Die Herausbildung des Reflexbegriffs im 17. und 18. Jahrhundert

Aus dem Französischen übersetzt und durch ein Vorwort eingeleitet von Henning Schmidgen
1. Aufl. 2008, 257 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7705-4525-4
EUR 45.90 / CHF 56.00

Informationen zum Buch

Georges Canguilhem (1904–1995) war einer der bedeutendsten Philosophen und Wissenschaftshistoriker Frankreichs. Zu seinen Schülern zählen u.a. Michel Foucault, Pierre Bourdieu und Alain Badiou.

 

Über Canguilhems Rolle in der französischen Philosophie der Nachkriegszeit hat Foucault einmal gesagt: »Nehmen Sie Canguilhem weg und Sie verstehen fast nichts mehr von Althusser, vom Althusserianismus und von einer ganzen Reihe von Diskussionen der französischen Marxisten. Sie begreifen nicht mehr, was das Besondere an Soziologen wie Bourdieu, Castel, Passeron ausmacht. Es entgeht Ihnen ein wesentlicher Aspekt der bei den Psychoanalytikern und insbesondere bei den Lacanianern geleisteten theoretischen Arbeit.«

 

Erstmals 1955 erschienen, hat das Buch über die Herausbildung des Reflexbegriffs wie kaum ein anderes den »französischen Stil« der Wissenschaftsgeschichtsschreibung geprägt.

 

Canguilhem führt darin vor Augen, wie sich der moderne Reflexbegriff in einem langfristigen Prozeß der kollektiven Arbeit am Bildlichen und Analogischen herausgebildet hat, der bis in die Antike zurückverweist. Zugleich verdeutlicht er, daß Begriffe wesentliche Bestandteile der materiellen Kultur und experimentellen Praxis von Wissenschaft sind. Im Verbund des Labors bildet ein Begriff nicht nur Wirklichkeit ab, er stellt nicht nur dar; vielmehr macht er auch sichtbar, bringt Wirklichkeit hervor. Es ist dieser Übergang von der Sprache zum Bild, vom Phänomenologischen zum Phänomenotechnischen der im Mittelpunkt von Canguilhems Studie zum Eigenleben der Begriffe steht.