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  • History of Linguistics & Philosophy of Language x
  • Wilhelm Fink x
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Die Beiträge des Bandes verstehen „Krise“ als einen zentralen Bestandteil kultureller und gesellschaftlicher Institutionen – und gleichermaßen als Ursprung und Effekt von Erzählungen: Einerseits müssen Krisenphänomene narrativ hergestellt, medien-, gattungs- und disziplinspezifisch in Szene gesetzt werden, andererseits dient die Kulturtechnik des Erzählens – nicht nur im engeren Sinne einer talking cure – der Überwindung von und dem Lernen aus Krisen. Dabei stellen Krisen in Erzählprozessen als Ereignis meist den Zeitpunkt unmittelbar vor einem Wendepunkt dar: Krisen erfordern Entscheidungen.
Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifi zierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Diskursen und Subjektivitäten der Zerstreuung. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, ihre spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.
In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur
Author: Peter Brandes

Abstract

Dieser Beitrag untersucht die epistemologische, poetische und topographische Funktion des Bett-Motivs in literarischen Traumerzählungen und nimmt dabei Bezug auf Freuds Topologie des Traums und Foucaults Konzept der Heterotopie. Es kann beobachtet werden, dass in Prousts Recherche und Kafkas Verwandlung die Rhetorik des Bettes als Medium des Traumwissens und als epistemologische Heterotopie fungiert.

In: Sprache und Literatur
In: Sprache und Literatur

Abstract

Der Aufsatz analysiert die szenographische Verfertigung des Wirklichen in der ersten Fassung von Gottfried Kellers Der Grüne Heinrich. Kellers literarische Szenographie – so die These – bewirkt eine wechselseitige Verschiebung von Szene und Schrift: Erfährt im Medium der Schrift das Szenische eine serielle Ausrichtung, ist Schrift zugleich dezidiert szenisch gestaltet. Fragen, denen der Aufsatz anhand der Analyse verschiedener Szenen im Roman nachgeht, sind: Welche szenischen Wirklichkeitseffekte generiert Kellers Realismus? Welche Epistemologie des Wirklichen artikuliert sich darin? Was, schließlich, impliziert Kellers Szenographie für die Frage nach dem Roman als Lebensform?

In: Sprache und Literatur

Abstract

In dem Beitrag geht es darum, wie Leser literarische Texte und deren intertextuelle Dimension verstehen. Dabei ist auf der Produktionsseite nach etwaigen Markierungen im Text und auf der Rezeptionsseite nach den Bedingungen für das Erkennen intertextueller Spuren zu fragen. Anhand zweier Beispielanalysen, zum einen Erich Kästners Gedicht Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn? aus dem Jahr 1928, zum anderen dem Roman Axolotl Roadkill von Helene Hegemann aus dem Jahr 2010, soll die Problematik des Erkennens und Verstehens intertextueller Elemente als Problem von Kanonisierung und geteiltem Erlebnisraum diskutiert werden. Dabei ist die Analyse von der These geleitet, dass ein Konzept von Interrealität, dem ein weiter Text- und Autorschaftsbegriff zugrunde liegt, es erlaubt, kreative Transformationsprozesse nicht nur von Texten, sondern auch von Sound, Weltsicht, Performance und Lifestyle als textkonstituierende Verweisungszusammenhänge anzuerkennen.

In: Sprache und Literatur
Author: Andreas Kablitz

Abstract

Dieser Artikel rückt die Frage nach dem Erkenntnisgewinn in den Vordergrund, der sich aus Jacques Derridas Prägung des Begriffs „différance“ – einem Kernstück seiner Sprachtheorie – ergibt. Seine doppelte Begründung dieser Kategorie, die er sowohl in referenztheoretischer wie in sprachstruktureller Hinsicht einführt, löst jedoch erhebliche Bedenken bezüglich ihrer jeweiligen Konsistenz aus. Es kommt hinzu, dass der Text, der die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen „différence“ und „différance“ postuliert, in einen irreduziblen Widerspruch mündet. Denn sie lässt sich nur begründen vermittels einer Sprache, deren Geltungsansprüche Derrida im Namen der „différance“ zugleich substantiell in Frage stellt.

In: Sprache und Literatur