Der Code der Leidenschaften

Fetischismus in den Künsten
1. Aufl. 2010, 421 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4968-9
EUR 43.90 / CHF 53.60 Portofreie Lieferung innerhalb Deutschlands

Informationen zum Buch

Der Fetischismus ist ein Schlüsselphänomen der modernen Gesellschaften. Er bestimmt nicht nur religiöse und mentale Formationen, sondern auch die libidinösen Objektbeziehungen in der Konsum- und Massenkultur. Bemerkenswert unterbelichtet sind die Spielarten fetischistischer Formen und Praktiken in den Künsten, Medien und Literaturen. Diese Lücke schließt "Der Code der Leidenschaften".

Das Phänomen des Fetischismus ist gewiss älter als sein Diskurs. Er ist ein Leitfossil unserer Kulttur. Seit es die Verkultung von Kunstobjekten oder Künstlern gibt, also seit der Renaissance, wissen Kritiker und Interpreten, dass es nicht nur um Geschmacksurteile, Stilkritik, Form- und Gattungsanalyse, um die Ermittlung von Bedeutungen oder die Situierung von Werken in kulturellen Kontexten geht. Die Faszinationsgeschichte, durch die Leser und Betrachter mit Werken und ihren Schöpfern verbunden sind, ist auch eine Geschichte der ebenso grandiosen wie skurrilen Passionen, welche die Rezipienten an Objekte der Kunst oder an ihre Autoren fesseln – auf durchaus erklärungsbedürftige Weise. Der vorliegende Band soll die Spielarten der fetischistischen Mechanismen in den Künsten erkunden und dabei die Codes der Leidenschaften entziffern, die das Kraftfeld zwischen Künstlern, Werken, Sammlungen und Rezipienten bestimmen. In diesem Sinn sind die einzelnen Beiträge zweierlei: fachwissenschaftliche Analysen künstlerischer und literarischer Prozesse und zugleich auch Beiträge zu einer allgemeinen Geschichte der fetischistischen Praktiken unserer Kultur.

Mit Beiträgen von:

Hartmut Böhme, Johannes Endres, Ortrud Gutjahr, Emmanuel Alloa, Andrea Polaschegg, Reimut Reiche, Niklaus Largier, Frank Fehrenbach, Gudrun M. König, Peter Geimer, Robert Felfe, Andreas Beyer, Liliane Weissberg, Michael Diers, Joseph Vogl, Christine Weder, Christian Begemann, Barbara Vinken, Uwe Steiner, Doerte Bischoff.