Christoph Schlingensief und die Tradition
Reihe: Inter/Media
HerausgeberInnen: Peter Scheinpflug und Thomas Wortmann
Das enfant terrible und die Tradition? Ein Sammelband widmet sich Christoph Schlingensiefs Umgang mit medialen, ästhetischen und genrehistorischen Traditionslinien.
Die ‚Arbeit am Bild‘ erklärte Christoph Schlingensief retrospektiv zu seinem zentralen ästhetischen Prinzip. Und tatsächlich präsentieren sich seine Projekte gleichermaßen als Bildproduktions- wie Bildzerstörungsmaschinerien. Der vorliegende Sammelband unternimmt eine interdisziplinäre Kontextualisierung des Œuvres und befragt Schlingensiefs Werk konsequent auf seine medien-, kultur- und genrehistorischen Bezüge. In den Fokus rückt damit erstmals in einem umfassenden Sinne Schlingensiefs produktives Verhältnis zur Tradition.
Konzepte – Wirkungen – Kontexte
HerausgeberInnen: Stephan Brössel und Susanne Kaul
Echtzeit im Film. Wie lässt sich der Trend zu filmischer Echtzeit analytisch fassen? Wie der Echtzeit-Begriff für eine filmwissenschaftliche Auseinandersetzung heuristisch nutzbar machen?

Der Band widmet sich einem Phänomen, das in der jüngeren Filmgeschichte eine Konjunktur erlebt. Im Kern handelt es sich um eine Konvergenz zweier Zeitebenen, die in der Erzähltheorie als Übereinstimmung zwischen der Zeit der Präsentation des Films auf der Leinwand und der in der Fiktion ablaufenden Zeitdauer gefasst wird. Hier erfährt der Begriff eine breitere Klassifikation, wird in zentrale Konzepte überführt und hinsichtlich seiner Wirkungspotenziale geprüft sowie historisch, kulturell und gattungstheoretisch kontextualisiert. Bereitgestellt werden soll der Filmwissenschaft dadurch Echtzeit als eine fundierte Analysekategorie.
Schriften zur Ästhetik des Kinos
Reihe: Film Denken
AutorIn: Etienne Souriau
HerausgeberIn: Guido Kirsten
Das filmtheoretische Werk des Philosophen Étienne Souriau (1892–1979) ist schmal, aber bis heute enorm einflussreich. Mit Das filmische Universum liegen erstmals sämtliche seiner Schriften zum Film auf Deutsch vor. Gerahmt werden sie durch ein Vorwort des Herausgebers Guido Kirsten sowie eine Würdigung Souriaus als Filmtheoretiker durch Christian Metz.
Als »filmisches Universum« bezeichnet Souriau die Gesamtheit der vom klassischen Kino gesetzten Handlungswelten, im Unterschied zu den Universen anderer Künste und Medien. Er versteht darunter allgemeine Eigenschaften wie die Positionierung der Zuschauenden und wiederkehrende Strukturmerkmale, die etwa Raum und Zeit, Geografie und Meteorologie betreffen. Das »filmische Universum« bezeichnet auch das Zusammenspiel verschiedener Ebenen, die Souriau mittels eines eigenen Vokabulars analytisch erfasst. Wenige filmspezifische Wortschöpfungen haben eine derartige Karriere gemacht wie seine Begriffe des »Profilmischen« und des »Diegetischen«, aus deren wechselseitiger Konstellierung sich ganze filmphilosophische Entwürfe ableiten lassen. Das Potenzial anderer Begriffe, wie etwa des »Filmophanen«, der das audio-visuell Erscheinende bezeichnet, unabhängig von profilmischen und diegetischen Zuschreibungen, harrt noch der Erschließung. Auch Souriaus komparative Methode und sein Denken in »Existenzweisen« und »Universen« sind für die Theorie und Philosophie des Films weiterhin äußerst produktiv.
Zur Aktualität von Günther Anders und Theodor W. Adorno
AutorIn: Peter Schmitt
In Zeiten von Smartphone und Social Web die Medienkritik von Günther Anders und Theodor W. Adorno zu behandeln, scheint auf den ersten Blick ein antiquiertes Vorhaben zu sein. Dabei wird die Auseinandersetzung mit ihren Gedanken zu Mensch, Gesellschaft und Medien immer wichtiger.
Die Seele des Menschen ist inmitten der totalen Computerisierung vom verzifferten Lärm und von den grellen Bildschirmen umstellt. Das Andere, »Nichtidentische« rückt mit der Digitalisierung von allem und jedem in immer weitere Ferne. Mit der hier vorgenommenen Relektüre lassen sich die kritischen Theorien von Günther Anders und Theodor W. Adorno zuspitzen. In der totalen Überhöhung der ins-trumentellen ratio (Adorno) in Form von obskuren Datenbergen lässt sich ein neuer Höhepunkt der Dialektik der Aufklärung verorten. Der Rückfall der aufgeklärten Gesellschaft in den Mythos ereignet sich ganz konkret in der digitalen Totalität – wir stecken mit Big Data mitten drin.
Mikrohistorie und Mediengeschichte
Reihe: Film Denken
AutorIn: Linda Waack
Der kleine Film legt keine Ontologie des Mediums nahe, sondern eine Möglichkeit das Kleine als historiografische und filmtheoretische Größe zu thematisieren. Das Buch befasst sich mit drei Sammlungen von Amateuraufnahmen aus der Zeit des Nationalsozialismus und konfrontiert sie mit Siegfried Kracauers Geschichte – Vor den letzten Dingen – mehrere verschollene Gegenstände, die zu der Frage führen, wie sich das Kleine im historiografischen Prozess zum Großen positionieren lässt. Kracauers methodisches Grundproblem des Maßstabs wird in Varianten durchgespielt: vom Einzelding zur Geschichte, vom Gelegenheitsbild zum Filmmotiv, vom Aufsatz zur Filmtheorie und zuletzt vom kleinen Film zur kulturgeschichtlichen Mikrologie. Dabei geht es nicht um Kleinigkeitskrämerei, sondern um das, was bleibt, wenn die großen Schauplätze der Filmgeschichte in den Hintergrund treten.
in Display und Dispositiv
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