Deutsche und Deutschland in der russischen Lyrik des frühen 20. Jahrhunderts

1. Aufl. 1988, 359 S., 17 Zeichn. u. 16 Photos, Kt.
ISBN: 978-3-7705-2477-8
EUR 30.90 / CHF 37.70
erschienen in der Reihe:
Deutsche und Deutschland aus russischer Sicht
Band: Sonderband

Informationen zum Buch

"Die außerordentlich große Bedeutung, die das Dichterwort in Rußland in etwa zwei Jahrhunderten seit der Zeit der Aufklärung erreicht hat, ist in anderen Ländern kaum bekannt und noch weniger vorstellbar.

Pëtr Kropotkin schrieb schon zu Beginn dieses Jahrhunderts:

In keinem anderen Lande nimmt die Literatur eine so einflußreiche Stellung ein als in Rußland, nirgends sonst übt sie einen so tiefen und direkten Einfluß auf die geistige Entwicklung der jüngeren Generation aus. [...] Der Grund, weshalb die Literatur einen solchen Einfluß in Rußland ausübt, ist klar. Es gibt kein öffentliches politisches Leben, und mit Ausnahme von ein paar Jahren zur Zeit der Abschaffung der Leibeigenschaft ist das russische Volk niemals dazu gekommen, einen tätigen Anteil an der Entwicklung seines Landes zu nehmen. Die Folge davon war, daß die besten Geister des Landes die Lyrik und Novellistik, die Satire oder literarische Kritik zum Ausdrucksmittel ihrer Bestrebungen, ihrer Begriffe vom nationalen Leben und ihrer Ideale gewählt haben. [...]

Das gilt auch für die Rolle der russischen Literatur nach 1917 sowie für die Literaturen der meisten Völker der Sowjetunion.

[...] Dieser Band enthält Gedichte russischer Lyriker einiger Generationen, die im ersten Drittel unseres Jahrhunderts (bis 1933) entstanden und veröffentlicht wurden. Gedichte, in denen bestimmte Vorstellungen von Deutschland und deutschen Menschen erkennbar sind, Vorstellungen, die in verschiedenen Schichten der russischen Gesellschaft weit verbreitet waren und Einfluß ausübten."

Lew Kopelew, aus dem Vorwort