Ästhetik, Religion, Säkularisierung I

Von der Renaissance zur Romantik
1. Aufl. 2008, 204 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4633-6
EUR 28.90 / CHF 35.50

Informationen zum Buch

Säkularisierung – Verweltlichung – der Religion ist einer der produktivsten Prozesse der europäischen Kulturgeschichte. Ästhetik spielte bei der Säkularisation der christlichen Religion eine zentrale Rolle.

 

Die ästhetische Säkularisierung der christlichen Religion setzt mit Nachdruck ein in der Renaissance und prägt seitdem die Geschichte der europäischen Literatur und Künste. Die Literatur und die Künste laden sich dabei auf mit religiöser Bedeutung. Sie werden selbst zu einem Medium religiöser Auseinandersetzung: der Darstellung der religiösen Sinnkrisen der Neuzeit ebenso wie der Sinnsuche und Sinnstiftung des Menschen in der Geschichte.

Der vorliegende Band schlägt eine Brücke von Dante und der Literatur des Spätmittelalters zur Romantik und zu Heinrich Heine. Er macht dabei zugleich auch die enge Vernetzung von Renaissance und Romantik deutlich. Ihm folgt ein zweiter Band, der die Säkularisierung in der klassischen Moderne untersucht.

 

 

Aus dem Inhalt:

Einleitung der Herausgeber: Säkularisierung als kulturschöpferische Kraft

Ulrich Ruh: Bleibende Ambivalenz. Säkularisierung/ Säkularisation als geistesgeschichtliche Interpretationskategorie

Karlheinz Stierle: Säkularisierung und Ästhetisierung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Dirk Kemper: Vergil und Vergilrezeption: Sakralisierung des profanen Dichters und poetische Säkularisierung christlicher Motive 

Ulrich Gaier: »So wäre alle Religion ihrem Wesen nach poëtisch.« Säkularisierung der Religion und Sakralisierung der Poesie bei Herder und Hölderlin

Herbert Uerlings: »Der revolutionäre Wunsch, das Reich Gottes zu realisieren, ist [...] der Anfang der modernen Geschichte«. Frühromantik im Spannungsfeld von Säkularisierung und Fundamentalismus

Silvio Vietta: Dantes »Matelda« und Novalis’ »Mathilde«. Die säkularisierte Gestalt des irdischen Paradieses