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Italo Svevos Medien
Wie und warum verleihen Menschen dem Geld Wert? Wie machen sie aus Schrift Sinn? Diese Fragen stehen immer wieder im Zentrum der Romane Italo Svevos. Mit ihrer Hilfe erschließt diese Studie einen neuen Blick auf die turbulente wissenschaftliche und mediale Landschaft des Fin de siècle – und auf alte mediale Fragen.
Um 1900 schreibt Ettore Schmitz, Manager einer triestiner Schiffslackfabrik, in seiner Freizeit Romane, deren Protagonisten auf oft dilettantische Weise die beiden Medien gegeneinander ausspielen, mit denen er selbst sich hervorragend auskennt: Schrift und Geld. Schmitz selbst sollte unter seinem Pseudonym Italo Svevo als einer der wichtigsten Vertreter der italienischen Moderne zu spätem Ruhm gelangen. In dieser ersten deutschsprachigen Monographie zu seinen Werken werden diese zu einem Prisma: Sie eröffnen den Blick in eine Wissenschafts- und Medienlandschaft im Umbruch, in der wirtschafts- wie medientheoretische Fragen über disziplinäre Grenzen hinaus verhandelt werden.
Literatur und Repräsentation in der politischen Moderne
Author: Sabine Müller
Die demokratische Stimmabgabe – handelt es sich hierbei um eine irrelevante Metapher? Oder sollte man sie beim Wort nehmen, um nach der Beziehung zwischen der Stimmabgabe in Repräsentativdemokratien und den „stummen Stimmen“ der modernen Literatur zu fragen?
Das Buch antwortet hierauf mit einem transdisziplinär erweiterten, post-poststrukturalistischen Repräsentationskonzept, das Erkenntnisse der Sozial-, Rechts- und Geschichtswissenschaften mit aktuellen Literatur- und Kulturtheorien verbindet. Diese Grundlage eröffnet neue, bei den Umbruchsjahrzehnten um 1800 ansetzende Perspektiven auf die Relation zwischen ästhetischer und politischer Repräsentation (Darstellung/ Stellvertretung) und auf zentrale Etappen in der Geschichte der politischen Ästhetik von Kollektivität. Materialien der Verwaltungs-, Bildungs-, Theater-, Popularkultur- und Literaturgeschichte heranziehend, nimmt die Studie chorisch katechisierende Schulkinder, idiosynkratische Theatergänger und lärmempfindliche Kinobetreiber ebenso in den Blick wie literarische Positionen von Friedrich Schiller bis zu Elias Canetti, Anton Kuh, Felix Salten und Franz Kafka.
Hölderlin, Frankreich und die Heideggersprache
Die Arbeit nutzt Hölderlins Frankreichaufenthalt 1802 zu einer Deutung der Gedichte Andenken und Der Ister, um auf dieser Grundlage zu einer Kritik Heideggers fortzuschreiten.
Hölderlins Aufenthalt in Bordeaux im Winter und Frühjahr 1802 hat die Forschung seit jeher vor Rätsel gestellt. Das einzige Zeugnis, das neben spärlichen Briefen erhalten geblieben ist, bildet eines seiner berühmtesten Gedichte, Andenken, in dessen Mittelpunkt die Darstellung der Stadt und des Flusses Garonne steht. Auf dem gleichen Blatt hat Hölderlin ein zweites Gedicht begonnen: Der Ister. Die Arbeit stellt die Frage nach dem Zusammenhang der beiden Stromgedichte und wendet sich in einem zweiten Schritt der Auslegung zu, die sie in Vorlesungen Heideggers während des Krieges erfahren haben. Das Ziel besteht in einer Befreiung Hölderlins von den Vorgaben der Philosophie Heideggers.
Interdisziplinäre Perspektiven auf Migration und Gesellschaft
Aus verschiedenen Fachperspektiven werden gesellschaftliche Probleme und Debatten rund um aktuelle Fragen von Migration und Integration beleuchtet.
Beiträge aus Politik, Soziologie, Jurisprudenz, Geschichtswissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Medienwissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaft reflektieren anhand historischer Fallstudien, empirischer Untersuchungen und theoretischer Modelle, wie die Erfahrung von Fremdheit und Vielfalt in der modernen globalisierten Welt von unterschiedlichen Beteiligten wahrgenommen wird und welche Handlungsmöglichkeiten und ethischen Maximen sich für die Vision einer gesellschaftlichen Integration ergeben (können). Dabei werden die öffentliche Diskussion und die Darstellung in den Medien ebenso untersucht wie ideale Lösungsstrategien und praktische Handlungsanweisungen.
The Biography. Translated from German by Sebastian Goth and Kelly Kawar
Translators: Sebastian Goth and Kelly Kawar
Kleist has fascinated readers like no other German writer. How did a one-time soldier with an unremarkable literary education become one of the greatest innovators of German literature? What allows for the tragedy of his life? In what ways does his work speak to us today?
In his great biography Günter Blamberger gives us a new Kleist: Unlike conventional approaches, he does not try to understand Kleist's life from the perspective of its end—from the perspective of his suicide as the final catastrophe of a life in permanent crisis. Rather, he remains at eye-level with Kleist’s present, narrating from the perspective of Kleist’s experience—in the moment with him—capturing the unsettling or the astonishing in each phase of his life, the explosive nature of each one of his risky experiments in living and writing. The result is an indispensable work of German literary history—a vivid, captivating biography of one of the greatest literary geniuses of all time.
Volume Editors: Artur Pelka and Christian Poik
Der Band bietet Einblicke in neueste literaturwissenschaftliche, editorische und biografische Erkenntnisse der Joseph-Roth-Forschung.
Das Spektrum der Beiträge reicht von einer kritischen Auseinandersetzung mit Desideraten in der Editionspraxis über Fragen zur Mobilität und Identität sowie zur europäischen Moderne bis zu biografischen Einsichten. Die Autor:innen beschreiben differenzierte Möglichkeiten der Herangehensweise an unterschiedliche Textsorten und das Leben Joseph Roths im Kontext zeitgenössischer Diskurse über die Großstadt, den Film, das Hotel, den Faschismus, das Judentum und in Bezug auf Erzählformen. Mit Texten von Hans Richard Brittnacher, Armin Eidherr, Iris Hermann, Aneta Jachimowicz, Katarzyna Jaśtal, Maria Kłańska, Bastian Lasse, Heinz Lunzer, Victoria Lunzer-Talos, Rainer-Joachim Siegel.
Der anti-objektivistische Einwand in Philosophie und Kunst
Was ist und was kann Kunst? Die zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik sind nur anti-objektivistisch zu beantworten. Doch was das heißt, das zeigt sich erst in der Begegnung historisch-systematischen Denkens mit der Kunst.
Andrea Sakoparnig plädiert dafür, im Ausgang von der Frage nach der Objektivität des Ästhetischen die beiden zentralen Fragen der philosophischen Ästhetik neu zu stellen. Dazu rekonstruiert und diskutiert sie den in der philosophischen Tradition formulierten Einwand vom objektivistischen Missverständnis, den sie auf seine Wurzeln hin reflektiert und mit drei paradigmatischen Kunstwerken der Avantgarde konfrontiert. Damit begibt sie sich auf den Weg zu einer neuen Ontologie des Kunstwerks, die den heterogenen Plural der Seins- und Erscheinungsweisen von Kunst zum Ausgang nimmt.
On the Fascination and Power of Aesthetic Ideas. Translated from German by Joel Golb
“M’illumino/d’immenso” – “I’m lit/with immensity” is Geoffrey Brock’s translation of Giuseppe Ungaretti’s poem Mattina. In the poem’s minimalism, Ungaretti points to the maximal: the richness of poetry’s expressive possibilities and the power of thinking in literature.
This book addresses the fascination of readers to transcend the boundaries of their own in fiction, and literature’s capacity, according to Kant, even to evoke, with the help of the development of aesthetic ideas, representations that exceed what is empirically and conceptually graspable – in case studies about myths of creativity, images of death and the beyond after the ‘death of God’, of the soul, of melancholy as the dark ground of genius, of metamorphoses of both evil and good, of ecstasy, of the economy of self-sacrifice, of the art of resistance, and, among others, about figurations of biography and the portrait as approaches to singularity, what is particular and cannot be fully subsumed to any universality.
Kant – Hölderlin – Nietzsche
Author: Johannes Epple
Durch die Begegnung mit Immanuel Kants Kritik der Urteilskraft haben Friedrich Hölderlin und Friedrich Nietzsche wesentliche Impulse für ihr dichterisch-philosophisches Schaffen erhalten.
Johannes Epple zeigt in seiner Monografie, dass Hölderlins in den Hyperion eingearbeitete Kant-Lektüren einen erstrangigen Zugang zu Nietzsches oft als dunkel kritisiertes Werk Also sprach Zarathustra eröffnen. Zusätzlich weist Epple nach, dass die beiden Dichter auf je eigene Weise in Kants Dritter Kritik Grundlinien einer dionysischen Ästhetik freilegen und auf Basis dieser eine ästhetisch-metaphysische Vollendung der kritischen Philosophie durchführen.
Weiße Identitäten in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie
Author: Leena Crasemann
In kolonialen Projekten produzierten jahrzehntelang europäische Länder ungezählte fotografische Aufnahmen von Menschen anderer Kulturen. Wie befasst sich eine jüngere fotografische Praxis mit dem kolonialen Bildererbe und den visuellen Einschreibungen topischer, auch kunsthistorischer Motive in diesem weit verzweigten und in diversen Archiven und Sammlungen lagernden Bildkorpus? Im Zuge des postcolonial turn sind künstlerische Fotoarbeiten entstanden, die sich mit den diversen Implikationen weißer Darstellungsmacht befassen. Die fotogeschichtlichen Bedingungen sind der Bezugsrahmen dieser Aufnahmen. Wenn eine Bildkritik dadurch charakterisiert ist, dass sie visuelle Konventionen hinterfragt, Normen destabilisiert, Darstellungsmuster durchbricht, dann steht zu fragen, inwiefern die Positionen der Gegenwart eine Blickumkehr vornehmen, um weiße Identitäten mittels Fotografie kritisch zu perspektivieren: Wie wird Weißsein im fotografischen Bild dargestellt und wie funktioniert dessen machtvolle Aufladung, auch jenseits des fotografischen Rahmens? Welche Rolle kommt dem bildgebenden Verfahren der Fotografie zu, um das Unmarkierte sichtbar zu machen?