Über Bedienung und Bedeutung der antiken Instrumente Groma und Lyra
AutorIn: Nikolaus Thurn
Die griechische Mathematik kam aus dem Instrument – zu diesem Ergebnis kommt diese Studie, die sich der Rekonstruktion zweier Instrumente und ihrer Funktion widmet. Das Lotinstrument "Groma" (von gr. "Gnomon") sowie die Musikinstrumente Lyra und Kithara lassen sich im 6. vorchristlichen Jahrhundert in Griechenland nachweisen und dürften auf die Entwicklung der Mathematik einen entscheidenden Einfluss genommen haben. Die Studie geht aus von philologischen Überlegungen und bedient sich über archäologische und literarische Belege hinaus auch des eigenen Experiments, das bisher nicht beachtete Lösungswege aufzeigt. Nikolaus Thurn gelingt es einen Zusammenhang zwischen Nautik, Geometrie und Musik herzustellen. Die Entwicklung der griechischen Geometrie und damit die Grundlage der heutigen Mathematik ist auf die genaue Beobachtung von Instrumenten zurückzuführen.
Beispiele für die Rezeption neusprachlicher Literatur durch die lateinische Dichtung Europas im 15. - 16. Jahrhundert
AutorIn: Nikolaus Thurn
Thurn liefert eine Studie über die Rezeption volkssprachlicher Dichtung durch die neulateinische Dichtung des späten 15. und 16. Jh.s unter Einbeziehung volkssprachlicher Texte des: Deutschen, Italienischen, Spanischen, Katalanischen, Französischen, Ungarischen und Englischen.
Die Studie weist auf das Desiderat hin, volkssprachliche Literatur zur Beschreibung der humanistischen Dichtung einzubeziehen. Allerdings war die Bedeutung volkssprachlicher Dichtung für die regionale Entstehung lateinischer Poesie hoch und prägte diese regional unterschiedlich. Es stand der jeweilige lateinische Text in engem Zusammenhang mit dem volkssprachlichen Texten, die zur Entstehungszeit intensiv rezipiert wurden oder erst entstanden waren.
Ein lateinisches Schulliederbuch des 16. Jahrhunderts
HerausgeberIn: Nikolaus Thurn
Die Hebdomas (1580) ist den Tagen der Schöpfung gewidmet und durchgehend in lyrischen Versmaßen als lateinische Oden gedichtet. Verfasst wurde sie von Ludwig Helmbold (1532–1598), einem protestantischen Liederdichter, und vertont vom Mühlhausener Komponisten Joachim a Burck (1546–1610). Gedacht sind die Lieder für den regelmäßigen Gebrauch an der Lateinschule: Zu jedem Tag der Woche gibt es, den acht Horen des Stundengebets folgend, je acht Oden.
Nikolaus Thurn unternimmt den Versuch, sowohl der Musikwissenschaft wie der Latinistik das jeweils fremde Feld näher zu bringen. Die erste kritische Edition der Hebdomas leistet einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung des (lutheranischen) Kirchen- und Schulliedes auf Latein, besonders aber der Rekonstruktion einer Schulkultur des 16. Jahrhunderts, wie sie in den orthodox-lutheranischen Gebieten üblich war.