Am Anfang war...

Ursprungsfiguren und Anfangskonstruktionen der Moderne
1. Aufl. 2008, 311 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4727-2
EUR 40.90 / CHF 49.90
erschienen in der Reihe:
Band: 1

Informationen zum Buch

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Suspension der Anfangsfrage, der »Abschied vom Prinzipiellen«, als eine zentrale Errungenschaft der Moderne. Heute dagegen muss man zur Kenntnis nehmen, dass Anfangsmythen territoriale Ansprü­che und ethnische Exklusionen legi­timieren, dass die Unantastbarkeit von Gründungstexten und Grün­derfiguren gewaltsam durchgesetzt wird und dass Fundamentalisten mit Lehren von göttlicher Schöpfung und intelligent design in dem selben Moment schulische Lehrpläne er­obern, in dem Gentechniker an der Produktion von Leben basteln.

 

Vor diesem Hintergrund unternimmt es der Band, Prozesse der Modernisie­rung über die Denkfigur des Anfangs neu in den Blick zu nehmen. Ergänzt durch Rückbezüge auf Positionen der Antike und der Vormoderne untersu­chen die Beiträge exemplarische Ur­sprungsfiguren und Anfangskonstruk­tionen der Moderne, indem sie jeweils ein für das Anfangsdenken der Moderne charakteristisches Kon­zept, Paradigma oder Verfahren fo­kussieren. Die Frage, wie Anfänge konstruiert, zugeschrieben und reflek­tiert werden, bringt dabei häufig mehr als nur einen Anfang und mehr als nur eine Moderne ins Spiel. So werden Anfänge als Verdichtungs­punkte kultureller und textueller Sym­bolisierungen lesbar gemacht, die von den Spannungen zwischen Grün­dungsfuror und Kontingenzerfahrung, zwischen Innovation und Tradition, zwischen linearen, diskontinuierli­chen und zyklischen Zeitmodellen zeugen, welche die Moderne prä­gen. Am Anfang war … diese Formel eröffnet ein Spielfeld, dessen Aufriss und Besetzung von der Insistenz der Anfangsfrage ebenso zeugt wie von der Kontingenz jedes Anfangs.

 

Mit Beiträgen von:

 

Tobias Döring, Martin H. Geyer, Frie­drich Wilhelm Graf, Erika Greber, Aage A. Hansen-Löve, Annegret Heit­mann, Martin Hose, Roger Lüdeke, Inka Mülder-Bach, Lars Schneider, Eckhard Schumacher, Bernhard Teuber, Barbara Vinken, Günter Zöller

 

Der Band eröffnet die Reihe Anfänge, in der in den folgenden Jahren Bü­cher publiziert werden, die im Kon­text der Forschergruppe Anfänge (in) der Moderne an der Ludwig-Maximi­lians-Universität München enstehen. Die Reihe wird herausgegeben von Aage A. Hansen-Löve und Inka Mül­der-Bach.

 

Inka Mülder-Bach ist Professorin für Neue­re deutsche Literaturwissenschaft an der LMU in München.

 

Eckhard Schumacher ist Wissenschaft­licher Koordinator der Forschergruppe Anfän­ge (in) der Moderne.

 

Aage A. Hansen-Löve ist Professor am In­stitut für Slavische Philologie an der LMU in München.

 

Veronika Zangl