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  • Autor oder Herausgeber: Karlheinz Stierle x
  • Literatur- und Kulturwissenschaften x
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Hermenautische Erkundungen in Dantes "Commedia"
Die europäische Literatur der Neuzeit ist im Italien des 14. Jahrhunderts begründet worden. Bis heute gilt Dantes Commedia als das kühnste, sprachmächtigste Werk, das die Nachantike hervorgebracht hat.
Der Aufbruch des Dante‘schen Odysseus ins westliche Weltmeer, um am Abend seines Lebens die unbekannte Welt ›ohne Menschen‹ jenseits der untergehenden Sonne zu erkunden, steht im Mittelpunkt der hier unternommenen Explorationen in Dantes ›großem Meer des Sinns‹. Wie Odysseus bricht auch Dante zu einer ungeheuren Reise auf, um sich in einer tiefen Lebenskrise des Sinns der Welt zu vergewissern.
Doch zugleich ist der Aufbruch des imaginären Wanderers durch das Ganze der menschlichen und göttlichen Welt ein Aufbruch des Dichters Dante zu einer neuen Idee des Werks.
Grundlegung einer systematischen Literaturwissenschaft
In seinem Buch Text als Handlung, das er jetzt in überarbeiteter und wesentlich erweiterter Form vorlegt, vertritt Karlheinz Stierle die Notwendigkeit einer systematischen Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer Max Weber verpflichteten allgemeinen Handlungstheorie. Stierles Versuch, unterschiedliche kulturwissenschaftliche Theorietraditionen zusammenzuführen, ist geleitet von der Voraussetzung, dass erst die systematisch aufgeklärte Frage an den Text das Zusammenspiel von einmaliger Form und verborgener Struktur freilegen kann.
Stierles Plädoyer für eine systematische Literaturwissenschaft auf der Grundlage einer allgemeinen Handlungstheorie hat seine abschließende Form gefunden. An einer Reihe exemplarischer Interpretationen wird verdeutlicht, wie die systematisch aufgeklärte Frage an den Text, weit entfernt davon, ihn in ein abstraktes Schema zu pressen, diesen in immer neuer Weise zum Sprechen bringt.
Explorationen und Perspektiven
Der Band bietet eine neue Perspektive auf den moralistischen Diskurs vor allem in den romanischen Ländern unter primär ästhetischen Gesichtspunkten.
Im Zentrum stehen Aspekte der Konturierung des Menschen als eines Wesens, das nur aus der Erfahrung und Beobachtung des Konkreten näher zu bestimmen ist.


Mit Beiträgen von:
Günter Bader, Rudolf Behrens, Jörg Dünne, Roland Galle, Andreas Höfele, Wolfgang Matzat, Maria Moog-Grünewald, Katharina Münchberg, Patricia Oster, Helmut Pfeiffer, Jörn Steigerwald, Karlheinz Stierle, Rainer Warning, Friedrich Wolfzettel.