Kultur- und zeitkritische Schriften

"Im Schatten von morgen" und "Verratene Welt"
1. Aufl. 2014, 305 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-7705-5575-8
EUR 41.90 / CHF 51.10 Portofreie Lieferung innerhalb Deutschlands
erschienen in der Reihe:
Band: 2

Informationen zum Buch

Wenige Jahre vor und nach Abfassung seiner berühmten Untersuchung über das Spiel, »Homo ludens« (1938), verfasste der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga (1872-1945) zwei Werke zur Analyse und Kritik seiner Zeit - der Herrschaft des Nationalsozialismus in Europa und des Zweiten Weltkriegs -, die unterschiedlich wahrgenommen wurden. Beide Essays werden hier in einer kommentierten Neuübersetzung publiziert, die an die erstmalige Übersetzung der »Amerika«-Bücher ins Deutsche anschließt.
»Im Schatten von morgen« (1935) wurde seinerzeit ein Bestseller, geschätzt für seine Hellsichtigkeit und Schärfe. »Ist die Welt weiser geworden?«, fragte Huizinga und reflektierte kulturelle Phänomene im weiten Resonanzraum der Geschichte: zeitgemäße Moden der Theorie (Schmitt, Spengler) ebenso wie Kino, Roman, Reklame, Aviatik. Sein Urteil über die gegenwärtige Kultur bleibt zwiespältig. Im allmählichen Sich-Vorantasten bestand gerade die Stärke seines Denkens, dessen Tiefe und Originalität an Benjamin, Plessner und Kracauer erinnert. »Verratene Welt« entstand 1943, als Huizinga - nach seiner Haft im Geisellager St. Michielsgestel - bereits unter strengen Auflagen in der Nähe von Arnheim lebte, ohne Zugang zur Universität und zu seiner Privatbibliothek. Die Verbreitung seiner Werke war seit 1943 verboten, weshalb das Buch erst 1945, nach Kriegsende, aber auch nach Huizingas Tod, herausgegeben wurde.