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Lessing, Kant, Hegel
Author: Peter Gilgen
Im Rahmen der epistemischen Umwälzungen am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Rhetorik von der Hermeneutik, die geschriebenen Texten ebenso wie der Geschichte galt, abgelöst. An die Stelle der bis in die Antike zurückreichenden ars memoriae, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu einem umfassenden System des Wissens geworden war, trat die Erinnerung. Dieses platonisch-augustinische Erbstück wurde in hermeneutisch-historistischen Lektüren der Erinnerung und den ihnen entsprechenden neuen Gattungen der Autobiographie, des Bildungsromans und der Geschichtsphilosophie reaktiviert. Lessing, Kant und Hegel markieren wichtige Stationen in dieser Entwicklung. Bezüge, Übernahmen und Anknüpfungen verbinden ihre Geschichtslektüren und die Stellung der Erinnerung in ihnen und rücken sie zugleich in eine erinnerte Tradition. Lessings Lektüre der Geschichte als Sequenz von sich aufhebenden Texten präfiguriert das Denken Hegels und verweist zurück auf Augustinus, dessen Hermeneutik Lessing sich aneignet und im Modus geschichtlichen Erinnerns ins Werk setzt. Kant beschäftigt sich mit der Geschichte als philosophischem Problem in einer Reihe von Aufsätzen, in denen die Philosophie der Geschichte und die Geschichtlichkeit seiner Philosophie sich eng verbinden. Dagegen begründet Hegels Erinnerung die Ermächtigung des philosophischen Subjekts, indem sie sich die Fülle des Seins einverleibt. Solchem Erinnern widersetzt sich Hölderlin. In seinen theoretischen Versuchen macht er die irreduzible Vielfalt von Sein und Zeit geltend, die in der poetischen Erinnerung erahnbar wird.
Wie systematisch ist Hegels System?
Das Bild der Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels, wie wir es kennen, ist zu großen Teilen immer noch eine Frucht des Stilisierungswillens seiner Schüler, die nach dem Tode des Meisters dessen Lehre systematischer präsentieren wollten, als diese in Wahrheit gewesen ist. Es gibt viele Untersuchungen zu seinen Teilen, aber kaum ein Buch zum Ganzen des Systems.
Gerade im Blick auf den anstehenden Abschluss der Edition der Vorlesungen innerhalb der Gesammelten Werke müsste aber eine Frage mit Nachdruck gestellt werden: Wie sieht es in Wahrheit mit Hegels System aus? Das System ist nicht so systematisch wie es scheint, oder, anders gesagt, das späthegelsche System ist nicht so stringent, wie man meinen könnte.
Philologisch-chronologische Erschließung der Manuskripte
Author: Beat Röllin
Beat Röllins Nachlass-Lektüre bietet völlig neue Einblicke in Nietzsches Schreiben und das Labyrinth seiner Werkgenese.
Was schrieb, was plante Nietzsche im Sommer 1885, nachdem er im Frühjahr Also sprach Zarathustra abgeschlossen hatte? Diktatniederschriften und eine von Nietzsche nur in dieser Zeit verwendete violette Tinte erlauben es, erstmals ein vollständiges Dossier aller Aufzeichnungen vom Sommer 1885 zusammenzustellen. Durch eine genaue Analyse der Manuskripte und Rekonstruktion des Schreibprozesses lässt sich erschließen, wann, wie und in welchem Ausmaß Nietzsche seine Pläne verfolgte. Er schrieb und plante im Sommer 1885 viel - doch sein Schreiben bewegte sich noch jenseits von Jenseits von Gut und Böse.
Spiele der Natur in Kunst und Wissenschaft
Der Begriff 'Ludi naturae' steht für ein naturphilosophisches Konzept, das seinen Zenit in der frühen Neuzeit erreichte. Mit den 'Spielen der Natur' waren dabei einerseits einzelne Naturdinge gemeint, die Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften Staunen und Verwunderung hervorriefen. Zugleich verwies diese Sammelbezeichnung – die etwa für sonderbar geformte Pflanzen ebenso verwendet wurde, wie für Missbildungen, seltene Schnecken oder Fossilien – auf ein bestimmtes Konzept von Natur. Bislang war die Forschung zu 'Ludi naturae' auf den Zeitraum der frühen Neuzeit begrenzt. Die Beiträge dieses Bandes erweitern erstmals den historischen Horizont und verfolgen mögliche Spuren dieses Konzepts bis in die Moderne.
Zum Verhältnis von kunstphilosophischen System und konkreter Werkkenntnis
Authors: Arne Zerbst and Arne Zerbst
Schellings Kunstphilosophie wird erst lebendig durch die Beispiele der bildenden Kunst. Erstmals rückt deshalb Arne Zerbst neben der philosophischen auch die kunstgeschichtliche Dimension umfassend in den Blick.
Erst aus dem Gedanken der hierarchischen Gleichsetzung von Philosophie und Kunst kann ein Werk der Kunstphilosophie erwachsen, welches diese Gleichheit umzusetzen willens und in der Lage ist. Die Gleichberechtigung von Philosophie und Kunst nimmt folglich auch diese Studie in die interdisziplinäre Pflicht, dem die Ästhetik grundsätzlich bestimmenden Verhältnis von konkreter Werkkenntnis und philosophischer Systematik am Beispiel Schellings nachzuspüren.
Über die Wirklichkeit der Vernunft in postmetophysischer Zeit
Immer dann, wenn es um die Frage nach der Wirklichkeit der Vernunft geht, ist Hegels Philosophieanspruch aktuell. Diese Aktualität verdeutlichen die Beiträge des Bandes in exemplarischer Weise.
Hegel zu lesen ist (wieder) an der Zeit. Bei ihm läßt sich lernen, was Vernunft von postmetaphysischen Tendenzen ihrer Selbstverabschiedung wie von naturalistischen Reduktionsprogrammen unterscheidet.
Beiträge zur Begründung der Kunstgeschichtsforschung bei Hegel und im Hegelianismus
Bislang wurde die durch Hegels Ästhetik angeregte Kunstgeschichtsschreibung global als eine in sich ungeschichtliche Überfremdung historischen Wissens durch die philosophische Systematik kritisiert und weitgehend vernachlässigt. Dieses Verständnis wird durch neu erschlossene Quellen zur Ästhetik Hegels und des Hegelianismus korrigiert. Die in dem Band zusammengestellten Beiträge analysieren auf dieser veränderten Quellengrundlage den Zusammenhang zwischen einer kulturgeschichtlichen Bestimmung der Kunst in Hegels Berliner Ästhetikvorlesungen und der Kunstgeschichtsschreibung der Hegelianer. Dabei lässt sich zeigen, dass beide Ansätze über eine dogmatische Festlegung des Geschichtsverständnisses durch ein vorgefertigtes philosophisches System hinausweisen. Der Band umfasst vier thematische Schwerpunkte, in denen neben den neuesten Erträgen der Quellenforschung zunächst die Anknüpfungen der wissenschaftlichen Kunstgeschichte bei Hegel und dem Hegelianismus, Ansätze für das konzeptionelle Zusammenspiel von Ästhetik, Kunstgeschichte und Kunsttheorie und schließlich gegenwärtige Debatten um die Aktualität dieser Konzeptionen diskutiert werden.
Nietzsche als Methode - Eine Versuchanordnung mit drei Opern Richard Wagners
Was wäre, wenn das Feld der Nietzsche-Interpretation, bis hin zu Heidegger und über ihn hin-aus, sich alleine deshalb in so hitziger Diskussionsaufregung befand, weil in ihm eine ent-scheidende Stelle unbelichtet blieb? Gibt es einen blinden oder gar – sprachphilosophisch betrachtet – „stummen Fleck“, der das Interpretationsvermögen gefährlich trübt? Ist das antitheti-sche Ringen der unterschied-lichsten Vereinnahmungen nur das Ergebnis einer versäumten Befragung der Praxis des Inter-pretierens auf ihre grundsätzliche Tauglichkeit? Wenn ja, müsste ein Gros der bisherigen Nietzsche-Auslegungen radikal in Frage gestellt werden. – Jürgen Hof-bauer versucht dies zu zeigen und entwickelt eine Nietzsche-Interpretation, die sich loslöst von den großen Schlagworten (Ü-bermensch, Wille zur Macht, Ewige Wiederkehr…) des Diskur-ses. Nicht was Nietzsche gesagt hat rückt in den Vordergrund, sondern die jedes Fundament zersetzenden Denkbewegungen, die zuletzt „Nietzsche als Metho-de“ verständlich machen sollen. Exemplifiziert wird das in einer Versuchsanordnung mit drei zentralen Werken Richard Wag-ners: Tannhäuser, Siegfried und Tristan.
Die beiden in Jena lehrenden Philosophen Wolfgang Welsch und Klaus Vieweg haben einen Band zusammengestellt, der bekannte Hegel-Experten und einige der weltweit renommiertesten Philosophen auf die Frage antworten läßt, was Hegel uns heute noch bedeuten kann. Die Beiträge beruhen auf einer Vorlesungsreihe, die aus Anlaß der zweihundertjährigen Wiederkehr von Hegels Ankunft in Jena (1801) stattfand. Den Stellungnahmen geht es nicht um historische Beschaulichkeit, sondern, mit Hegels Worten, um "das Interesse des Denkens". Welche Einsichten Hegels sind heute noch tragfähig, welche derzeit erneut besonders aktuell, welche zukunftsträchtig? Und von welchen anderen Aspekten gilt dies – und aus welchen Gründen – nicht? Hegels Philosophie hat gerade in jüngster Zeit an Aktualität für die Frage gewonnen, welche Wege das zeitgenössische Philosophieren einschlägt. Einer der Gründe dafür ist das neuartige Interesse der analytischen Philosophie an diesem von ihr vormals verfemten Philosophen. Daher vereinigt dieser Band sowohl ‚kontinentale‘ wie ‚analytische‘ Stellungnahmen. Ziel der Beiträge ist es, unser eigenes Denken mit Hegel voranzubringen.
Hegels Bestimmung des Hässlichen in den Vorlesungen zur Ästhetik und die Rezeption bei den Hegelianern
In seinen Berliner Ästhetikvorlesungen erkennt Hegel die Notwendigkeit des Hässlichen in der Kunst an, als eine der vielen Gestaltungsmög-lichkeiten, die die Kunst der modernen aufgeklärten Welt aufnehmen kann und muss, um die gesellschaftlichen Gegensätze ausdrücken und verstehen zu können. Er sieht so im Hässlichen das Sie-gel der unheimlichen modernen Subjektivität, die die Welt nicht mehr mit dem naiven Vertrauen des schönen tragischen Helden sehen kann. Diese moderne Deutung der Disharmonie, die in der 1835–38 von Heinrich Gustav Hotho nach Hegels Tod gedruckten Fassung der hegelschen Ästhetik unauf-findbar ist, ermöglicht die aktuel-le inflationäre und oft nicht durchsichtige Omnipräsenz des Hässlichen in der Kunst besser zu verstehen und überholt den re-aktionären „Klassizismus“ der Ästhetik der Hegelianer, die der traditionellen Verurteilung des Hässlichen der antiken Philoso-phie verhaftet bleiben.