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Grundzüge einer politischen Ästhetik
Author: Frauke Surmann
Flashmobs, Dîners en blanc und Strategiespiele im öffentlichen Raum - ästhetische In(ter)ventionen erobern seit einigen Jahren unser Stadtbild. Worin aber besteht ihr politisches Potenzial? Ästhetische In(ter)ventionen treten als temporäre Interferenzen, Störungen und Brüche unserer alltäglichen Erfahrungswelt in Erscheinung. Sie unterlaufen die Normativität unserer öffentlichen Wahrnehmungs- und Verhaltenstopographien und führen diese auf das Moment ihrer Formbarkeit zurück. Dabei setzen sie nicht nur die hegemoniale Ordnung des öffentlichen Raums aufs Spiel, sondern realisieren sich im selbstreferenziellen Vollzug ihrer kollektiven Verkörperung als gemeinschaftlicher (Ver-)Handlungsspielraum. Ausgehend von der Frage nach ihrem politischen Potenzial geht die Studie der ästhetischen In(ter)vention in ihrer Materialität, Medialität und Historizität auf den Grund.
Zum Melodramatischen im Wechsel der Medien
Series:  Eikones
Author: Maren Butte
In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse für das Melodrama, das einst nur als verfehlte Tragödie oder Kitsch galt, angestiegen. Sowohl in wissenschaftlichen Schriften als auch in künstlerischen Arbeiten wird auf eine Gefühlskultur des Melodramatischen Bezug genommen.
Was bedeuten ›Melodrama‹ und ›melodramatisch‹ heute? Trotz seines theaterhistorischen Ursprungs evoziert der Begriff zunächst keine Autoren oder Dramentitel, vielmehr lässt er an Bilder, emotional aufgeladene Situationen und bestimmte Pathos-Gesten denken. Die Studie nimmt in exemplarischen Analysen diese ›Bilder des Gefühls‹ im Wechsel der Medien
in den Blick – von ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis zu ihren Zitaten und Re-Figurationen in der zeitgenössischen Performance.
Schriften zu Skulptur und Architektur
Skulptur und Architektur spielen in den jüngeren bildwissenschaftlichen Diskussionen der Kunstgeschichte allenfalls eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht, wie Gundolf Winters Schriften zeigen, in denen er die Frage nach dem Ikonischen in der Auseinandersetzung mit dreidimensionalen Bildern aufgeworfen hat.
Während das Nachdenken über das Bild im Sinne des Flächenbildes eine dichte kunsttheoretische und ästhetische Tradition besitzt, können medien- und bildästhetische Bestimmungen der Skulptur und der Architektur weniger aus der Theorie, als in der anschaulichen Auseinandersetzung mit diesen Bildformen gewonnen werden. Das zentrale Anliegen der hier versammelten Texte Gundolf Winters ist es, den Prozess des Sehens von Skulptur und Architektur als bildstiftenden Akt zu rekonstruieren. Skulptur und Architektur - als dreidimensionale Bilder verstanden - waren für Winter in besonderer Weise geeignet, die eigene Disziplin auf ein bildliches Sehen zu verpflichten.
Ein »Gesicht haben« gilt als Voraussetzung dafür, angeschaut zu werden. In der Bildergesellschaft begegnen wir Gesichtern überall: in der Politik, der Wirtschaft, der Werbung und in Kunst und Natur. Zugleich sind das Gesicht und sein Bild so alt wie die menschlichen Kulturen: Schauplatz humaner Identität. Wie kann man erklären, dass das Gesicht des Menschen uns bewegt? Der Band versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen, in denen das Gesicht einen wesentlichen Ort hat und nimmt die mehrsprachigen Diskussionen zum Thema auf, die im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes Bildkritik (eikones) an der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Istituto Svizzero in Rom sowie der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW) entstanden sind. To “have a face” is considered a prerequisite for being looked at. We encounter faces everywhere in our culture of images: in politics, economy, and advertisement as well as in the arts and nature. Moreover, the face and its image date back to the dawn of human societies and the arena of human identity. How can we explain the fact that the human face moves us? The essays gathered in this volume offer perspectives from different disciplines where the face holds a key position. They continue the multilingual discussions on this subject matter as they were developed in a collaboration between the NCCR Iconic Criticism (eikones) at the University of Basel, the Istituto Svizzero in Rome, and the University of Applied Sciences and Arts (FHNW) in Basel.
Der Holbein-Streit und die Ursprünge der Kunstgeschichte
Series:  Eikones
Author: Lena Bader
Der langjährige Streit um zwei Versionen der Madonna des Bürgermeisters Meyer, gemalt von Holbein dem Jüngeren, ist nicht bloß ein Disput unter Experten. Obwohl von Seiten der späteren Wissenschaftsgeschichte als ein Triumph des Originals gefeiert, geht es im Holbein-Streit eigentlich um Grundfragen des Bildes.
Aus dem Wechselverhältnis von Bildpraxis und Bildkritik gehen Fragen hervor, die weit über das Authentizitätsdilemma hinaus gehen und die Ursprünge einer Kunstgeschichte als historische Bildwissenschaft kennzeichnen.
Erstmals geht nun Lena Bader jenseits der Echtheitsfrage jenen Streitpunkten nach, die die eigentlichen Schlüsselthemen der Debatte sind. Es gelingt ihr ganz neue Sichtweisen auf den Holbein-Streit und die Aktualität der diskutierten Fragen zu eröffnen.
Intuition ist ein Glücksfall für Künstler, wird von kühlen Rationalisten aber abgelehnt. Doch was genau ist Intuition?
Intuition wird als plötzlich sich einstellendes, umfassendes Wissen verstanden, als eine Erkenntnisform, die auf anderen Denkprozessen basiert. Diese andere Form des Denkens, eine von der analytischen Rationalität abweichende »Vernunft«, ist angesichts der aktuellen Einsicht in die Unzulänglichkeiten rein rationaler Konzepte und mechanistischer Menschenbilder als komplementäre Erkenntniskraft von zentralem Interesse.
Als Ressource, die es zu nutzen gilt, wurde die Intuition längst entdeckt. Diese Entdeckung führt jedoch nicht nur zur Wiederkehr, sondern auch zur Verflachung des Begriffes »Intuition«, der diskursgeschichtlich eine ebenso wechselhafte wie einflussreiche Geschichte hat.
Körperlichkeiten der Abstraktion in moderner und zeitgenössischer Kunst
Das Buch nimmt moderne und zeitgenössische Positionen abstrakter Kunst in den Blick, die sich einer Ästhetik der Körperlichkeit bedienen: Das Körperhafte wird in Form des physischen Körpers des Artefakts oder als Leib des Künstlers und Rezipienten thematisiert.
Der Band stellt Beispiele aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Tanz, Fotografie und Film vor, die das Verhältnis von Abstraktion und Realität mittels Materialität und Leiblichkeit neu denken. Damit wird ein erweiterter Begriff von Abstraktion verfolgt, der sich nicht allein als Reduktion bestimmen lässt und der über die prominente Gegenüberstellung von Abstraktion und Figuration hinausgeht. Statt einer Abstraktion von Körperlichkeit werden so Körperlichkeiten der Abstraktion erkundet.
Mister Kanister und die orale Postmoderne
Author: Daniela Roth
Kanister sind Romuald Hazoumès bevorzugtes Material, mit seinen Kanister-Masken wurde er weltberühmt.
Romuald Hazoumè, Künstler aus Benin, Westafrika, nahm an der Documenta 12 teil. Sein Flüchtlingsboot aus Kanistern, »Dream«, gewann den renommierten Arnold-Bode-Preis. Seine Masken sind »Global Art«, weil der westliche Kunstbegriff auf das zeitgenössische Kunstschaffen der ganzen Welt ausgedehnt wurde. Aber Differenzen und eine Kulturalisierung des Anderen bleiben erhalten: Kanister-Masken sind interessant als Kunst einer anderen als der europäischen Kultur. Die Autorin zeigt, dass Kunst und Kultur in Benin, im Vodun, nicht getrennt sind – angefangen bei Hazoumès großformatigen Gemälden des Fa-Orakels bis hin zu den großen Installationen. Oraltraditionen in Afrika sollen schriftlich gerettet werden. Aber für Hazoumè äußert sich Kultur mündlich oder performativ. Er erzählt Geschichten.
Wenn Montage als ein Vorgang der Synchronisierung begriffen wird, rücken die Verfahren und Techniken der Kohärenzherstellung ins Blickfeld: Wie werden die einzelnen medialen Ebenen zu einer Einheit synchronisiert? Traditionell wurde diese Frage in Bezug auf die Montage und ihre Effekte gestellt und an dieser Ebene setzt der Band an. ›Montage‹ wird über die rhetorische Adressierung hinaus aber auch in einem erweiterten Sinne verstanden, der nicht auf den produktionsästhetischen Aspekt begrenzt ist: Als performativ versteht der Band Montage im Sinne einer Persuasion, einer ›Nahelegung‹, einer ›Attrahierung‹. Seine Beiträge nehmen die synästhetischen und persuasiven Effekte der kinematographischen Montage auf und erweitern sie auf Verfahren, Techniken und Effekte der Synchronisierung in anderen Kunstformen hin.
Vom forschenden Entwerfen zur Entwurfsforschung der Architektur
Series:  Eikones
Kann Entwerfen eine Wissenschaft sein und wie lässt sich Entwerfen wissenschaftlich erforschen oder vermitteln?
In der Suche nach Antworten versammelt der Band Untersuchungen aus Architektur, Bauinformatik, Technikgeschichte, Philosophie, Ethnographie, Kunst- und Kulturwissenschaft, die sowohl praxisorientierte Überlegungen als auch systematische und historische Betrachtungen des Architekturentwurfs einbeziehen. Die unterschiedlichen Zugangsweisen können zeigen, dass Entwerfen nicht nur neue Artefakte hervorbringt, sondern zugleich neues Wissen generiert. Auf diese Weise wird das Entwerfen weit mehr als ein Gegenstand der Forschung. Erkannt als Mittel der Erkenntnisgewinnung, führt er auch zu einer überfälligen Neubewertung des Entwurfshandelns.