Den thematischen Schwerpunkt der Reihe bilden die Dramen der Gegenwart mit Blick auf ihre Bühneninszenierungen. Neben den literatur- und kulturwissenschaftlichen sowie theaterwissenschaftlichen Studien zu zeitgenössischen, vorwiegend europäischen Dramen werden in dieser Schriftenreihe zugleich Resultate von synchronen oder diachronen Forschungen präsentiert, die sich den Tendenzen in der Entwicklung der heutigen Bühnendichtkunst widmen. Die Reihe stellt somit Forschungsergebnisse zu dem Umfeld des Dramas (als textlichem Phänomen) und seiner Aufführung vor, wobei literaturwissenschaftliche, kulturelle, theoretische, aber auch komparatistische Aspekte im Fokus stehen sollen.
Die Herausgeber:innen der Reihe sind offen für Monografien, Sammelbände, Qualifikationsschriften sowie für Tagungsergebnisse und Bibliografien, die ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen. Die Auswahl erfolgt unter Einbeziehung eines internationalen Advisory Boards. Über die Aufnahme der Manuskripte entscheidet das Editorial Board.
Zweiundvierzigster Band 2020-2021
Das Hölderlin-Jahrbuch 42, 2020–2021 versammelt Beiträge zum 250. Geburtstag des Dichters, die angesichts der Pandemie jedoch nur geschrieben und nicht vorgetragen wurden.
Behandelt werden die Gedichte Heidelberg, Der Winkel von Hahrdt und Die Eichbäume sowie die Entwürfe Wie wenn am Feiertage … und Vom Abgrund nemlich. Hölderlins Beschäftigung mit Empedokles wird anhand der griechischen Quellentexte wie auch hinsichtlich ihrer Edition untersucht. Der Kosmopolitismus des Dichters, seine Auseinandersetzung mit dem Problem des Anfangs sowie die Rezeptionen von Heidegger und Paul de Man bilden weitere Schwerpunkte. Rezensionen einschlägiger Neuerscheinungen, ein Nachruf auf Jochen Schmidt und Nachrichten aus der Hölderlin-Gesellschaft beschließen den Band.
Ausgewählte Beiträge zur Literatur- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Fedor Poljakov und Natalia Bakshi
Konstantin Asadowski hat sich sein Leben lang mit den deutsch-russischen Kulturverbindungen befasst. Seine wichtigsten Beiträge zu diesem Thema finden sich in diesem Band.
„Konstantin Asadowski ist ein glorreicher Vertreter der weltberühmten russischen Intelligenzia, die zum ständigen Opfer der kommunistischen Machthaber im Laufe von 70 Jahren wurde“, so Efim Etkind 1990. Seine Inhaftierung 1980–1982 im sowjetischen GULAG führte zu einer großen Resonanz unter westlichen Intellektuellen. In Deutschland setzten sich unter anderen Heinrich Böll und Lev Kopelev für seine Freilassung ein; in den USA war es vor allem Joseph Brodsky, der 1981 in The New York Review of Books einen Artikel über Asadowski und seinen „Fall“ veröffentlichte. Später, während der Zeit der Perestroika, wurde Asadowski rehabilitiert und als „Opfer der politischen Verfolgungen“ anerkannt.
Polemische Konstellationen vom 18. zum 21. Jahrhundert
Der Band versucht, das Verhältnis von Klassizismus und Antiklassizismus erstmals als polemische Konstellation zu fassen.
Die einzelnen Beiträge nehmen die Beziehungen zwischen Klassizismus und Antiklassizismus vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart in den Blick. Gefragt wird nach den polemischen Konstellationen, in denen literarische wie künstlerische Werke beider Strömungen sich aufeinander beziehen, sich gegeneinander abgrenzen und so profilieren. Solche Kontroversen lassen sich häufig nicht auf die Intentionen einzelner Akteure zurückführen, sondern werden nur aus einer genaueren Autopsie der strukturellen Verschiebungen erklärbar, die diese Einsätze ermöglichen und deren Ausdruck sie sind. Eine solche Sichtweise soll die wechselseitige Erzeugung und Profilierung distinkter ästhetischer Positionen durch Konkurrenzverhältnisse neu modellieren.
Paradigmen der Störung in Dramentexten und Bühnenkonzepten nach 2000
Aus literatur-, theater- und medienwissenschaftlicher Perspektive beleuchten die Beiträge des Bandes das wechselseitige Verhältnis zwischen Theater und Krise, nicht zuletzt mit Blick auch auf aktuelle Krisen.
Einerseits stellt das Drama seit jeher eine Antwort auf kulturelle und gesellschaftliche Krisen dar, weist es doch mit der Peripetie ein ästhetisches Modell der Krise auf, in dem das Moment der Entscheidung zwischen Heilung und Katastrophe fokussiert, gespiegelt und verfremdet wird. Andererseits fungiert Bühnenkunst selbst als Motor gesellschaftlicher Emergenz, ist sie doch in der Lage, bestehende Ordnungen zu gefährden, vermeintliche Sicherheiten zu erschüttern und Normalitäten zu stören, um sie auf diese Weise überhaupt ins Bewusstsein zu rufen. Untersucht werden vorwiegend Arbeiten seit 2000.
Dieses Buch untersucht erstmals die Frage des Pathos in Sebalds Selbstverständnis und Rezeption.
Es beleuchtet das Verhältnis zwischen Sebalds Stilideal der unpathetischen, leidenschaftslosen Rede und seiner Ethik der Mitleidenschaft, der Em-Pathie als Protest gegen politische A-Pathie. Pathos ist daher kein Verstoß gegen den guten „ethisch-ästhetischen“ Geschmack, sondern eine zentrale Dimension seines elegischen Werks im Zeichen der Shoah. Im Lichte von Aby Warburgs Begriff der Pathosformel, die die Ausdrucksintensität zugleich steigert und zähmt, werden Sebalds vieldiskutierter Gebrauch von dokumentarischem Material und Bildern, aber auch diskretere Motive wie Körpergebärden und die Bezüge zu Film, Theater und Oper als Formen des Pathos neu gelesen.
In: Wissenstransfer in Bildprogrammen des Trecento
In: Wissenstransfer in Bildprogrammen des Trecento
In: Wissenstransfer in Bildprogrammen des Trecento
In: Wissenstransfer in Bildprogrammen des Trecento