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Entdeckung und Eroberung des Meeres in der Moderne
Das 19. Jahrhundert entdeckt das Meer für sich und insbesondere die Tiefsee als Projektionsraum schillernder Leidenschaften und verrückter Begierden. Im Fokus wissenschaftlicher und künstlerischer Aufmerksamkeiten entwickelt sich die Meereswelt zu einem Reich der Wunder, das metaphorisch mit dem Kosmos korrespondiert und an den Anbeginn der Zeit, zum Ursprung des Lebens führt.
Die Lebensräume des Meeres sind für Menschen nur mit erheblichem Aufwand zugänglich, vornehmlich als ästhetisch-poetische wie medientechnische Artefakte. Die vorliegende Studie verfolgt die medialen und epistemologischen Spuren der scheinbar antiquierten Wunderterminologie in die Tiefen des Meeresraumes und zeichnet die Entwicklung einer wunderbaren Wissenschaft vom Meer nach. Der Fokus liegt auf den Verflechtungen von abendländischer Meereswahrnehmung mit einer Geschichte des Wissens und der Einbildungskraft sowie den damit verbundenen Dispositiven des Zeigens und Vermittelns.
Eine andere Kulturgeschichte des Fliegens
Eine ›andere‹ Kulturgeschichte des Fliegens, wie sie im vorliegenden Buch rekonstruiert wird, offenbart, dass sich der scheinbar antiquierte Terminus des Wunders bis in die Fundamente der modernen Wissenskultur zieht. In der einschlägigen Historiographie wird die Geschichte des Fliegens als eine lineare Erzählung dargestellt – von den Wachsflügeln des Ikarus bis zum Atlantikflug. Doch die historischen Spuren des Flugdiskurses zeugen von einer anderen Erzählung. In der ’Kunst des Fliegens’ hat sich – ganz entgegen den rationalistischen Zuschreibungen der Technikgeschichte – ein tiefsitzender Wunderglaube erhalten.
Spiele der Natur in Kunst und Wissenschaft
Der Begriff 'Ludi naturae' steht für ein naturphilosophisches Konzept, das seinen Zenit in der frühen Neuzeit erreichte. Mit den 'Spielen der Natur' waren dabei einerseits einzelne Naturdinge gemeint, die Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften Staunen und Verwunderung hervorriefen. Zugleich verwies diese Sammelbezeichnung – die etwa für sonderbar geformte Pflanzen ebenso verwendet wurde, wie für Missbildungen, seltene Schnecken oder Fossilien – auf ein bestimmtes Konzept von Natur. Bislang war die Forschung zu 'Ludi naturae' auf den Zeitraum der frühen Neuzeit begrenzt. Die Beiträge dieses Bandes erweitern erstmals den historischen Horizont und verfolgen mögliche Spuren dieses Konzepts bis in die Moderne.
Wir leben in einer Kultur der spektakulären Effekte. Die technischen Möglichkeiten zur Gestaltung von Licht und Klang, Zeit, Raum und Materialitäten ermöglichen heute ein scheinbar unbegrenztes Potenzial zur Erzeugung illusionärer Welten und multisensueller Spektakel.
Im Zentrum des Bandes steht die Spurensuche nach jener wundersamen ästhetischen Figur, die heute vor allem als special effect aus dem Hollywood-Kino bekannt ist. Eine Archäologie der Spezialeffekte erschöpft sich jedoch nicht in einer Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Vielmehr geht es dem Band auch darum, den Begriff des Spezialeffekts für eine allgemeine Betrachtung von Effekten des Staunens in den Künsten zu erweitern und damit für interdisziplinäre Fragestellungen anschlussfähig zu machen.