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Das Choreodrama "Le Sacre du printemps" im Spiegel der 'Theaterreform um 1900'
Author: Leila Zickgraf
Igor’ Stravinskijs Sacre du printemps gilt als Meilenstein der Musik- und Tanzgeschichte. Gleichwohl hat die Wissenschaft einen Schlüsselaspekt zum Verständnis des Werkes bislang übersehen: die ‚Theaterreform um 1900‘.
Leila Zickgraf zeigt erstmals, dass Stravinskij mit dem Sacre sein höchst eigenes ‚Theater der Zukunft‘ verwirklichte – gemeinsam mit dem Choreografen Vaclav Nižinskij und inspiriert von Georg Fuchs sowie Edward Gordon Craig. Durch die Rhythmen seiner Komposition versetzte er nämlich Tänzer wie Publikum in einen körperlich erfahrbaren Rausch, wodurch er die Zuschauer ins Bühnengeschehen integrierte. Die Ballets Russes nahmen damals – 1913 – eine mechanistische Ästhetik vorweg, die in Musik, Tanz und Theater merklich erst in den 1920er Jahren in Erscheinung treten sollte. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung zwischen Tanz-, Kultur-, Theater- und Musikwissenschaft sowie seiner umfassenden, auch russischsprachigen Quellenerschließung leistet das Buch einen wichtigen Forschungsbeitrag zu einem nicht wenig untersuchten, aber – wie sich zeigt – in zentralen Aspekten noch immer ungenügend ausgeleuchteten Meisterwerk.
Visuelle Kultur und musikalische Notation (9.-13. Jahrhundert)
Dieser Band untersucht die Entwicklung der musikalischen Notenschrift als Teil der Kulturgeschichte des Visuellen. Notationspraktiken des Mittelalters werden im Dialog mit schrift- und bildtheoretischen Ansätzen diskutiert. Frühe Formen von Notation sind Träger einer Spannung zwischen Schriftbild und Klang, zwischen Erinnerung und Vergegenwärtigung, zwischen Bildhaftem und Bilderlosem und werden in den veröffentlichten Beiträgen auf diesen gemeinsamen Fokus hin reflektiert. Die Prozesse der Verschriftlichung, die sich im Kontext der musikalischen Theorie und Praxis seit dem 9. Jahrhundert entfaltet haben, sind nicht nur musikhistorisch zentral, sie sind ebenso im Hinblick auf eine kulturgeschichtliche Diskussion über Schrift und Schriftlichkeit relevant. Im Anschluss an die Schriftbildlichkeitsdebatte leistet die hier gestellte Frage nach der visuellen Logik musikalischer Notenschriften einen bisher vernachlässigten, jedoch wichtigen Beitrag.
Konzepte und Debatten in der frühen Bundesrepublik
Author: Julia Freund
Lange Zeit hat die Idee eines musikalischen Fortschritts gleichermaßen fasziniert und polarisiert. Als zentraler Bestandteil der Diskurse um die Neue Musik verlangt sie nach einer differenzierten historischen Betrachtung.
Anhand von reichhaltigem Textmaterial analysiert Julia Freund die zentralen Konzepte und Argumentationslinien und entwirft ein vielfältiges Panorama der Debatten der 1950er Jahre. Ausgangspunkt ist ein close reading der Schriften und Vorlesungen Theodor W. Adornos, dessen Fortschrittsbegriff im Rahmen seines philosophischen Projekts der Aufklärungskritik greifbar wird. In einem zweiten und dritten Schritt nimmt die Autorin die Denkfiguren und Narrative der seriellen Komponisten (darunter K. Stockhausen und P. Boulez) sowie die Gegenentwürfe ihrer Kritiker (wie P. Hindemith oder Fr. Blume) in den Blick.
Interdisziplinäre Perspektiven auf musikalische Notationen
Musiknotationen wurden lange nur als »aufgeschriebener Klang«, in der Rolle eines Speicher- und Kommunikationsmediums, verstanden. Ausgehend von neuerer Schriftforschung wird in diesem Band ein Perspektivenwechsel auf musikalische Schrift vorgenommen. Die Beiträge eröffnen kulturwissenschaftliche, philosophische, musikhistorische, bildtheoretische und musikästhetische Perspektiven auf musikalische Notation. Daran anknüpfend werden exemplarisch musikalische Notationssysteme aus Geschichte und Gegenwart auf ihre schriftspezifische ›Eigensinnlichkeit‹ befragt.
Die von Federico Celestini, Simon Obert, Matteo Nanni und Nikolaus Urbanek herausgegebene Reihe erörtert grundlegende Dimensionen musikalischer Notationen und stellt hierbei die Aspekte der Ikonizität, Materialität, Performativität und Operativität in das Zentrum. Die Überlegungen kreisen um die Formulierung einer Theorie der musikalischen Schrift.
Russland im späten 18. Jahrhundert
Die vorliegende Monografie widmet sich den musikkulturellen Transferprozessen zwischen dem westlichen Europa und Russland in den Jahren 1775 bis 1800. Diese Zeit kann als Ausgangspunkt für die spätere nationale Entwicklung der Musik in Russland erachtet werden, die zwar im musikalischen Kontext in der Nationaloper Glinkas ihren historiografischen Beginn nahm, ihren Ursprung allerdings im Wechselspiel der europäischen Musikkulturen hatte. Im Fokus steht das enge Beziehungsgeflecht von Kulturvermittlern innerhalb der dynastischen Kontakte sowie innerhalb des europäischen Kommunikationssystems.
Zu Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation
„Einzige Antwort auf Kunst ist Kunst.“ (Wolfgang Rihm) Ästhetische Transformationen sind in musikpädagogischen Kontexten schon seit langem allgegenwärtig – und trotzdem sind die besonderen Potenziale solch intermedialer Begegnungen im Zusammenspiel der Künste längst noch nicht ausgereizt. Die Autorinnen und Autoren der hier vorliegenden Schrift widmen sich jeweils einem Ausschnitt der ästhetischen Transformation und versuchen, sich in der Verbindung von Theorie und Praxis der besonderen Dimension einer Erkenntnis anzunähern, die sich in den Begegnungen zwischen den jeweiligen Künsten zeigt. Die so beschriebenen unterrichtspraktischen Beispiele möchten zeigen, wie eine Transformation von Musik ins Bild, in Bewegung und in Sprache im Musikunterricht gelingen kann. Auf diese Weise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur eine erweiterte Perspektive auf Musik eröffnet. Durch die ästhetischen Transformationen entstehen gleichzeitig Räume zur Erprobung künstlerischen Denkens und Gestaltens.
Helmholtz' physiologische Grundlegung der Musiktheorie
Author: Julia Kursell
Die Theorie des Hörens von Hermann von Helmholtz kreist um eine offene Frage: Wie geschieht der Übergang von der physikalischen Schwingung zum wahrgenommenen Klang?
Helmholtz sucht die Antwort darauf nicht nur in einer Synthese des verfügbaren Wissens der Mathematik, Physik, Physiologie und Anatomie, sondern auch in der Musikgeschichte, die er als einen hörphysiologischen Langzeitversuch auffasst. Er fügt sie in sein eigenes Experimentalsystem ein, um das Wissen vom Hören aufzudecken, das in der Musik steckt. Julia Kursell zeichnet diese Experimentalisierung der Musik nach, nimmt das Verhältnis von Ohr und Instrument in den Blick und rekonstruiert die Rolle und Funktion der Musik in Helmholtz’ Theorie der Wahrnehmung.
HipHop-Kultur aus der Bronx, Deutschland und Bosnien
HipHop-Kultur ist global: In jeder Sprache wird gerappt, gesampelt wird alles, von Soul Funk Breaks über Klassik bis hin zum folkloristischen Bläsersatz und auf Youtube tanzen B-Boys aus der ganzen Welt vor Wänden voller Graffiti.
Ausgehend von den frühen HipHop-Performances im New York der Siebziger untersucht der Autor die Entstehung der kulturspezifischen Körpertechniken im Kontext der elektronischen Medien und zeigt, wie Unterwanderungen technischer Konventionen die spätere Wanderung dieser Kulturpraxis und ihre lokale Reproduktion initiieren. Aus der Selbstinszenierung einer lokalen Gegenkultur wird im globalen Kontext eine Kultur der Selbstinszenierung, deren Widerstand sich nicht gegen ein kulturell Anderes, sondern gegen eine andere Kultur des Medialen richtet. Die Arbeit erklärt die medialen Dynamiken der Anfänge der HipHop Kultur anhand ihrer selbstreferentiellen Erzählstrategien in Rapmusik, Djing, Breakdance und Graffiti.

Die Beiträge dieses Bandes rekonstruieren das komplexe Verhältnis von Bild und Musik in historischer Perspektive von der frühen Neuzeit bis in die Moderne.
In der alltäglichen Medien- und Werbepraxis werden Bilder von spezifischen Tonsignets unterlegt, um sich dem Kaufinteressenten unauslöschlich einzuschreiben. Weiter kommentieren und vertiefen rhythmisierte Musikausschnitte den Fluss laufender Bilder. Dieses Verhältnis auch im Sinne einer Einheit der verschiedenen Zeichensysteme von Bild und Musik ist, vor allem von den historischen und medialen Voraussetzungen aus betrachtet, nicht fraglos hinzunehmen. Es betont weniger die Übergängigkeit zwischen den Medien im Sinne einer Synästhesie als vielmehr die Differenz, auf Grund derer erst an den Rändern durch einen Überschuss des jeweiligen Sinns von Hören und Sehen mögliche Berührungen zwischen der bildenden Kunst und der Musik entstehen. Dabei ist es die diachrone, dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise, die eine umfassende Erschließung des Gegenstands aus kunst- und musikwissenschaftlicher Perspektive ermöglicht.