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Author: Georg Stanitzek

Abstract

German everyday life around 1800 is dominated by the representative public sphere of the ancien régime, rather than by a critical or bourgeois public sphere. While formally, the representative public sphere with its hierarchies, its dos and don’ts, is eminently suited for frank – parrhesiastic –transgression, in fact it is powerfully opposed to it and prevents it.

In: Sprache und Literatur
Author: Philipp Goll

Abstract

In the second half of the 1960s, the Munich based journal Filmkritik was rattled by a heated debate between the so-called “aesthetic left” and the “political left”. The article argues that within this context, the aesthetic left developed a notion of the public sphere informed by media practices such as watching movies and writing about it, a process whereby an ‘aesthetic formation’ emerges. Drawing upon the anti-authoritarian movement’s critique of the ‘ritualization’ of the liberal public sphere, the aesthetic left developed new styles of writing aimed at interrupting the ritualized bourgeois discourse.

In: Sprache und Literatur
Author: Gesa Frömming

Abstract

The practical interest driving many 20th-century theories of the public sphere led Hannah Arendt, Jürgen Habermas, and Oskar Negt/Alexander Kluge to focus upon the various practices that bring about, and keep alive, a public sphere. Looking for common ground between their accounts, this article argues that all of them rely upon the concept of “Herstellung” (fabrication/work), as distinguished from action or deliberation, for a critical analysis of these practices. While there are significant differences in the ways they deploy the concept, its theoretical function is similar in that it sheds light upon the institutional, organizational, and medial conditions for public agency to arise. The concept thus enables reflection upon the political relevance of practices such as writing books, making films, studying the past, and commemorating the dead, as well as upon the infrastructures and publics that are constitutive for them.

In: Sprache und Literatur
Author: Matthias Thiele

Abstract

Der Beitrag bezieht in seine Analyse von Ein Wildermuth mehrfach den Erzählband als Kontext der Erzählung mit ein. Aufgrund seiner Komposition und Vernetzung der Erzählungen auf mehreren Ebenen wird in einem ersten Schritt die Parallelität von Ein Wildermuth und Das dreißigste Jahr untersucht, wobei sich Themen und Motive in der Gemeinsamkeit bündeln, dass es sich in beiden Fällen um facettenreiche (De-)Normalisierungsnarrationen handelt. Ein Wildermuth hebt sich von Das dreißigste Jahr und allen weiteren Erzählungen des Erzählbandes vor allem durch Komik ab. Entsprechend werden in einem zweiten Schritt die komischen Formen, Verfahren, Elemente und Segmente analysiert, wobei die Gerichtszene mit dem Auftritt des Knopfspezialisten und dem Knopf als sperrigem, uneinhegbarem Ding nicht nur den narrativen Umschlags-, sondern auch den komödiantischen Höhepunkt der Erzählung darstellt. Die durch Kontrast und Inkongruenz erzeugte Komik und komischen Effekte, dienen vor allem zur Distanzerzeugung gegenüber Figur und Erzähler Anton Wildermuth und zur Vermeidung einer identifikatorischen Lektüre insbesondere bezüglich des zweiten Kapitels mit seiner geständnisartigen Narration. Die Distanz und die Komik ermöglichen sowohl die gewitzte Einsicht, dass die weiblichen Figuren narrative Konstrukte Wildermuths sind, als auch die Pointe, dass sein reduktionistisches, Literatur ausschließendes Wahrheitskonzept hochgradig mit Literatur – Märchen und literarisch-kulturellen Weiblichkeitsvorstellungen – verkoppelt ist.

In: Sprache und Literatur
Author: Rupert Gaderer

Abstract

Der Beitrag untersucht das Verhältnis zwischen Kulturtechniken, Dingen und Medien des Rechts in Ingeborg Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth (1961). Dabei stellt sich die Frage, inwiefern dem Streit-Ding in der Erzählung eine Akteursbeschaffenheit und dem Recht eine Vernetzungsleistung von Menschen, Akten und Texten zugeschrieben wird. Die Erzählung thematisiert ein epistemologisches Problem, das von einem Streit-Ding ausgehend in unterschiedlichen Varianten durchgespielt wird: Wie ist es möglich, einen Zugang zur (juristischen) Wahrheit zu erlangen, wenn es bereits außerordentlich schwierig ist, etwas über die Identität eines Knopfes auszusagen? Bachmann bezieht sich auf literarische Diskurse der sprachlichen Urteilskraft über Dinge (H. v. Hofmannsthal) und verbindet diese mit der Frage nach juristischen Wahrheitsformen. Dabei zeigt sich die Wahrheitssuche als eine Recherche in den Abgrenzungen eines pädagogischen, juristisch-bürokratischen und sexuellen Dispositivs.

In: Sprache und Literatur
Author: Till Breyer

Abstract

Bachmanns Erzählung Ein Wildermuth unterzieht die historische Situation der Rechtsprechung in der Nachkriegszeit einer kritischen Reflexion. Der Gerichtsprozess um den Mordfall Wildermuth wird als prekäres und instabiles Gefüge erzählt, und zugleich verweisen die Reflexionen des Richters auf die Probleme der Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Der Aufsatz geht diesen rechtsgeschichtlichen Bezügen anhand der österreichischen Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen bis 1961 nach und rückt das Motiv der Erschöpfung als zentrale zeitdiagnostische Bewegung der Erzählung in den Mittelpunkt: Der Zusammenbruch des Richters und die Unterbrechung des Prozesses reflektieren indirekt die monströse Qualität des NS und seine ideologische Persistenz in der Nachkriegsgesellschaft. Das Motiv der Erschöpfung zeigt sich so als literarisches Symptom einer allgemeineren Krise von Rechts- und Urteilspraktiken.

In: Sprache und Literatur
Author: Armin Schäfer

Abstract

Der Beitrag nimmt seinen Ausgang von Ingeborg Bachmanns Frankfurter Poetik- Vorlesungen (1959/60), in denen die Autorin unter anderem das Verhältnis von Geschichtlichkeit und Subjektivität diskutiert und nach Rollen und Funktionen der Namen literarischer Figuren in der Moderne fragt. Die nachfolgende Lektüre stellt in einem ersten Schritt die Bedeutungsabsicht, die mit Verleihung eines Namens bzw. Vornamens verknüpft ist, heraus und fragt nach möglichen Bedeutungen, die mit den Namen in der Erzählung Ein Wildermuth (1961) evoziert werden. In einem zweiten Schritt wird die Wahl des Namens mit der Logik einer existentiellen Wahl verglichen. In einem dritten Schritt wird die poetische Sprachfunktion, die laut Roman Jakobson eine Auswahl aus einem sprachlichen Paradigma erfordert, mit einer Dialektik von Zufälligkeit und Bedeutsamkeit konfrontiert, die sowohl die Namen in Bachmanns Erzählung als auch die Konstruktion ihrer Handlung charakterisieren.

In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur

Abstract

Literarische Übersetzung ist Interpretation im umfassendsten und radikalsten Sinne. Basierend auf einem Modell, das für die Übersetzung der Lyrik Walt Whitmans entwickelt wurde, analysiert der Beitrag die Übersetzung Michael Bullocks von Bachmanns Ein Wildermuth. Dabei werden einige semantische ‚Knoten‘ untersucht, an denen sich Original und Übersetzung auffällig unterscheiden. Das Ergebnis dieser Analyse ergibt eine deutliche Hervorhebung des politischen Potenzials der Erzählung. Der Lektürevorschlag des Übersetzers, der bei der Neulektüre der Erzählung berücksichtigt werden könnte, lässt den Richter nicht allgemein (im postmodernen Sinn) an der nicht mehr zu findenden Wahrheit verzweifeln. Er ist vielmehr ein Aktivist in der erstickenden Periode im Österreich (und insbesondere Kärntens) der Nachkriegszeit. Sein Schrei ist Protest, seine Krankheit Strategie. Der Übersetzer ist nicht ‚klüger‘ als der Interpret, aber der übersetzerische Diskurs ‚weiß‘ vielleicht hin und wieder mehr als die Lektüre des Originals. Der Dialog zwischen Ausgangstext und interpretierender Übersetzung führt zu einer informierteren Lektüre von beiden.

In: Sprache und Literatur

Abstract

Schreien passt nicht ins Gericht und eignet sich offenbar insgesamt nicht für eine Kommunikation. Wann und warum also schreit jemand trotzdem? Die Frage hat sich vor Ingeborg Bachmann für den psychiatrisch behandelten Senatspräsidenten Daniel Paul Schreber gestellt, und der Semiotiker Charles Sanders Peirce hat den Index des Rufs vom Ikon des Schreiens unterschieden. Schreien bleibt kommunikativer Erstheit (Firstness) verhaftet, während das Gericht auf Entscheidungen verpflichtet bleibt. Bachmann betont für die Wahrheit beides: das bloße Innewerden der Welt wie daneben die historisch zumutbare Wahrheit.

In: Sprache und Literatur