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  • Geschichte der Linguistik & Sprachphilosophie x
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Es gilt die kulturkonstitutiven Potentiale der Zerstreuung zu erforschen, weil sie unser Orientierungswissen in Frage stellen und die ‚Ordnung des Diskurses‘ karnevalistisch subvertieren.

Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die eigentlich produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifizierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Dingen, Diskursen, Subjekten und Subjektivitäten der Zerstreuung und tragen so dazu bei, deren spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.
HerausgeberInnen: Iuditha Balint und Thomas Wortmann
Die Beiträge des Bandes verstehen „Krise“ als einen zentralen Bestandteil kultureller und gesellschaftlicher Institutionen – und gleichermaßen als Ursprung und Effekt von Erzählungen: Einerseits müssen Krisenphänomene narrativ hergestellt, medien-, gattungs- und disziplinspezifisch in Szene gesetzt werden, andererseits dient die Kulturtechnik des Erzählens – nicht nur im engeren Sinne einer talking cure – der Überwindung von und dem Lernen aus Krisen. Dabei stellen Krisen in Erzählprozessen als Ereignis meist den Zeitpunkt unmittelbar vor einem Wendepunkt dar: Krisen erfordern Entscheidungen.
Die Geographie der Verschollenen
AutorInnen: Kristina Kuhn und Wolfgang Struck
Im Archiv des Gothaer Perthes Verlages lagern Materialien, die ein Wissen von der Welt modellieren, so wie es die Fachzeitschrift "Petermanns Geographische Mitteilungen" im 19. Jahrhundert ihrem europaweiten Publikum präsentierte. Das Archiv versam-melt Korrespondenzen und Karten, wissensgeschichtlich spannungsvolles, multimedial angelegtes Material, und verwaltet Geschichten des Verschollengehens als gleichermaßen literar-ische wie nationenbildende Ereignisse. Zwischen Philologie, Wissens- und Kulturgeschichte angesiedelt, rekonstruiert das Buch eine Kunst des Verschollengehens, die im 19. Jahrhundert Geographie, Kartographie und realistische Literatur gleichermaßen fasziniert.