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2. Auflage
Das Wort 'Lernen' geht leicht über die Lippen. Für unsere Ohren klingt es sowohl vertraut als auch verheißungsvoll. Populäre Ratgeber liefern uns Gebrauchsanweisungen für den effizienten Umgang mit dem Lernen und bezaubern uns durch bunte Bilder, die über jeden Zweifel erhaben zu sein scheinen. Lernen gilt als das Allheilmittel des Selbstmanagers, mit dessen Hilfe man sich sämtlichen gesellschaftlichen Anforderungen flexibel anzupassen vermag. Andere Möglichkeiten, über Lernen zu sprechen, geraten in den Hintergrund. Der Mensch als neuronale Maschine beherrscht das Feld. Käte-Meyer Drawe gewinnt vergessene Sichtweisen zurück und formuliert sie unter heutigen Bedingungen neu. Zu diesem Zweck werden unter anderem gestaltpsychologische Studien in Erinnerung gerufen. Ein besonderes Gewicht liegt auf der zeitlichen Struktur des Lernens. Schließlich zieht die Beteiligung der Dinge intensive Aufmerksamkeit auf sich.
HerausgeberInnen: Kristin Platt und Käte Meyer-Drawe
Die Entwürfe einer globalen Weltpolitik nach dem 11. Sep-tember, Diskussionen um die Stammzellenforschung, neue militärtechnologische Entwick-lungen machen deutlich, wie sehr wissenschaftliche Arbeiten in politische Strategien einge-bunden sind. Zudem verweisen die aktuellen Zusammenhänge darauf, dass die Vorstellung von einem unab-hängigen, unpolitischen Wissen-schaftler immer noch sehr ver-breitet ist. Aber: Wissenschaften werden eingesetzt – Wissen-schaften setzen ein. Einerseits werden wissenschaftliche Model-le gesellschaftlich instrumentali-siert, andererseits normalisieren sie selbst ihren spezifischen Zugriff. Die Beiträge des Bandes fragen aus der Sicht von Medizin, Poli-tikwissenschaften, Philosophie, Pädagogik, Rechtswissenschaft, Geschichtswissenschaft und Germanistik mit Blick auf den Nationalsozialismus nach den spezifischen Rollen und Funktio-nen von Wissenschaften und Wissenschaftlern. Dabei geht es nicht nur um eine historische Vergewisserung, schon gar nicht um Verdächtigungen oder An-klagen, sondern um die fortdau-ernde gesellschaftliche Verant-wortung von Wissenschaft und Forschung.