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Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifi zierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Diskursen und Subjektivitäten der Zerstreuung. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, ihre spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.
In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur
Author: Peter Brandes

Abstract

Dieser Beitrag untersucht die epistemologische, poetische und topographische Funktion des Bett-Motivs in literarischen Traumerzählungen und nimmt dabei Bezug auf Freuds Topologie des Traums und Foucaults Konzept der Heterotopie. Es kann beobachtet werden, dass in Prousts Recherche und Kafkas Verwandlung die Rhetorik des Bettes als Medium des Traumwissens und als epistemologische Heterotopie fungiert.

In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur

Abstract

Der Aufsatz analysiert die szenographische Verfertigung des Wirklichen in der ersten Fassung von Gottfried Kellers Der Grüne Heinrich. Kellers literarische Szenographie – so die These – bewirkt eine wechselseitige Verschiebung von Szene und Schrift: Erfährt im Medium der Schrift das Szenische eine serielle Ausrichtung, ist Schrift zugleich dezidiert szenisch gestaltet. Fragen, denen der Aufsatz anhand der Analyse verschiedener Szenen im Roman nachgeht, sind: Welche szenischen Wirklichkeitseffekte generiert Kellers Realismus? Welche Epistemologie des Wirklichen artikuliert sich darin? Was, schließlich, impliziert Kellers Szenographie für die Frage nach dem Roman als Lebensform?

In: Sprache und Literatur