Die Gewalt des Moralisten

Zum Verhältnis von Ethik und Ästhetik bei W. G. Sebald
1. Aufl. 2016, 684 Seiten, 5 s/w Grafiken, 13 s/w Tab., Festeinband
ISBN: 978-3-7705-6068-4
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Informationen zum Buch

Sebalds ›abschließendes Vokabular‹, das ihm als Literaturkritiker zur Lektüre und Deutung fremder Texte dient, offenbart ein rigoroses moralistisches Weltbild, das sich gegenüber den interpretierten Autoren als hermeneutische Gewalt manifestiert. Insofern der Schriftsteller Sebald dieses Vokabular auch literarisch gebraucht, überträgt sich die Problematik seiner Literaturkritik auf seine Literatur und unterminiert seine Poetik der Restitution. Die Bedingung einer narrativen Ethik, die den Anderen in seiner je eigenen Identität respektiert, wäre ein Ethos, das zu einer dialogischen Beziehung zum und zu einer unvoreingenommenen Wahrnehmung des Anderen fähig ist. Der Autor Sebald lässt dieses vermissen, seine Form literarischer Historiographie – ›böse‹ Täter, ›gute‹ Opfer – bleibt unterkomplex.

 

 

Pressestimmen

Journal of European Studies, 01.03.2018

"I am persuaded that the next tranche of Sebald scholars will have to confront the questions that proliferate in this difficult and challenging book [...]." - Richard Sheppard