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Erinnern, Erzählen und Fingieren in der Frühen Neuzeit
Author: Jörg Dünne
Landkarten dienen nicht nur zur Orientierung im physischen Raum, sondern sie steuern auch Imaginationspraktiken.
Dünnes Studie widmet sich der frühneuzeitlichen Entstehung solcher Praktiken anhand von exemplarischen Analysen spanisch- und portugiesischsprachiger Texte von Inca Garcilaso de la Vega über Luís de Camões bis hin zu Miguel de Cervantes.
Über die Pathologisierung von Modernität
Ein neuer Blick auf die Entstehung der Modernität. Affairen zwischen experimenteller Psychiatrie und Ästhetik.
Als im Paris des 19. Jahrhunderts unvermittelt eine neue Experimentalkultur in der Medizin und die Crème aus Literatur und Kunst im Hôtel Pimodan auf der Île Saint-Louis aufeinandertrafen, entstand aus dieser Konstellation im Dämmer haschischgeschwängerter Abende die moderne Ästhetik. Die Auflösung des Ich durch die Psychopharmakologie, der künstliche Wahn, legte eine noch brisantere Entfremdung bloß, als die des Geistes von der Vernunft, nämlich die seiner organischen Grundlagen von ihm selbst. Nerval, Baudelaire, Rimbaud, dann auch Mallarmé, zogen daraus die poetischen Konsequenzen; moderne Literatur steht seither unter dem Unstern einer latenten Pathologie, die ihre Entstehungsgeschichte in sie eingesenkt hat.
Das Buch untersucht im ersten Teil die wissenschaftshistorischen (und kolonialen) Voraussetzungen dieser solitären Begegnung von medizinischem Experiment und poetischer Tradition, die bis an die Schwelle des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ausstrahlen, wo ein junger Privatdozent der Neuropathologie später erstaunt feststellt, daß seine Krankengeschichten sich wie Novellen lesen.
Im zweiten Teil wird die Bedeutung einer drogeninduzierten »nervalen« Erneuerung der Poesie in den Werken der betroffenen Dichter selbst verfolgt, es zeichnen sich mit einemmal Nachhallmomente einer Urszene der Modernität ab, die bis heute nicht aufgehört hat, die traditionelle literarische Zeichenverwendung zu irritieren.

Victor Hugo, Gustave Flaubert, Emile Zola
Sabine Narr erschließt ein Forschungsfeld, das in der französischen Literaturwissenschaft, Literatur- und Mediengeschichte bisher kaum wahrgenommen wurde.
Zeitgenössische Kunstprojekte wie die Lichtinstallationen in Chartres oder die Makrophotographien von Kirchenfenstern mit Legendendarstellungen sind Ausdruck eines innovativen, die neuen Medien einbeziehenden Umgangs mit religiöser Kunst und insbesondere mit Legendendarstellungen, der ohne die Entwicklung im 19. Jahrhundert nicht denkbar wäre. In der Literatur des 19. Jahrhunderts wird die Legende zu einer Kunstform erhoben, in deren Mittelpunkt eine Auseinandersetzung mit den anderen Künsten steht.
Explorationen und Perspektiven
Der Band bietet eine neue Perspektive auf den moralistischen Diskurs vor allem in den romanischen Ländern unter primär ästhetischen Gesichtspunkten.
Im Zentrum stehen Aspekte der Konturierung des Menschen als eines Wesens, das nur aus der Erfahrung und Beobachtung des Konkreten näher zu bestimmen ist.


Mit Beiträgen von:
Günter Bader, Rudolf Behrens, Jörg Dünne, Roland Galle, Andreas Höfele, Wolfgang Matzat, Maria Moog-Grünewald, Katharina Münchberg, Patricia Oster, Helmut Pfeiffer, Jörn Steigerwald, Karlheinz Stierle, Rainer Warning, Friedrich Wolfzettel.
Französische Literatur und Kultur zwischen Sedan und Vichy
Mit dem Untergang des II. Kaiserreichs vollzieht sich in Frankreich nicht nur ein politischer sondern auch ein diskursgeschichtlicher Wandel, in dessen Folge ein Dispositiv der Erkrankung und des Niederganges durch solche Formationen überschrieben wird, die nunmehr Heil statt Unheil setzen.
Der negative Vitalismus der Dekadenz weicht einer Regenerationsbewegung, die sich jedoch nicht in einem einzigen politischen Diskurs beruhigen kann, sondern sich um jene mit dem Verlust des Souveräns entstandene Leerstelle herum zu vervielfältigen scheint. Steht die Dekadenz im Zeichen einer gleichermaßen fetischisierten wie perhorreszierten Weiblichkeit, so kreist die mit der Niederlage von Sedan aufkommende Regenerationsdynamik um eine Vaterfunktion, die in der Republik, so scheint es, eben gerade noch keine symbolische Entsprechung finden kann. Die vakante Vaterposition wird damit offen für immer neue, imaginäre Besetzungen, die bei aller Heterogenität als Gemeinsamkeit die Verschränkung von Männlichkeit und Heil teilen.
Pilger und Pícaros in der spanischen Literatur der Frühen Neuzeit
Author: Hanno Ehrlicher
Pilger und Pícaros stehen für die Spannung zwischen Weltlichkeit und Geistlichkeit, die für die Kultur der Gegenreformation auf der iberischen Halbinsel besonders kennzeichnend war. Die Studie erforscht die Erzählliteratur der spanischen Frühen Neuzeit auf der Basis eines breiten Textcorpus anhand dieser zentralen Bewegungsfiguren.
Variationen einer Denkfigur von André Gide
Author: Iris Roebling
Ein ›acte gratuit‹ ist eine (kriminelle) Handlung, für die weder ein Grund noch ein Zweck angegeben werden kann. Zweckfreiheit und Grundlosigkeit sind jedoch auch Merkmale, die der Gnade, der Gabe und der Schönheit zukommen. Und sogar der Unfall als ein zufälliges, nichtintentionales Ereignis lässt sich dieser Denkfigur noch zuordnen. In Roeblings Buch werden die gedanklichen Strukturen des ›acte gratuit‹ offen gelegt. Ausgangspunkt ist André Gides Sotie Les caves du Vatican, in der ein anscheinend unmotivierter Mord geschildert wird. Davon ausgehend werden Gabe, Gnade, Schönheit und Unfall als weitere Dimensionen der Idee der Grundlosigkeit und Zweckfreiheit erläutert. Dies geschieht anhand von Schlüsseltexten, die für Gides intellektuelle Entwicklung (Hiob, Conrad) und ideengeschichtliche Wirkung (Camus, Ellis) von zentraler Bedeutung sind.
Zur historischen Pragmatik des Mittelalters
Die Geschichte des bestraften Sprechens hält mit den 'Zungensünden'(peccata linguae) in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Kuriosität bereit. Ein paar Jahrzehnte lang kreist die Moraltheologie fast obsessiv um Verfehlungen im Medium der Sprache, um sie immer neu zu benennen, zu beschreiben und zu klassifizieren. Zu den 'Zungensünden' gehören das beständige Klagen, das zuviel Reden und das Schmeicheln ebenso wie das Fluchen und Schwören, dessen verheerende Wirkung insbesondere Prediger nicht müde werden zu betonen. Die Gründe für das Aufrücken des Sprachverhaltens zu einem zentralen Thema der Morallehre sind vielfältig. Die Aufwertung der Volkssprachen trägt genauso dazu bei, eine umgangssprachliche Verfehlung wie das Fluchen zum Leitdelikt der Strafverfolgung zu erheben wie unzählige Wundergeschichten zur Macht der Rede und ihre scholastischen Diskussion.
Studien zu Ignacio de Loyola und Francisco de Quevedo
Author: Christian Wehr
Mit Ignatius von Loyolas Exerzitia spiritualia aus dem Jahre 1548 verlässt die geistliche Meditation ihren angestammten sakralen Raum. Von nun an findet sie Eingang in die unterschiedlichsten Bereiche des kulturellen Lebens. Welch machtvollen Ausdruck sie in der Literatur des spanischen siglo de oro gewinnt, kann vor allem das lyrische Werk des grossen Barockdichters Francisco de Quevedo bezeugen. Die Exerzitia spiritualia stehen für eine innovative Überbietung der mittelalterlichen Meditation. Da der Jesuitenorden auf den geschlossenen Raum des Klosters verzichtet, werden die Geistlichen Übungen örtlich unabhängig und schon in der frühen Neuzeit nahezu allgegenwärtig. Ihre Spuren finden sich in den populären Alltagskulturen ebenso wie in den Verhaltenslehren der höfischen Eliten. Besonders nachhaltigen Einfluss sollte das jesuitische Meditationsprogramm jedoch auf eine barocke Ästhetik der Suggestion und Stimulation gewinnen.
Conquista, Genus, Genealogien
Author: Claudia Leitner
Kann die Subalterne sprechen? – Malinche, die indigene Übersetzerin und Geliebte Cortés’, zeigt die Kernanliegen postkolonialer Theorie in besonderer Dichte und Schärfe an. Über der paradigmatischen Vermittlerin in der Conquista, große Streitfigur mestizisch gesetzter Mexikanität und divergierender Feminismen, neu entdeckte Ikone des kulturellen Austauschs, eröffnen sich beinahe fünf Jahrhunderte des Verhandelns indigener wie auch weiblicher Sprach-, Handlungs- und Kulturfähigkeit. 'Malinche' heißt auch der viertgrößte Berg Mexikos und er mag für die Massivität der Bedeutungsreservoirs stehen, die sich in nun schon fast ein halbes Jahrtausend lang um die Figur der Malinche gelegt haben.