Kanon und Zensur

Beiträge zur Archäologie der literarischen Kommunikation II
1. Aufl. 2011, 347 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-2379-5
EUR 74.00 / CHF 90.30 Portofreie Lieferung innerhalb Deutschlands
erschienen in der Reihe:
Band: 2

Informationen zum Buch

Nicht alles, was Vergangenheit wird, ist zum Vergehen bestimmt. Es gibt Verfahren der Heiligung und Tabuisierung, die in einer Kultur scharfe Grenzen, feste Konturen und im Widerstand gegen allen schleichenden Wandel dauerhafte Formen entstehen lassen. Zu solchen Verfahren, die den Strom der Überlieferung still stellen, gehören Kanonisierung, die bestimmt, was erinnert werden muss, und Zensur, die ausgrenzt, was vergessen werden muss. Der Band versucht in einzelnen Fallstudien zu ergründen, welche historischen Herausforderungen es sind, die das Leben - mit Nietzsche zu sprechen - unter den Gegensatz von Beräuchern und Verbrennen stellen.

Das Umschlagbild stellt eine Allegorie der Jurisprudentia dar. Das Deckengemälde von Rudolf Gleichauf in der Alten Aula der Universität Heidelberg (1886) symbolisiert den Zusammenhang von Kanon und Zensur, durchaus im Sinne jener jüdischen Überlieferung, derzufolge Gott Buch und Schwert, sefär we-sayif, vom Himmel gereicht hat.