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Erwerbsarbeitslosigkeit in der Gegenwartsliteratur
Author: Lydia Mühlbach
Lydia Mühlbach untersucht literarische Verhandlungen des Themas Nicht-Arbeit in zeitgenössischen Romanen und diskutiert ihre Befunde in Auseinandersetzung mit sozialtheoretischen Gouvernementalitätskonzepten.
Im gegenwärtigen Diskurs gelten Arbeitslose als in besonderem Maße aktivierungsbedürftig („Fördern und Fordern“). Entsprechende Aktivierungsbemühungen der arbeitsmarktpolitischen Institutionen und ihre psychosozialen Auswirkungen beleuchten die von Mühlbach analysierten Texte von Jakob Hein, Anna Weidenholzer und Robert Naumann. Mit literarischen Mitteln spielen sie Konzepte, Ästhetiken und Werthaltungen zur Nicht-Arbeit durch, bringen Unterschiede zwischen erstem und zweitem Arbeitsmarkt in den Blick, problematisieren Kommunikationsweisen der Arbeitslosenverwaltung, experimentieren mit Formen programmatisch gewählten Nicht(s)tuns und leisten damit einen kritischen Beitrag zur Debatte.
Uses and Abuses of an American Icon
Thoreau in an Age of Crisis reconsiders the relevance of 19th-century-American naturalist, philosopher, and social reformer Henry David Thoreau to our troubled present.
This new anthology collects the work of fourteen leading scholars from various disciplines. They consider Thoreau’s life and work in light of contemporary concerns regarding racism, climate change, environmental policy, and political strife. They review Thoreau’s trajectory as a scientist and literary artist, as well as his evolving attitudes toward Native American cultures. Its essaysists also consider Thoreau’s acoustics, concepts of play, and impact on later writers. Most provocatively, they reveal a vulnerable and empathetic Thoreau, a far cry from the distanced and misanthropic critic often portrayed in popular culture.
Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert
Menschen, Waren, Texte und Ideen zirkulieren im 18. Jahrhundert über den Atlantik und begründen so eine transatlantische Aufklärung.
Der vorliegende Band geht auf ein interdisziplinäres Forschungskolloquium an der Universität Paderborn zurück. Fachvertreter:innen der Komparatistik, Romanistik, Germanistik, Geschichtswissenschaft und Philosophie richten den Blick auf den Atlantik als Transfer- und Verkehrsraum des 18. Jahrhunderts. Im atlantischen Raum, so der Tenor der hier versammelten Beiträge, werden die inneren Widersprüche dieses Jahrhunderts mit besonderer Anschaulichkeit sichtbar, insofern sich hier Freiheit und Sklaverei, Gleichheit und Kolonialismus, Autonomie und Heteronomie kreuzen. Systematisch lesbar wird damit eine transatlantische Aufklärung, und d.h. die Selbstbehauptung und -reflexion der europäischen Aufklärung in steter Auseinandersetzung mit dem transatlantischen ‚Anderen‘.
Antonio Roselli ist am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als Wissenschaftlicher Koordinator für das Programm „Studieren ab 50“ tätig.
The Biography. Translated from German by Sebastian Goth and Kelly Kawar
Translators: Sebastian Goth and Kelly Kawar
Kleist has fascinated readers like no other German writer. How did a one-time soldier with an unremarkable literary education become one of the greatest innovators of German literature? What allows for the tragedy of his life? In what ways does his work speak to us today?
In his great biography Günter Blamberger gives us a new Kleist: Unlike conventional approaches, he does not try to understand Kleist's life from the perspective of its end—from the perspective of his suicide as the final catastrophe of a life in permanent crisis. Rather, he remains at eye-level with Kleist’s present, narrating from the perspective of Kleist’s experience—in the moment with him—capturing the unsettling or the astonishing in each phase of his life, the explosive nature of each one of his risky experiments in living and writing. The result is an indispensable work of German literary history—a vivid, captivating biography of one of the greatest literary geniuses of all time.
Der anti-objektivistische Einwand in Philosophie und Kunst
Was ist und was kann Kunst? Die zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik sind nur anti-objektivistisch zu beantworten. Doch was das heißt, das zeigt sich erst in der Begegnung historisch-systematischen Denkens mit der Kunst.
Andrea Sakoparnig plädiert dafür, im Ausgang von der Frage nach der Objektivität des Ästhetischen die beiden zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik neu zu stellen. Dazu rekonstruiert und diskutiert sie den in der philosophischen Tradition formulierten Einwand vom objektivistischen Missverständnis, den sie auf seine Wurzeln hin reflektiert und mit drei paradigmatischen Kunstwerken der Avantgarde konfrontiert. Damit begibt sie sich auf den Weg zu einer neuen Ontologie des Kunstwerks, die den heterogenen Plural der Seins- und Erscheinungsweisen von Kunst zum Ausgang nimmt.
Elemente einer Poetik von Hegels "Phänomenologie des Geistes"
Author: Ivan Boldyrev
In diesem Buch wird Hegels Phänomenologie des Geistes als ein literarischer Text gedeutet, der seine Überzeugungskraft aus der Lektüre anderer Texte schöpft. Untersucht werden die politischen und ästhetischen Konsequenzen dieser Interpretation.
Das dialektische Philosophieren ist ein Bedürfnis, die vergangenen Gedankensysteme – die Texte – in ihrer eigenen Logik als mangelhafte aufzuweisen und zu überwinden, um dadurch die letzte spekulative Synthese zu etablieren. Aber dieselbe Operation macht – so die Hauptthese des Buches – das Spekulative selbst verwundbar, das damit in seiner unselbständigen Verfassung und in seinem Scheitern aufgewiesen wird. Die im Buch dargestellten Gesten des Anleihens und der Affinität sind nicht nur für Hegels Stil prägend. Sie können auch das Dialektische selber neu bestimmen – als eine verschwindende, fast unmögliche Stimme, eine Bemühung, aus der Verschränkung unvereinbarer, konfligierender Diskurse einen Sinn zu gewinnen.
Die Bedeutung von Persönlicher Frömmigkeit und Family Religion für das Personkonzept in der Antike
Der Band stellt die anthropologische Frage nach Transformationen des Personkonzepts von den vorderorientalischen Hochkulturen bis zur Spätantike in einem kulturübergreifenden und religionsgeschichtlichen Horizont.
Nachdem die Artikulation von personaler Identität, von Individualität und von „inneren Tiefen“ in der Vergangenheit oft erst in der Linie Platon – Paulus – Augustin angesetzt, sie der vorgriechischen Antike aber oft abgesprochen wurde, fragt der Band danach, welche Religionspraxis, gerade auch jenseits des offiziellen Kultes, in den Kulturen der vorhellenistischen Zeit für den Ausdruck von personaler Identität oder von Individualität von Bedeutung waren, was sich mit den Schriften eines Platon, Paulus oder Augustin tatsächlich geändert hat und welche anderen Faktoren in der Religionspraxis hierfür von Bedeutung waren.
Kant – Hölderlin – Nietzsche
Author: Johannes Epple
Die Monografie untersucht die Zusammenhänge und Kontraste von Hölderlins Hyperion und Nietzsches Also sprach Zarathustra vor dem Hintergrund von Kants Kritik der Urteilskraft.
Für Hölderlin und Nietzsche war Kants Werk ständiger Bezugs- und Reibungspunkt ihres künstlerischen Schaffens. Johannes Epple zeigt in seiner Monografie, dass Hölderlins im Hyperion geronnene Kant-Lektüren helfen, Nietzsches oft als dunkel kritisiertes Werk Also sprach Zarathustra besser zu verstehen. Zusätzlich weist Epple nach, dass die beiden Dichter-Philosophen auf je eigene Weise in Kants Dritter Kritik Grundlinien einer dionysischen Ästhetik freilegen. Im Hyperion und im Zarathustra werden diese Grundlinien zu einer komplexen Theorie des Lebens ausgearbeitet, die als ästhetische Vollendung von Kants kritischem System aufgefasst werden muss.
Ancient Portraiture as Figuration of the Particular. Translated from German by Ross Brendle
Translator: Ross Brendle
This volume shows how the portraits of the Greeks and Romans gave shape to and reinforced the perceptions of the particular character of a person.
These considerations are based on intensive archaeological research, which in recent decades has successfully addressed questions of typology, identification, and historical classification of ancient portraits. Three aspects are examined in the interweaving of case studies and general reflections: the preconditions for the creation of portraits; the medial conditions of the creation processes; the efficacy of the created form.
Claims and Limits of a Lost Discipline
Volume Editors: Andrea Allerkamp and Martin Roussel
When the Werner Reimers Foundation organized a colloquium on Human Ethology in 1977, it was about Claims and Limits of a New Discipline as a bridge between biology and the social sciences and humanities. As a lost discipline, however, the interdisciplinary approach to ethology only takes shape in a dispersed dispositif.
This is the framing argument, which derives from the nucleus of ethology, namely that the starting point of all knowledge is the body in its possibilities of movement in time and space to affect and be affected. In their essays (English or German), the contributors to this collection have worked through the heterogeneity of ethological thought – from Spinoza to Jakob von Uexküll, Gregory Bateson, Gilles Deleuze and Félix Guattari, Philippe Descola, or Isabelle Stengers – and practice – as, for example in the works of Virginia Woolf or Marcel Beyer – and have taken it as an opportunity to relocate ethology, 1. as an “Immanent Ecology”, 2. in the discussion of Anthropological Contrasts”, 3. in “Ethological Interferences and Practices”.