Die deutsche Nachkriegsfotografie

Eine Mentalitätsgeschichte in Bildern
1. Aufl. 2008, 413 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7705-4617-6
EUR 61.00 / CHF 74.40

Informationen zum Buch

Glasenapps reich bebildertes Buch ist die erste Gesamtdarstellung der deutschen Nachkriegsfotografie, welche Kontinuitäten und Brüche sowie zentrale Paradigmen und Ten­ denzen der fotografischen Praxis ausweist. Es enthält damit zugleich eine Mentalitätsgeschichte der frühen Bundesrepublik, die die Folgen der Gewaltherrschaft und des verbrecherischen Kriegs des NS-Regimes als allgemein menschliche Tragödie übertüncht und sich schließlich in den weich gezeichneten Mädchenphotographien eines David Hamilton gemütlich einrichtet.

Entlang einer historischen Achse, die vom Ende des Zweiten Weltkrieges, das heißt, den Aufnahmen aus den befreiten Konzentrationslagern sowie den Trümmerbildern, bis zur Gegenwart, den Neorealismen der Becher-Schule sowie der Modefotografie Juergen Tellers, reicht, bietet der Band dem Leser Einblicke sowohl in den Amateur- und Knipserbereich, die Fotowirtschaft, das Messe-, Ausstellungs- und Museumswesen als auch in die künstlerische, erotische und bildjournalistische Fotografie. Der Diskursanalyse und den Visual Studies verpflichtet, leistet Glasenaps Grundlagenwerk somit einen dezidiert neuen und wichtigen Beitrag zu einer deutschen Kultur- und Gesellschaftsgeschichte, welche vor allem die kaum zu überschätzende Bedeutung der sich zusehends ausdifferenzierenden Medienkultur für den gesellschaftlichen Wandel akzentuiert.

 

Aus dem Inhalt:

 

1.            Einleitung – Theoretische Fundierung

2.            Fotografie im Zeichen des Endes – Der Bilderschock: Die Fotografien aus den befreiten Konzentrationslagern – »A fantastic show« Die ›Stunde Null‹ im Bild

3.            Fotografie im Wirtschaftswunder – »Vom Chaos zur Hochkonjunktur«: Der kurze Weg zum ›Fotowirtschaftswunder – Dior und danach: Modefotografie im Wirtschaftswunder

4.            Zwischen Life-Fotografie und musealer Konsekration – Späte Rückkehr: Leni Riefenstahl und die Nuba – Ein Profiteur der neuen Freizügigkeit: David Hamilton und die ›Mädchenfotografie‹ – Der Einzug der Fotografie ins Museum (u. a.)