Das Imaginäre der Geburt

Praktiken, Narrationen und Bilder
1. Aufl. 2008, 304 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4718-0
EUR 45.90 / CHF 56.00

Informationen zum Buch

Nach einer langen Geburtsverges­senheit kündigt sich eine Wieder­kehr der Geburt in den Kultur- und Sozialwissenschaften an, die durch gravierende Veränderungen im kol­lektiven und individuellen Imaginä­ren und durch Umbrüche in den Praktiken, Erzählungen und Bildern der Geburt bestimmt wird.

 

Die Geburt gewinnt eine neue Sicht­barkeit in den Medien und in der Öf­fentlichkeit, zu der auch das medizini­sche System mit seinen Techniken der Sichtbarmachung des Unsichtbaren beiträgt. Einerseits verstärkt die Pro­fessionalisierung der Geburtshilfe die Angst vor der mit der Geburt verbun­denen Ungewissheit; andererseits trägt sie zur Erhöhung der Sicherheit von Mutter und Kind bei. Wurde die Geburt von Nachkom­men als Ausdruck weiblicher Potenz und Kompetenz begriffen und lange an Eheschließung und Familie gebun­den, so vollzieht sich gegenwärtig ei­ne Pluralisierung und Individualisie­rung der Geburt und der familiären Lebensformen mit der Entstehung neu­er konfliktreicher Arbeits-, Lebens-, Gender- und Beziehungsformen.