Agrippa d'Aubigné - Apokalyptik und Selbstschreibung

1. Aufl. 2008, 453 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4476-9
EUR 75.00 / CHF 91.50

Informationen zum Buch

Agrippa d’Aubigné ist ein vormoderner Autor der Moderne: Die erste Neuausgabe der Tragiques erschien 1857, im selben Jahr wie Madame Bovary und die Fleurs du mal. Baudelaire ließ das Titelblatt seines Gedichtbandes sogar mit Versen aus dem barocken Religionskriegsepos zieren.

 

Das damalige wie heutige Leser irritierende Merkmal nicht nur der Tragiques, sondern fast aller Texte Aubignés ist die provokative und aufwändige Zuspitzung des Konfessionskonflikts auf den endzeitlichen Kampf zwischen ›rechtgläubigen‹, reformierten Christen und ›widerchristlichen‹, römischen Katholiken.

Der Arbeit liegt die These zugrunde, dass es zwischen der apokalyptischen Werkstruktur und seiner auto(bio)graphischen Durchdringung eine Interdependenz gibt: der inszenierte Einbruch des göttlichen Gerichts als Akt poetischer Identitätsstiftung.