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Festschrift für Hans Lohmann
Mit der Festschrift PETASOS wird Hans Lohmann als international renommierter Archäologe von seinen Schülern, Freunden und Kollegen gewürdigt. 31 Archäologen, Historiker, Philologen und Naturwissenschaftler schöpfen aus ihren aktuellen Forschungen zu Themen der Antikenrezeption, Geschichte und Epigraphik, der Kunstarchäologie und archäologischen Feldforschung sowie der Bauforschung, der Methodik und der angewandten Methoden in der Archäologie.
Kulturen des Rauschs seit der Renaissance
Author: Robert Feustel
Ob Rauscherfahrungen gut oder schlecht sind, wird viel diskutiert. Was es jedoch heißt, »berauscht« zu sein, spielt zumeist keine Rolle - es scheint immer schon klar. Ein Blick in die Kulturgeschichte des Rauschs zeigt: Es gibt keinen echten oder authentischen Rausch. Der Rausch kann viele Gesichter haben. Drogenerfahrungen gelten als bedeutsamer Ausdruck verwirrter oder erleuchteter Seelen, als basale Sinnestäuschung eines »angebrannten Gehirns«, als Möglichkeitsbedingung absoluter Selbsterkenntnis oder als Modus, das »Unaussprechliche« auszusprechen. Von Drogen provozierte Grenzüberschreitungen sind also substantiell unterschiedlich. Die üblicherweise angenommene Authentizität der Erfahrung erodiert im Moment des historischen Vergleichs, und Rausch zeigt sich als Konzept oder »epistemisches Ding«, das erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte.
Der Tagungsband untersucht konkrete Ausformungen von geographischem Wissen mit Schwerpunkt im Bereich der Antike und mit kulturvergleichenden sowie neuzeitlichen Ausblicken.
Angestrebt wird, möglichst unterschiedliche Ausprägungen von geographischen Erkenntnissen vor einem möglichst weiten historischen und kulturellen Horizont darzustellen. So reicht das Spektrum der Beiträge von der jungsteinzeitlichen Wandmalerei (Çatal Hüyük) über Homers berühmten Schiffskatalog und antike Straßenverzeichnisse bis zu Allegorien der vier Erdteile in der Kunst der Neuzeit - schließt aber auch den neuentdeckten "Grazer Paravent" mit der Darstellung Ôsakas vom Anfang des 17. Jahrhunderts ein.
Eine Kulturgeschichte
Zuerst diente Basketball der Ertüchtigung junger Christen. Dann wurde die Sportart zum Großstadtspektakel und schließlich zum globalisierten Geschäft. Diese erste Kulturgeschichte des Basketballs erzählt von Mannschaftsgeist und Individualismus, von Improvisationskunst und Turnschuhmarketing. Sie porträtiert Basketball-Intellektuelle wie Bill Bradley, John Edgar Wideman und Kareem Abdul- Jabbar, erkundet Seltsamkeiten wie die 2.750-Wurf Performance des 'Dr. Free Throw' und führt von der Epoche brutaler Rassentrennung bis zur Präsidentschaft des basketballbegeisterten Barack Obama. So beleuchtet sie eine Auseinandersetzung, die wichtiger war als jeder sportliche Vergleich: das Spiel um die Zukunft Amerikas.
Alles Materielle kann Fragment sein oder werden, Artefakte ebenso wie natürliche Gegenstände. Das Phänomen Fragmentarität betrifft nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen. Trotzdem gibt es keinen fachübergreifenden Austausch darüber, wodurch etwas zum Fragment wird; so können unvollständige Gegenstände ebenso als Fragmente bezeichnet werden wie unvollendete. Außerdem sprechen wir von ›Fragmenten‹ stets nur in Hinsicht auf das, was als Überrest oder Zeichen eine spezifische Bedeutung für uns hat. Doch wenn ›Fragmentarität‹ eine (wissenschaftliche) Zuschreibung ist, nach welchen Regeln erfolgt sie und wie hat sie sich historisch gewandelt? Die Beiträger des Bandes beschreiben aus der Perspektive ihres jeweiligen Faches, aber interdisziplinär anschlussfähig, Szenarien, Konzepte und Formen der Ästhetisierungen von Fragmentarität.
Kulturgeschichtliche Szenen aus der Arbeit am Bildnis des Menschen
Series:  Trajekte
Während das Gesicht gern als natürlicher Ausdruck von Persönlichkeit und Charakter betrachtet wird, sind uns die Gesichter der nicht mehr Lebenden nur als Artefakte bekannt: als Produkte handwerklicher, künstlerischer, poetischer, medialer, technischer Verfahren. Ob Antlitz oder Mimik: Das Gesicht ist ein Bedeutungsfeld, auf dem die Spannung der menschlichen Gestalt - zwischen Kreatürlichkeit und Gottähnlichkeit, Erhabenheit und Infamie, Starre und Bewegung - ausgetragen wird. Gesichter untersucht Urszenen und Stationen aus der Kulturgeschichte des Gesichts und konzentriert sich dabei auf Übergänge zwischen leiblichen, materiellen Spuren und ikonischen bzw. textuellen Bildern, auf Verfahren, mit denen das Gesicht oder einzelne seiner Teile semantisiert, codiert, symbolisiert werden. Mit Beiträgen von Hans Belting, Georges Didi-Huberman, Brigid Doherty, Carlo Ginzburg, Jeanette Kohl, Albrecht Koschorke, Helmut Lethen, Thomas Macho, Gerhard Neumann, Anne-Kathrin Reulecke, Katharina Sykora, Monika Wagner, Sigrid Weigel und Hanns Zischler.
Münzen sind für das Mittelalter lange Zeit vor allem eine Sache der Numismatiker geblieben. Erstmalig wird nun mit einem großen Münzbestand eine zentrale Quelle zum Verständnis der europäischen Frühgeschichte aus den verschiedensten fachlichen Perspektiven und Forschungstraditionen heraus in einem gemeinsamen Unternehmen untersucht und für die weitere Forschung aufbereitet.
Mehrere tausend merowingische Goldmünzen des 7. Jahrhunderts haben das Potential, unsere Sicht auf den Epochenwandel wesentlich zu verändern, und dies, obwohl die meisten von Ihnen seit über 100 Jahren gut bekannt sind. Es ist der Erkenntnisgewinn mehrerer Fächer, der es möglich macht, diesen einzigartigen Quellenbestand in seinem Wert für das Verständnis des 7. Jahrhunderts in Gallien neu zu bewerten.
Die Mundhöhle in Kulturgeschichte und Zahnmedizin
Das Buch zur kulturellen und medizinischen Bedeutung des Oralen und des Dentalen ist die erste Publikation dieser Art. Es ist der Versuch, den Bedeutungswandel zahnmedizinischer Praxis im Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen Strömungen und Umbrüchen sowie im historischen Kontext darzustellen. Geboten wird eine integrale Gesamtansicht nicht nur der Zahnmedizin sondern auch der anthropologischen, kulturellen, ästhetischen, linguistischen, künstlerischen und psychodynamischen Dimension des "Mundwerks" vom Mythos bis zur neuesten Gegenwart.
Die kulturgeschichtliche, medizinische und praxisanalytische Ausrichtung des Buches ist nicht nur an Zahnärzte gerichtet, für die das Buch eine Erweiterung ihres fachlichen Horizonts und zugleich eine spannende Lektüre und Augenweide ist. Vielmehr ist der Band aufgrund seiner kulturwissenschaftlichen Ausrichtung (Körperforschung, Bild- und Wissenschaftsgeschichte, cultural studies, Psychoanalyse) auch an Leser mit geisteswissenschaftlichem oder kulturinteressiertem Hintergrund adressiert. Namhafte Künstler und Schriftsteller ergänzen die wissenschaftlichen Perspektiven auf das einzigartig multiple Organ des Menschen - seinen Mund.

Der Kult der Dinge im 19. Jahrhundert
Author: Doerte Bischoff
Im 19. Jahrhundert, dem »Jahrhundert der Dinge«, vervielfältigen sich die Objekte, mit denen Europäer umgehen, durch fortschreitende Industrialisierung, die Ausweitung des Warentauschs sowie koloniale Ausbeutung in einem enormen Ausmaß. Tausch, Raub und Zirkulation lassen die Dinge aus ihren angestammten Kontexten heraustreten und konfrontieren die Menschen mit Phänomenen der Entortung, Vermischung und Fremdheit. Kehrseite eines beunruhigenden Fremdwerdens der Ordnung der Dinge ist dabei eine neue Faszination für die Glücksversprechen und magischen Dimensionen der (Waren-)Dinge, ihr Sinn und Identität stiftendes Potential, das an die Stelle religiöser und metaphysischer Orientierungen rückt. Diagnosen und Theorien des Fetischismus, die in den zeitgenössischen Wissenschaften wie im Alltagsdiskurs eine bemerkenswerte Konjunktur erleben, dokumentieren ein Bemühen, die bedrohliche Macht der Dinge zu bannen, indem diese Akteuren und kulturellen Praktiken zugeschrieben wird, die als anders, abweichend, fremd oder abnorm klassifiziert werden. Literarische Texte reflektieren den Kult der Dinge auf vielfältige Weise: Herzensdinge und Beutestücke, geschätzte und verworfene Objekte, Ding-Belebung und Verfahren der Mortifikation und Verdinglichung werden unterschieden, aber auch enggeführt, wodurch ihre strukturellen Zusammenhänge hervortreten. Bischoffs Studie untersucht kanonische und weniger kanonisierte Texte daraufhin, wie sie an den im Kontext von Kolonial- und Genderdiskurs, Kapitalismuskritik, Psychopathologie und Antisemitismus formulierten Fetischismus-Diagnosen teilhaben, indem sie diese präfigurieren und imitieren, dabei aber zugleich ihre Funktionsweisen zur Schau stellen und unterlaufen. Die poetische Produktivität, die sich mit dem Kult der Dinge verknüpft, liegt, wie gezeigt wird, darin, dass Konstruktionen von Eigenem und Fremdem, korrekter und korrupter Objektbeziehung, wahrem Ding und Warending, als solche inszeniert werden und so Performativität und Materialität kultureller Symbolisierung lesbar werden.
Wo kommen unsere Energien her?
Von der Elektrizitätswirtschaft bis zur Esoterik ist die Rede von »Energien«. Eine Reflexion dieses Begriffes hat in der Kulturwissenschaft bisher jedoch kaum stattgefunden, obwohl er zu ihren Grundbegriffen zählt. Ausgehend vom Mythos des Prometheus, göttlicher Vordenker unserer technischen Zivilisation, ergründen Philosophen, Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und Künstler die Ursprünge, Transformationen und Grenzen unserer Energien.