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  • Author or Editor: Julika Griem x
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Medialisierungen des Unsichtbaren, wie sie im späten 19. Jahrhundert forciert praktiziert wurden, verweisen auf kulturelle Phantasmen, die um die Problematik der Sichtbarkeit kreisen. Denn das, was sich dem forschenden Blick entzieht und die Grundannahmen der empirischen Wissenschaften unterminiert, gibt Anlass zu Beunruhigungen und Provokationen. Diese Wirkungsmacht des Unsichtbaren kann sich als Effekt symbolischer Repräsentationen in materiellen Kontexten sowie im Spannungsfeld von wissenschaftlichen Praktiken und den entpragmatisierten Spielräumen der Kunst zeigen. Die Beiträge des vorliegenden Bandes untersuchen den epistemologischen, medialen, ästhetischen und diskurshistorischen Status des Unsichtbaren sowie die unterschiedlichen Strategien seiner Darstellung. Dabei geht es um die epistemische Unterscheidung von Sichtbarem und Unsichtbarem, ob Unsichtbares entdeckt oder erzeugt wird, welchen Apparaten und Dispositiven sich die Erfahrung, Rede und Imagination von Unsichtbarkeit um 1900 verdanken, und ob man gar von einem optischen Unbewussten der Kultur sprechen kann.
Erzählmuster, Formprinzip, Genre
Nicht alle textuellen Formen eignen sich gleichermaßen, um Abenteuer zu erzählen. Das Abenteuer weist Affinitäten zu einer Reihe literarischer Gattungen auf, es lässt sich jedoch mit keiner identifizieren. Sein Verhältnis zu formalen Prinzipien ist komplex und historisch variabel.
Der von Martin von Koppenfels und Manuel Mühlbacher herausgegebene Band untersucht die bisher kaum beachteten Wechselwirkungen zwischen Abenteuer und narrativer Form aus einer dezidiert literaturwissenschaftlichen Perspektive. Berücksichtigt werden dabei sowohl das literarische Erzählen selbst als auch die theoretische Reflexion darüber: vom antiken Epos bis zum zeitgenössischen Roman und von der italienischen Renaissancepoetik bis zum russischen Formalismus.
Wer in der Moderne von Abenteuern erzählt, setzt sich dem Verdacht der Trivialität aus. Doch ein stillschweigender Verzicht aufs Abenteuer fällt auch kanonischen Autoren der Moderne schwer. Der Sammelband nimmt diese Beobachtung zum Anlass einer Spurensuche. Er geht dem Verbleib des Abenteuers in literarischen und theoretischen Texten der Moderne nach. Neben klassischen Abenteuerautoren, wie Karl May oder Rider Haggard, stehen Texte von Goethe, Virginia Woolf, Marcel Proust u.a. im Fokus, welche das Abenteuer in einem Spannungsfeld von Integration und Zurückweisung situieren. Darüber hinaus widmet sich der Band der Bedeutung des Abenteuers im kolonialen Diskurs, in der Psychoanalyse und im Russischen Formalismus.
Von St. Petersburg bis Occupy Wall Street
Series:  Anfänge
Was ist ein Gründungsort? Wie werden solche Orte gemacht und gepflegt? Was für Geschichten werden mit ihnen erzählbar und für wen? Welche Widerstände oder Widersprüche fordern sie heraus?
Der Band präsentiert die Ergebnisse des internationalen Abschlusssymposiums der Forschergruppe »Anfänge (in) der Moderne« an der LMU München. Die Beiträge befassen sich mit fiktiven wie realen Gründungsorten des 19. bis 21. Jahrhunderts. Ob St. Petersburg, Jerusalem, Washington/D.C. und Florenz oder die Künstlerkolonien in der Bretagne, die Inseln der Südsee und die Occupy-Camps oder aber auch Tlön, Wolkenkuckucksheim und der literarische Spaziergang – die Anfänge sind so vielfältig wie die Orte, an denen sie stattfinden. Die Autoren betrachten diese gemeinsame Konstruktion von Anfang und Ort in verschiedenen Medien in Hinblick auf ihre symbolische, politische, historische, kulturelle und ästhetische Bedeutung.