Reden von Gewalt

1. Aufl. 2003, 386 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-3674-0
EUR 48.90 / CHF 59.70
erschienen in der Reihe:
- die Reihe ist abgeschlossen -

Informationen zum Buch

Die Hoffnung, durch Erinnerung an die Opfer der Vergangenheit künftigen Gewaltereignissen vorbeugen zu können, scheint sich nicht erfüllt zu haben. Auch das 21. Jahrhundert hat mit kollektiver Verfolgung und Gewalt begonnen. In den Analysen dieser Gewalt ist die Rede von "ethnischer Säuberung" oder von Gesellschaften, die den Status der "modernen, zivilisierten Welt" noch nicht erreicht haben. Haben sich die Wissenschaften den Herausforderungen, die von kollektiver Gewalt, von Krieg und Genozid ausgehen, wirklich gestellt? Wie läßt sich eine analytische Sprache finden, die Verletzungen nicht überdeckt, sonder sie spürbar werden und bleiben läßt? Wie kann die historische Quellenanalyse der Gefahr entgehen, die durch die Sprache übermittelten Identitäts- und Geschichtsmuster völkisch-nationaler, rassistischer oder anderer aus- grenzender Mentalitätsfiguren weiterzutragen? An welche Muster der Rede schließen wissenschaftliche aber auch literarische Codierungen kollektiver Gewalt an? Welche Konzepte und Perspektiven muß eine interdisziplinäre Gewaltforschung entwickeln, um einen analytischen Zugang zu denen Tätergesellschaften zu ermöglichen, ohne die Singularität der einzelnen Opfer zu relati-vieren? Die Beiträge des interdisziplinär angelegten Bandes gehen diesen Fragen aus der Perspektive der Geschichts- und Sozialwissenschaften, der Literaturwissenschaft, Philosophie, Psychologie und Psycholinguistik sowie der Medienwissenschaften nach. Mit Beiträgen von: Claus-Ekkehard Bärsch - Medardus Brehl - Peter Gendolla - Kurt Grünberg - Stefan Hesper - Robert Hettlage - Burkhard Liebsch - Peter Longerich - Wolfgang Müller-Funk - Kristin Platt - Kurt Röttgers - Jürgen Straub - Liliane Weissberg