Erbfälle

Theorie und Praxis kultureller Übertragung in der Moderne
1. Aufl. 2014, 397 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-5068-5
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erschienen in der Reihe:
herausgegeben vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung

Informationen zum Buch

Erbe und Moderne – diese Verknüpfung ist so naheliegend wie widersprüchlich. Naheliegend ist sie mit Blick auf die neuere Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, handelt es sich doch beim Erbe um einen Schlüsselbegriff zur Bestimmung von Eigentum, Eigenschaften und Eigenheiten im Spannungsfeld von Recht, Biologie und Kulturpolitik. Widersprüchlich erscheint die Konjunktion zwischen Erbe und Moderne hingegen, weil erbliche Übertragungen oft mit deterministischen Festlegungen gleichgesetzt werden und so in der Moderne geradezu unter Generalverdacht stehen.

Stefan Willers Studie ist eine kultur- und literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Erbe als einem unabgegoltenen Problem der Moderne. Im ersten Teil rekonstruiert Willer die interdisziplinäre Theoriegeschichte, in der sich in den Jahrzehnten um 1900 die maßgeblichen Konzepte des Erbes herausbildeten. Im zweiten Teil wird das damit umrissene Feld anhand einer Reihe literarhistorischer Fallstudien vom späten 19. Jahrhundert bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts differenziert.