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Zur Geschichte und Systematik sekundärer Oralität
Im Gegensatz zur Schriftkultur, die in den letzten zwei Jahrzehnten zum Thema zahlreicher Arbeiten geworden ist, hat die Erforschung der sekundären Mündlichkeit bislang noch kaum begonnen, geschweige denn von einem interdisziplinären Ansatz, wie ihn der vorliegende Band präsentiert, profitieren können. In einer Zeit, in der sich die 'Schrift' als Leitmedium der Gesellschaft etabliert, bekunden Dichter und Denker eine Erfahrung des Verlustes an Nähe und Unmittelbarkeit (Präsenz). Gegen Orientierungs-und Bindungsverlust sowie Einsamkeitserfahrungen werden kompensatorisch die Stimme (Reden, Vorlesen und Hören) und die gesellige Kommunikation unter Anwesenden beschworen. Mit der Durchsetzung der elektronischen Funkmedien im späten 19. Jahrhundert (Telefon, Radio) und im späten 20. Jahrhundert dem Internet verändert sich die Situation jeweils ein weiteres Mal.
Von Dionysios Thrax bis Noam Chomsky
Grammatische Theorien dienen der Erfassung und Beschreibung von Regularitäten von Sprache. Die Geschichte der Grammatiktheorie betrachtet die seit der Antike immer komplexer werdenden Konzepte in ihrem diachronen Zusammenhang. Vorgestellt werden die wichtigsten Theorien von den frühesten (greifbaren) Anfängen – noch vor Dionysios Thrax, dem wir allerdings die erste brauchbare grammatische Systematik verdanken – bis hin zu Noam Chomskys hochökonomischem Minimalist Program am Ende des 20. Jahrhunderts. Der antiken Ars grammatica entstammen grosse Teile der bis heute verwendeten Terminologie. Das europäische Mittelalter entwickelt – im Anschluss an die spätantiken Grammatiker Donatus und Priscianus – die grammatischen Kategorien weiter. Im Spätmittelalter findet eine wichtige Neuausrichtung statt: die resolute Hinwendung zur Logik (Dialektik). Dies setzt sich nach der Epoche des Humanismus fort und drängt im 17. Jahrhundert den formalistischen Aspekt der Grammatik zurück. Nun stehen universale Aspekte im Vordergrund. Dem Zeitalter der Allgemeingrammatiken (18. Jahrhundert) folgt eine eher historisch geprägte Phase (19. Jahrhundert), die an Lautgesetzen interessiert ist. Mit dem Strukturalismus beginnt die linguistische Phase der Grammatik. Die wichtigsten Konzepte der modernen Grammatiktheorie werden in Einzelbetrachtungen vorgestellt, wobei das jeweilige Frageinteresse und der Ansatzpunkt im Vordergrund stehen: Strukturalistische Grammatik, Dependenz- und Valenzgrammatik, Funktionale Grammatik, Kategorialgrammatik, Montague-Grammatik, Generative Grammatiktheorie, Unifikationsgrammatiken, Optimalitätstheorie, Minimalistisches Programm. Das Buch richtet sich an (werdende) Philologen, Sprachwissenschaftler und andere Interessierte, ohne fachliches Vorwissen vorauszusetzen.
Visuelle Kulturen in Europa und Japan
Im Verhältnis zwischen westlicher und japanischer bzw. ostasiatischer Medienkultur gibt es sowohl prinzipielle Probleme der Übersetzung und Übersetzbarkeit von Kulturen als auch besondere Aspekte in der Beziehung von Schrift und Bild. Gerade letztere ist für den Vergleich der europäischen und sino-japanischen Kultur besonders spannend. Text-Bild-Vergleiche zwischen Europa und Japan sind generell dadurch charakterisiert, dass in Europa die Abgrenzung von Text und Bild stärker betont wird als in Japan. Fließende Übergänge kennzeichnen eine zentrale Rolle der japanischen Kultur. Die japanische Schrift hat einen höheren Grad an Visualtität und Ikonozität. In der Gegenüberstellung der Lessingschen Unterscheidung von Poesie und Malerei einerseits und dem ideographischen Schriftsystem in der sino-japanischen Kultur andererseits lässt sich das besonders gut verdeutlichen.
Studien zu Chaim Perelman
Die Publikation bietet eine systematische Einführung in die komplexe Gedankenwelt von Perelmans berühmten Traktat über das Argumentieren. Perelman verstand diesen argumentationstheoretischen Traktat als 'Neue Rhetorik', womit er nicht bloss eine funktionale Erneuerung der alten Rhetorik meinte, sondern eine neue Funktionalisierung dieser traditionsreichen Reflexionsarbeit. In dem von Josef Kopperschmidt herausgegebenen Band wird diese These systematisch entfaltet. In den drei Themenbereichen der Publikation ('Zur Vorgeschichte der Neuen Rhetorik', 'Zum Projekt der Neuen Rhetorik', 'Zur Wirkungeschichte der Neuen Rhetorik') wird die philosophisch wie geltungs- und vernunftheoretisch ebenso spannende wie ertragreiche Neufunktionalisierung der Rhetorik von ausgewiesenen Perelman-Kennern beispielhaft erläutert und innerhalb der einschlägigen Diskurskontexte verortet.
Praktiken des Symbolischen. Festschrift für Ludwig Jäger zum 60. Geburtstag
Keine Spur ohne Lektüre – keine Lektüre ohne Spur. Spuren sind Hinterlassenschaften, keine Abbildungen von Ereignissen. Ihre Anwesenheit zeugt von Abwesenheit. Die eigentümliche Funktion der Spur liegt nicht im Bewahren, sondern im Verweis auf Nicht-Gegenwärtiges. Verweis wird sie aber erst dadurch, dass sie als Spur gelesen wird. In dieser Hinsicht ist die Spur materielle Aufforderung zu und Ergebnis von Lektüreprozessen. Ob in der Sprach- oder Neurowissenschaft, in der Literatur- und Medientheorie oder der Informatik, die theoretische Produktivität des Spurbegriffs zeigt sich – wie die Beiträge dieses Bandes vorführen – immer dann, wenn die repräsentationale Annahme einer identischen Wiederholbarkeit von Ereignissen in Frage gestellt wird. Mit Beiträgen von: Friedrich Balke Mareike Buss Cornelia Epping-Jäger Gisela Fehrmann Johannes Floss Jürgen Fohrmann Frank-Rutger Hausmann Rembert Hüser Matthias Jarke Sybille Krämer Erika Linz Gerhard Neumann Erhard Schüttpelz Christian Stetter Wilhelm Vosskamp Brigitte Weingart Horst Wenzel Michael Wetzel Raimar Zons
Theoretische und empirische Studien zum Verhältnis von Sprache, Subjektivität und Kognition
Der Aspekt des Medialen ist der blinde Fleck der Kognitionswissenschaften. Nach Jahrzehnten der Vorherrschaft mentalistischer Geistkonzepte gewinnen Forschungsansätze an Einfluß, die unter Begriffen wie 'embodied cognition' und 'interactive mind' die Körper- und Weltverankerung von Kognition hervorheben. Mentalität, verstanden als Gesamtheit aller mentalen Strukturen und Prozesse, läßt sich – so die These – nur über die Interaktionen mit Körper und Außenwelt angemessen verstehen. Weiterhin undiskutiert ist bislang die Frage, inwieweit die medialen Formate, in denen sich die Interaktion vollzieht, Einfluß auf die Kognition ausüben. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Diskussion der Frage, inwieweit sowohl die Genese mentaler Entitäten als auch das Bewußtsein, das sie prozessiert, von medialen Handlungen abhängig sind und durch sie geprägt werden. Ist Medialität eine Voraussetzung von Mentalität? Welche Funktion kommt dem spezifischen Kommunikationsmedium Sprache für die Ausbildung höherer Kognitions- und Bewußtseinsebenen zu? Und lassen sich Unterschiede in der Wirkungsweise spezifischer Medialitätsformen von Sprache auf die kognitive und kulturelle Wissensstrukturierung nachweisen? Diesen Fragen gehen die Beiträge des Bandes aus den unterschiedlichen disziplinären Perspektiven der Philosophie, Musikwissenschaft, Psychologie, Neuropsychologie, Aphasieforschung sowie der Linguistik theoretisch und empirisch nach.
Untersuchungen zur Funktion des neuhochdeutschen Nebenakzents
Der neuhochdeutsche Sprachrhythmus manifestiert sich hörbar in der Verteilung von Nebenakzenten (die schwächeren Betonungen, etwa in Elektrizität oder Elektrizität), und er manifestiert sich in stilisierter Form in der neuhochdeutschen Metrik. Die Herausbildung eines Metrums ist weder trivial noch zufällig, die neuhochdeutsche Metrik keine Setzung. Sie unterscheidet sich grundlegend von der mittelhochdeutschen Metrik und resultierte aus einer jahrhundertelangen Auseinandersetzung der Sprechergemeinschaft mit der Prosodie ihrer Sprache. Es wird die Frage gestellt, warum neuhochdeutsche metrische Schemata letztlich die akzentbasierten trochäisch-daktylischen Formen annahmen, die sich als kanonisierte Formen herauskristallisierten.
Politik, Wissenschaft, humanistische Kultur vom späten Mittelalter bis in unsere Zeit
Latein war einst die globale Sprache des Westens, wenn sie auch stets in regionalen Manifestationen auftrat. In den hier vorgelegten Bänden wird die immense Bedeutung untersucht, welche die lateinische Tradition für Geschichte und Kultur des deutschsprachigen und des skandinavischen Raumes hatte, und wie andererseits diese auf die lateinische Welt zurückwirkten. Dabei stellen die Autoren in 50 Einzeluntersuchungen die Forschung zur Germania latina auf eine neue Grundlage. Die neuzeitliche Entwicklung der lateinischen Tradition vom ersten Auftreten vulgärsprachlich-nationaler Eigenheiten bis zum heutigen Stand wird detailreich nachgezeichnet: von Ficinos deutschen Korrespondenten bis zum Apothekerlatein, von Melanchthons Wirkung auf slawische Grammatiken bis zu heutiger isländischer Nationalidentität, von deutscher Latinität in Nordamerika bis zu modernen Vertonungen antiker Texte reicht die Spannbreite dieses Unternehmens
Zur Geschichte, Charakterisierung und Typologie der Anschlußprosodie
Author: David Restle
Das Konzept des Silbenschnitts (alias Anschluß) fußt auf einem Perzeptionskontrast, der sich bei der Gegenüberstellung von Wörtern wie dt. Wahn und wann einstellt. Er bezieht sich auf die Art und Weise der Interaktion von Vokal und nachfolgendem Konsonanten, wobei der Vokal im einen Fall (vgl. wann) vom folgenden (fest angeschlossenen) Konsonanten abgeschnitten zu werden scheint, während er im anderen Fall (vgl. Wahn) nur lose mit ihm verbunden zu sein scheint. Das Silbenschnittkonzept wird zunächst in seiner geschichtlichen Entwicklung mit Belegen aus fünf Jahrhunderten dargestellt und den vorhandenen phonetischen Daten und aktuellen phonologischen Theorien gegenübergestellt. Den zweiten Teil der vorliegenden Untersuchung bildet die Synthese der Silbenschnittphänomene, die zu einer Reanalyse im Rahmen einer neu entwickelten Silbentheorie führt. Der abschließende typologische Teil entwickelt im Sprachvergleich verwendbare Kriterien und erörtert silbenschnittähnliche Phänomene in nichtgermanischen Sprachen, die bislang kaum oder gar nicht mit der Anschlußprosodie in Verbindung gebracht wurden.
Kognitive Linguistik und neurowissenschaftliche Theoriebildung
Author: Erika Linz