Anfänge vom Ende

Schreibweisen des Naturalismus in der Romania
1. Aufl. 2014, 306 Seiten, 13 s/w Abb., kart.
ISBN: 978-3-7705-5678-6
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Informationen zum Buch

Der Naturalismus ist das Symptom einer modernen Wissenskonfiguration, die an die Stelle einer metaphysischen Ordnung getreten ist. Seine Vertreter entsprechen dem Wandel, indem sie sich selbst und ihre ästhetische Praxis im Rekurs auf die natürliche Dingwelt legitimieren, deren Gesetze die positiven Wissenschaften erforschen und ausformulieren. Die Forschung hat indes gezeigt, in welchem Maß der Naturalismus zu seinem Programm quersteht, da er einem phantasmatischen Legat gehorcht, das dem szientistischen Anfang ein Ende bereitet. Historisch steht die Bewegung an der Schwelle zu einer unhintergehbaren Demokratie, für die die Autoren noch keine Sprache besitzen und die Zeit keine Identitätsträger finden kann. Unter diesem doppelten Vorzeichen ist der Naturalismus gespalten zwischen der versichernden Stillegung im positivistischen Programm und einem politischen Imaginären, das jenes Programm unterwandert, ohne
dabei zu einem definitiven Bild zu gerinnen. Dies gilt für die Literatur der Romania insgesamt. Die hier versammelten Beiträge zeigen, wie die Schreibweisen des Naturalismus auch jenseits dessen französischer Heimat die ästhetischen und ideologischen Widersprüche der Moderne hervortreiben.