Pierre Boulez

Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde
1. Aufl. 2017, 840 Seiten, 93 s/w Abb., 14 farb. Abb., Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7705-5998-5
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Informationen zum Buch

Pierre Boulez zählte zweifellos zu den renommiertesten Komponisten unserer Zeit. Von außerordentlicher Bedeutung war darüber hinaus seine Rolle als Intellektueller, Autor, Theoretiker, Dirigent und Interpret. Martin Zenck legt mit seinem Buch Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde die erste umfassende Studie über dessen Gesamtwerk in deutscher Sprache vor. Zenck verbindet es mit Boulez’ theoretischen Schriften, seiner Praxis als Dirigent und ›Kulturmanager‹ vor dem Hintergrund der philosophischen Diskurse und dem Panorama der anderen Künste seiner Zeit.
Im Mittelpunkt steht dabei der Musikdenker Boulez, der das Kompositorische selbst als eine genuine Denkpraxis begreift, die Martin Zenck auf völlig neue Weise als eine Praxis des ›Gestischen‹ versteht. Diese führt auf eine vierfache Signatur zurück: Die Textur der Schrift, ihre Bewegung einerseits, die zweitens den Leib und seine Gebärden einschließt, zum Dritten das synästhetische Spiel der Sinne und ihre verschiedenen Medien, und schließlich das performative Moment der Darbietung, der Präsentation, das auf seine Weise allererst Raum und Zeit entstehen lässt.  

Martin Zenck lehrte Historische Musikwissenschaft in Bamberg und Neue Musik, Ästhetik und Medien in Würzburg. Er war Produzent und Redakteur für Neue Musik beim WDR in Köln und Vize-Vorsitzender des Beirats »Musik« im Goethe-Institut. Er promovierte und habilitierte bei Carl Dahlhaus an der TU in Berlin. 2013 war er Gastprofessor an der University of Chicago und erhielt zusammen mit Isabel Mundry den Hans-Zender Musikpreis. Gegenwärtig arbeitet er am »Imaginären «, an einer Studie über Mark Andre sowie an einem Forschungsprojekt über den Pianisten und Komponisten Eduard Steuermann.  


»Mit der Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde ist Martin Zenck ein Buch gelungen, das nicht nur einen unschätzbaren Beitrag für die Boulez-Forschung leistet. Es handelt sich gleichermaßen um ein Kaleidoskop der Neuen Musik im Kontext ihrer fruchtbarsten Zeit sowie um einen Beitrag zur Theorie der Avantgarde und Ihrer Beziehung zur zeitgenössischen Philosophie.« (Dieter Mersch, aus dem Geleitwort)