Trauer tragen - Trauer zeigen

Inszenierungen der Geschlechter
1. Aufl. 1999, 295 Seiten, Kt.
ISBN: 978-3-7705-3233-9
EUR 56.00 / CHF 68.30

Informationen zum Buch

Das Zurschaustellen von Trauer gehört zu denjenigen kulturellen Praktiken und ikonographischen Traditionen, die in einer fast selbstverständlichen Arbeitsteilung der Geschlechter den Frauen zugeschrieben werden und immer noch werden. Der wortreichen Melancholie, die den männlichen Künstler nobilitiert, steht die gestenreiche Trauer der weiblichen Figuren in der Literatur und bildenden Kunst gegenüber. Dem männlichen Subjekt verwehrt und mit Tabus belegt, wird die von den Frauen inszenierte Trauer wiederum einer Fülle von Regeln unterworfen und ihr Exzeß eingedämmt. Am Beispiel von Figuren wie Medea, Penthesilea, Artenisia, von Shakespeares Königinnen und vielen anderen werden in diesem Band die Ausdrucksformen von Trauer und ihre Überformungen analysiert, wobei der Trauer der Mütter, die einen Zugang zu genealogischer Macht eröffnet, besondere Aufmerksamkeit zukommt. Freuds Theorien zu Trauer und Hysterie werden erneut befragt, und schließlich geht es um die Hervorbringung eines Dritten, einer symbolischen Form, die das verlorene Objekt weiterleben läßt.