Die Schrift des Desasters

1. Aufl. 2005, 195 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-3691-7
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Informationen zum Buch

Das Desaster ruiniert alles und läßt doch alle bestehen. Es trifft nicht den oder jenen, "ich" werde nicht von ihm bedroht. In dem Maße, wie mich, verschont, beiseite gelassen, das Desaster bedroht, bedroht es in mir das, was außer mir ist, einen Anderen als mich, der ich passiv Anderer werde. Man wird vom Desaster nicht getroffen. Außer Reichweite ist der, den es bedroht, man kann nicht einmal sagen, ob von nah oder fern - das Unendliche der Bedrohung hat in gewisser Weise jede Grenze durchbrochen. Wir stehen am Rand des Desasters, ohne daß wir es in der Zukunft verorten könnten, es ist vielmehr immer schon vergangen, und trotzdem stehen wir am Rand oder unter der Androhung, alles Formulierungen, die die Zukunft einbegreifen würden, wäre das Desaster nicht das, was nicht kommt, was jede Ankunft eingestellt hat. Das Desaster denken (wenn das möglich ist, und es ist in dem Maß nicht möglich, wie wir ahnen, daß das Desaster das Denken ist), heißt, keine Zukunft mehr zu haben, um es zu denken. Maurice Blanchot