist, etwas über die Identität eines Knopfes auszusagen? Bachmann bezieht sich auf literarische Diskurse der sprachlichen Urteilskraft über Dinge (H. v. Hofmannsthal) und verbindet diese mit der Frage nach juristischen Wahrheitsformen. Dabei zeigt sich die Wahrheitssuche als eine Recherche in den Abgrenzungen eines pädagogischen, juristisch-bürokratischen und sexuellen Dispositivs.

in Sprache und Literatur
AutorIn: Till Breyer

Abstract

Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth unterzieht die historische Situation der Rechtsprechung in der Nachkriegszeit einer kritischen Reflexion. Der Gerichtsprozess um den Mordfall Wildermuth wird als prekäres und instabiles Gefüge erzählt, und zugleich verweisen die Reflexionen des Richters auf die Probleme der Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Der Aufsatz geht diesen rechtsgeschichtlichen Bezügen anhand der österreichischen Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen bis 1961 nach und rückt das Motiv der Erschöpfung als zentrale zeitdiagnostische Bewegung der Erzählung in den Mittelpunkt: Der Zusammenbruch des Richters und die Unterbrechung des Prozesses reflektieren indirekt die monströse Qualität des NS und seine ideologische Persistenz in der Nachkriegsgesellschaft. Das Motiv der Erschöpfung zeigt sich so als literarisches Symptom einer allgemeineren Krise von Rechts- und Urteilspraktiken.

in Sprache und Literatur
AutorIn: Armin Schäfer

Abstract

Der Beitrag nimmt seinen Ausgang von Ingeborg Bachmanns Frankfurter Poetik- Vorlesungen (1959/60), in denen die Autorin unter anderem das Verhältnis von Geschichtlichkeit und Subjektivität diskutiert und nach Rollen und Funktionen der Namen literarischer Figuren in der Moderne fragt. Die nachfolgende Lektüre stellt in einem ersten Schritt die Bedeutungsabsicht, die mit Verleihung eines Namens bzw. Vornamens verknüpft ist, heraus und fragt nach möglichen Bedeutungen, die mit den Namen in der Erzählung Ein Wildermuth (1961) evoziert werden. In einem zweiten Schritt wird die Wahl des Namens mit der Logik einer existentiellen Wahl verglichen. In einem dritten Schritt wird die poetische Sprachfunktion, die laut Roman Jakobson eine Auswahl aus einem sprachlichen Paradigma erfordert, mit einer Dialektik von Zufälligkeit und Bedeutsamkeit konfrontiert, die sowohl die Namen in Bachmanns Erzählung als auch die Konstruktion ihrer Handlung charakterisieren.

in Sprache und Literatur
in Sprache und Literatur
AutorIn: Susanne Gödde

Abstract

This paper analyses the human sacrifice of Menoeceus in Euripides’ Phoenissae. In the third epeisodion, Teiresias draws on the history of Thebes and its royal family to justify the sacrifice and the choice of Menoeceus as its victim. But what are the ritual or cultural models outside the dramatic fiction that inform this sacrifice and made it under­standable for the contemporary ancient Athenian audience? To answer this question, I discuss possible similarities to pre-battle sacrifice, the pharmakos-ritual, and the mythical pattern of a hero who sacrifices himself for the community. The relation of this sacrifice to the foundation of Thebes, which itself plays a prominent role in the play’s choral odes, is then examined in a concluding section. Here, the crucial question is whether the sacrifice restates the act of foundation and its violence or instead negates and invalidates it.

in Poetica

Abstract

The question of the cultural conditions of narrations as a paradigm of historical narratology corresponds to one of the main interests of medieval literary studies: how is literature anchored in its extra-literary fields of reference? However, problems with the modeling of text and context have led to literary texts being understood in a more abstract way as forms of cultural practice, whereas the concrete contexts are neglected. As a result of this development, different cultural theoretical premises are encountered in the field of historical narratology that can hardly be related to one another. In this situation, our paper wants to highlight the importance of very specific text-context references, especially between theological knowledge and the narrative methods (Erzählverfahren) of Middle High German literature. Firstly, the autodiegesis in Rudolf von Ems’s Der guote Gêrhart is interpreted with respect to the question of intentionality, as discussed in Peter Lombard’s Book of Sentences. Secondly, ambiguities in the figuration and the narrative perspective in Ritter von Staufenberg are explained in the horizon of a literary demonology, as it is rooted in Augustinian theology and is developed by Walter Map and Gervasius of Tilbury. With this approach we want to argue that theological knowledge influenced the vernacular narrative not only on the level of content, but also in narrative methods.

in Poetica

Abstract

Literarische Übersetzung ist Interpretation im umfassendsten und radikalsten Sinne. Basierend auf einem Modell, das für die Übersetzung der Lyrik Walt Whitmans entwickelt wurde, analysiert der Beitrag die Übersetzung Michael Bullocks von Bachmanns Ein Wildermuth. Dabei werden einige semantische ‚Knoten‘ untersucht, an denen sich Original und Übersetzung auffällig unterscheiden. Das Ergebnis dieser Analyse ergibt eine deutliche Hervorhebung des politischen Potenzials der Erzählung. Der Lektürevorschlag des Übersetzers, der bei der Neulektüre der Erzählung berücksichtigt werden könnte, lässt den Richter nicht allgemein (im postmodernen Sinn) an der nicht mehr zu findenden Wahrheit verzweifeln. Er ist vielmehr ein Aktivist in der erstickenden Periode im Österreich (und insbesondere Kärntens) der Nachkriegszeit. Sein Schrei ist Protest, seine Krankheit Strategie. Der Übersetzer ist nicht ‚klüger‘ als der Interpret, aber der übersetzerische Diskurs ‚weiß‘ vielleicht hin und wieder mehr als die Lektüre des Originals. Der Dialog zwischen Ausgangstext und interpretierender Übersetzung führt zu einer informierteren Lektüre von beiden.

in Sprache und Literatur