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Kunstwerk und Werkbegriff
Reihe: Bild und Text
Klassische Moralistik – Moralistische Klassik
Der Band Montaigne und die Moralisten vereint Studien von Karlheinz Stierle, in denen die Moralistik als eine literarische Form des riskanten Denkens begriffen wird.
Michel de Montaigne hat mit seinen Essays eine offene Form des Nachdenkens über die menschliche Natur gefunden, der Friedrich Nietzsche erstmals den Namen Moralistik gab. Der ›moralistische‹ Montaigne ist Gegenstand des ersten Teils. Auf der Grundlage von Montaignes experimentierender Menschenkunde verfolgt der zweite Teil die Herausbildung einer »negativen An-
thropologie«, die der klassischen Literatur des französischen 17. Jahrhunderts ihre Prägung gab. Die Literaturkritik Sainte-Beuves und Nietzsches aphoristische Reflexionen über das Menschliche, Allzumenschliche bekunden die fortdauernde Modernität des moralistischen Denkens, das im 20. Jahrhundert insbesondere von der deutschen Romanistik zu einem eigenen Forschungsgebiet gemacht wurde.


Der Band vereint Studien von Karlheinz Stierle, in denen die Moralistik als eine literarische Form des riskanten Denkens begriffen wird.
Michel de Montaigne hat mit seinen Essais eine offene Form des Nachdenkens über die menschliche Natur gefunden, der Friedrich Nietzsche erstmals den Namen Moralistik gab. Der ›moralistische‹ Montaigne ist Gegenstand des ersten Teils. Auf der Grundlage von Montaignes experimentierender Menschenkunde verfolgt der zweite Teil die Herausbildung einer »negativen Anthropologie«, die der klassischen Literatur des französischen 17. Jahrhunderts ihre Prägung gab. Die Literaturkritik Sainte-Beuves und Nietzsches aphoristische Reflexionen über das Menschliche, Allzumenschliche bekunden die fortdauernde Modernität des moralistischen Denkens, das im 20. Jahrhundert insbesondere von der deutschen Romanistik zu einem eigenen Forschungsgebiet gemacht wurde.
Grundlegung einer systematischen Literaturwissenschaft
In seinem Buch Text als Handlung, das er jetzt in überarbeiteter und wesentlich erweiterter Form vorlegt, vertritt Karlheinz Stierle die Notwendigkeit einer systematischen Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer Max Weber verpflichteten allgemeinen Handlungstheorie. Stierles Versuch, unterschiedliche kulturwissenschaftliche Theorietraditionen zusammenzuführen, ist geleitet von der Voraussetzung, dass erst die systematisch aufgeklärte Frage an den Text das Zusammenspiel von einmaliger Form und verborgener Struktur freilegen kann.
Stierles Plädoyer für eine systematische Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer allgemeinen Handlungstheorie hat seine abschließende Form gefunden. An einer Reihe exemplarischer Interpretationen wird verdeutlicht, wie die systematisch aufgeklärte Frage an den Text, weit entfernt davon, ihn in ein abstraktes Schema zu pressen, diesen in immer neuer Weise zum Sprechen bringt.
Hermenautische Erkundungen in Dantes "Commedia"
Die europäische Literatur der Neuzeit ist im Italien des 14. Jahrhunderts begründet worden. Bis heute gilt Dantes Commedia als das kühnste, sprachmächtigste Werk, das die Nachantike hervorgebracht hat.
Der Aufbruch des Dante‘schen Odysseus ins westliche Weltmeer, um am Abend seines Lebens die unbekannte Welt ›ohne Menschen‹ jenseits der untergehenden Sonne zu erkunden, steht im Mittelpunkt der hier unternommenen Explorationen in Dantes ›großem Meer des Sinns‹. Wie Odysseus bricht auch Dante zu einer ungeheuren Reise auf, um sich in einer tiefen Lebenskrise des Sinns der Welt zu vergewissern.
Doch zugleich ist der Aufbruch des imaginären Wanderers durch das Ganze der menschlichen und göttlichen Welt ein Aufbruch des Dichters Dante zu einer neuen Idee des Werks.
Aspekte der Renaissance in der Romania
HerausgeberInnen: Karlheinz Stierle und Wolf-Dieter Stempel
oder Vom Nicht-Objekt durch Malerei
Reihe: Bild und Text
In einer heroischen Anstrengung strebte und strebt das Abendland nach Objektivität. Der Philosophie fiel es zu, deren Möglichkeit zu denken, die Wissenschaft hat mit ihr als dem idealen Ziel ihre unbestreitbaren Erfolge errungen, und die klassische Malerei hat sich leidenschaftlich um ihre Darstellung bemüht, bis hin zur Illusion des Wahren. Aber hat diese rationale Konstruktion des Objekts nicht andere Möglichkeiten von Kohärenz verdeckt, die bei uns erst später wieder hervorbrachen, in der modernen Malerei und Dichtung? Diesen anderen Kohärenzformen haben sich, völlig unaufgeregt und entspannt, jene altchinesischen Traktate über die Malkunst gewidmet, die François Jullien hier vor uns ausbreitet: In ihnen geht es um ein Bild, das wir nicht in die Enge einer Form einschließen können, sondern das sich im Wechsel zwischen dem Leeren und dem Vollen ständig wandelt, gleichsam um ein atmendes Bild, das die Spannung, die allem Leben zugrunde liegt, in die Gegensätze der Landschaft einschreibt. 'Das Besondere an Julliens Büchern liegt darin, daß seine sinologischen Forschungen nie der bloßen Lust an Exotik entspringen. Die ›Reise‹ nach China ist bei ihm vielmehr mit dem Versuch verbunden, unsere eigene Kultur aus fremder Perspektive zu sehen und so ihre Spezifität besser zu begreifen. In diesem Sinne stellt er in seinem neuen Buch unserer abendländischen Malerei und ihrer Suche nach der Objektivität jene andere Bildkonzeption gegenüber, die ihren Niederschlag in den chinesischen Traktaten über die Malkunst gefunden hat. Ganz allgemein orientiert sich die chinesische Ästhetik nicht an einer Form mit klaren und scharfen Konturen, sondern versucht, der Bewegung habhaft zu werden, dank deren die Dinge ständig und unmerklich von einem Zustand in den nächsten übergehen: Wolken, nebelverhangene Gipfel, flüchtige, fast schon verschwindende Formen. Während unsere Ästhetik den spezifisch menschlichen Charakter des Darstellungsvermögens betont, haben die chinesischen Denker das figurative Vermögen des Menschen aus der Gestaltungskraft der Natur abgeleitet, die vom Menschen nur adaptiert wird.' Jean Blain, LIRE